Frucht tragen
Um Frucht tragen zu können, sind wir völlig abhängig von der Lebensverbindung mit dem Weinstock. Niemand von uns kann aus sich selbst Frucht tragen, und es ist Reinigung nötig, um mehr Frucht tragen zu können. Viele sind von Kindesbeinen an brav gewesen, aber sie tragen dennoch keine Frucht für Gott. Ist man nicht geistlich arm, kann man auch nicht in Gottes Rat stehen und etwas von seinem Mund entgegennehmen. Ist man nicht darüber in Not, dem Licht, das man bekommen hat, gehorsam zu sein, dann führt die Erkenntnis dazu, dass man aufgeblasen wird. Man kann dann zwar die richtigen Worte sagen, aber es geschieht nicht in der Kraft des Geistes, und die Gemeinde wird durch eine solche Rede auch nicht erbaut. Deshalb liegt auch ein Weheruf über den Schwätzern. Sie sind zum Untergang bestimmt.
Gottes Wort redet auch von einem sehr großen Ernst, wenn in den Verhältnissen des Lebens Dornen und Disteln (Sünden) hervorwachsen. Dann ist man dem Fluch nahe. Aller Saft und alle Kraft, die wir bekommen, sollen in die Früchte (die Tugenden) fließen und nicht dazu benutzt werden, vor den Menschen ein prächtiges Äußeres zur Schau zu stellen. Jerusalems Unreinheit klebte an ihrem Saum. Darum konnte auch der Feind triumphieren. Nimmt man es nicht genau, besudelt man sich schnell mit der einen oder anderen Sünde. Deshalb sind Ernst und Reinigung notwendig, wenn das prophetische Licht leuchtet. Der Geist des Gerichts und der Reinigung muss in unseren Versammlungen gegenwärtig sein. Alle Oberflächlichkeit muss weg, wenn Gewicht in unseren Geist kommen soll. Ohne den Geist des Gerichts und der Reinigung sinken wir und werden religiös.
Ein Diener des Herrn muss mit Kraft gegen Unzucht, Trunkenheit und Ausschweifung reden können. Aufgrund dieser Sünden kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Wer in seinen Sünden leben möchte, hat keine Weisheit und nimmt schnell Anstoß. Solche werden sich in der Gemeinschaft des Lichtes auch nicht wohl fühlen. Mögen in unseren Tagen viele zu Wächtern Jerusalems werden, die wachen und die Kraft haben, das zu sagen, was gesagt werden soll. Dann wird der Geist wirken und sowohl die Gemeinde als auch den Einzelnen auf dem Weg des Lebens vorwärts treiben.
