Kleidung und äußerliche Dinge
Wenn wir im vollkommenen Gesetz der Freiheit leben wollen, dürfen wir nicht an Prinzipien gebunden sein. Alle Prinzipien begrenzen deine Freiheit. Elias Aslaksen war sehr beweglich, obwohl er so wirken konnte, als halte er an Prinzipien fest. Eine geistliche Person kann nicht nach Prinzipien leben und sie darf auch nicht in ihren Gedankengängen festgefahren sein. Wir begegnen ständig neuen Situationen, die es gilt, zu bewältigen. Es gibt keine zwei Verhältnisse, die völlig gleich sind, darum müssen wir in jeder einzelnen Situation die Stimme des Geistes hören. Ein Ohr dafür zu haben, ist das allerwichtigste. Dann kann uns der Geist erinnern und so mit uns arbeiten, dass wir das tun können, was das Beste für die Menschen ist.
Verkündige Christus und male auch den Jugendlichen Christus vor Augen, sodass sie anfangen, in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineinzuschauen. Einige kleiden oder benehmen sich sehr unpassend, aber hinter der Fassade kann ein gutes Herz schlagen. Als Hirte solltest du sie begrüßen und mit ihnen reden. Oft wünschen sie nur Aufmerksamkeit, und die können wir ihnen ja geben. Vielleicht sind sie in Opposition und im Begriff, erwachsen zu werden. Sei vorsichtig, sie als abgefallen abzustempeln. Die Jugend benützt in Bezug auf die Kleinlichkeit und den Konservativismus der Älteren gerne das Wort „gesetzlich”. In der Zeit, wo sie ihre eigene Identität finden, neigen sie dazu zu provozieren. Sei nicht so schnell, sie zu „verhaften”. Wir kennen die Herzen nicht, aber Gott kennt sie. Darum kann man in der Beurteilung von Menschen oft sehr falsch liegen. Sie sind noch nicht zu einem Hass gekommen – sie sind unter dem Gesetz. Es ist ja nicht unser Ziel, sie „hinauszuwerfen”, sondern wir müssen uns dafür einsetzen, sie zu erretten.
Wir müssen die Kinder vor Augen haben und nicht unsere eigene Ehre. Höre auf den Geist und denke an die Errettung der Kinder. Die Kinder verstehen ja, wenn man von Herzen das Beste tut, so gut man es versteht. Man nimmt nicht Anstoß an guten Menschen, denen Weisheit fehlt, sondern es sind offenbare Sünden, die das Vertrauen zerstören.
Fürchte dich auch nicht so sehr davor, als gesetzlich abgestempelt zu werden, so dass du es nicht wagst, in Dinge einzugreifen, wo du es absolut tun solltest. Es sollen keine Erinnerungen an Sünden an unserem Leibe kleben. Der fleischliche Leib muss abgelegt werden, wenn man einen Dienst in der Gemeinde haben möchte. Nimm lieber die Schmach auf dich. Ist die Leitung kraftlos, ergreifen bald fleischliche Elemente die Initiative.
Ein ältester Bruder soll nicht wie ein Polizist sein, der in allem zwischen Himmel und Erde für Ordnung sorgen will. „Hier auf Erden müssen wir ein Auge zudrücken”, sagte Johan O. Smith. Verkündige Gottes Wort, damit die, die errettet werden wollen, sich die Wegleitung des Wortes zu Eigen machen können. Rechne mit Gott und bete für die Angelegenheiten.
Vielleicht neigen auch manche stark zur Gesetzlichkeit, und in ihrer Erkenntnis und Selbstgerechtigkeit können sie sich aufblasen und damit beginnen, die eine und andere Sache in der Gemeinde ordnen zu wollen. Gewöhnlich sehen sie solche, die einen Vatersinn haben, als schwach und zahnlos an. Auf derartige Personen muss man Acht geben. Sie können vielleicht den leitenden Bruder unterstützen, solange es ihren eigenen Absichten dient, aber sobald dies nicht mehr der Fall ist, sind sie in einem Anklagegeist. Solche brauchen Hilfe, um von ihren Höhen herunter zu kommen, herunter auf das Flachland der Wirklichkeit, wo sie lernen, sich zu demütigen. Wenn dies nicht geschieht, werden sie oft zu einer Bürde und Belastung an ihren Heimatorten.
Viele kommen aus einem religiösen Hintergrund, der von viel Gesetzlichkeit geprägt ist. All das muss man hinter sich lassen, wenn man zum Nutzen und zur Hilfe in der Gemeinde werden will. Zwinge die Kinder nicht zu einem besonderen Benehmen und Verhalten, nur damit du selbst ehrenvoll dastehst. Habe Respekt vor dem, was Gott in ihnen wirkt. Wenn es deine Mannesstärke ist, die für Ordnung sorgen will, dann bist du unter dem Gesetz. So manche Mütter und Väter haben ungesunde Anschauungen aus der religiösen Welt mitgebracht und vermitteln den Kindern das Verständnis, dass das die Gemeinde sei. Davon müssen wir ganz wegkommen. Die Liebe hat eine ziehende Kraft. So ist es auch mit allen anderen Tugenden: Milde, Güte, Barmherzigkeit und so weiter. Freue dich zusammen mit den Kindern und mache Dinge mit ihnen, die sie lustig finden. Mach’ es schön und gesegnet für sie.
Menschen mit religiösem Hintergrund sehen oft die Gemeinde von außen und sind über das Äußere besorgt. Sie verstehen ihn nicht, der im Fleisch offenbart wurde. Solche sollen keinen Einfluss auf die Gemeinde haben. Schließe nicht jeden Vagabunden in die Gemeinde ein. Schlafe nicht, wenn es um solche geht. Sie werden oft zu einer Belastung für andere Menschen.
Kommt man weg von Christus offenbart im Fleisch, muss man schnell beginnen, alles zu organisieren und Gebote und Regeln aufzustellen. Oft ist es so, dass man vom heranwachsenden Geschlecht in ihrer Jugendzeit etwas ertragen muss, ohne dass man ihnen nachstellen soll, um ihren Unverstand aufzuzeigen. An unseren Konferenzen wünschen wir, dass Schwestern anständige Röcke oder Kleider und die Brüder lange Hosen tragen. Die Röcke sollen nicht kürzer sein als bis zu den Knien. Miniröcke sind ja sehr ungeziemend und unpassend für eine gläubige Frau. Man sendet Signale aus und kommuniziert auch mit der Welt, wenn man sich ungebührlich kleidet. Wenn sie Sport treiben oder bei der Arbeit sind usw., können sie die Kleidung tragen, die zur entsprechenden Tätigkeit passt. Wir können niemand in Formen zwingen, die nicht zu unserer Zeit gehören. Leiter, die ständig auf diesen Dingen herumreiten, werden selbst zu einer Pest und Plage. Es passt in erster Linie für die wahren Hirten, die einen Vatersinn haben, eventuell auf solche Dinge hinzuweisen.
Gottes Wort redet von geziemender Kleidung und wir haben nur Gottes Wort als Richtschnur. Ganz egal, was wir tun, soll alles zu Gottes Ehre geschehen. Der Leib ist ein Tempel für den Heiligen Geist. Die Salbung wird uns lehren, was geziemend ist. „Wenn ich aber erst später komme, sollst du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit.” 1. Tim. 3, 15. Der Geist wird uns unterweisen, wie es sich hier zu wandeln ziemt.
Der Vorhof braucht Ermahnungen, wenn er sich ungebührlich verhält. Auf Menschen, die durch ihren Wandel die Gottesfurcht untergraben, soll man zugehen und sie ermahnen. Junge Mädchen kleiden sich vielleicht etwas ungeziemend, weil es „in” ist, nicht unbedingt, weil sie auf diese Weise herausfordernd sein wollen. Das Ziel muss sein, dass ein Kontakt zu den Herzen entsteht, der dazu führt, dass man mit ihnen arbeiten kann. Hier muss man einen Unterschied zwischen schwachen Geschöpfen und frechen Anführern machen.
Dass die Kleidung geziemend sein soll, soll in der Verkündigung nicht fehlen, aber alle Verkündigung in diese Richtung sollte nicht eng sein und in erster Linie von den Vätern in Christus vorgenommen werden. Diese werden keine Richtlinien danach aufstellen, wie es früher war. Unsere Aufgabe ist es, Gottes Wort zu verkündigen, ohne alles Mögliche mit Beispielen zu versehen, und es dann den einzelnen zu überlassen, herauszufinden, was dieses für sie selbst bedeutet. Gehe in solchen Angelegenheiten vorsichtig vor, sodass du nicht mehr Unruhe als Hilfe schaffst.
„Desgleichen, dass die Frauen in schicklicher Kleidung sich schmücken mit Anstand und Zucht, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarem Gewand, sondern, wie sich’s ziemt für Frauen, die ihre Frömmigkeit bekunden wollen, mit guten Werken.” 1. Tim. 2, 9-10.
„Euer Schmuck soll nicht äußerlich sein wie Haarflechten, goldene Ketten oder prächtige Kleider, sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes: das ist köstlich vor Gott. Denn so haben sich vorzeiten auch die heiligen Frauen geschmückt, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren Männern unterordneten.” 1. Petr. 3, 3-5. Die Betonung muss auf dem inneren Schmuck liegen und unsere Verkündigung soll ein Verlangen wecken, diesen zu suchen.
Wir sollen niemandem zu nahe treten. Benütze nicht das Rednerpult, um einige wenige Ausnahmen bloß zu stellen, wenn es nötig ist, die Unordentlichen zurechtzuweisen. In den Versammlungen reden wir zu den Ordentlichen. Die Unordentlichen müssen unter vier Augen ermahnt werden. Ziehe solche Verhältnisse nicht in die Verkündigung hinein. Es kann schwierige Jugendliche geben, die sich jemand vom Rednerpult aus vorknöpft. Aber so soll man in den Versammlungen nicht arbeiten. Das macht die ganze Sache nur noch schwieriger. Man kann auch nicht die Arbeit mit den unbekehrten Jugendlichen in jene Arbeit einbeziehen, die mit den Jugendlichen getan wird, die in der Gemeinde sind. Dadurch entsteht leicht eine Befleckung. So eine Arbeit muss man eher gesondert und unter vier Augen tun.
Ein spezielles Gebiet, wenn es um äußere Dinge geht, ist das, worüber Paulus schreibt, dass eine Frau zu gewissen Anlässen ihr Haupt bedecken soll. Paulus schreibt so: „Eine Frau aber, die betet oder prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt; denn es ist gerade so, als wäre sie geschoren. Will sie sich nicht bedecken, so soll sie sich doch das Haar abschneiden lassen! Weil es aber für die Frau eine Schande ist, dass sie das Haar abgeschnitten hat oder geschoren ist, soll sie das Haupt bedecken. Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, denn er ist Gottes Bild und Abglanz; die Frau aber ist des Mannes Abglanz. Denn der Mann ist nicht von der Frau, sondern die Frau von dem Mann. Und der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen. Darum soll die Frau eine Macht (norw.: ein Zeichen der Untergebenheit) auf dem Haupt haben um der Engel willen. Doch in dem Herrn ist weder die Frau etwas ohne den Mann noch der Mann etwas ohne die Frau; denn wie die Frau von dem Mann, so kommt auch der Mann durch die Frau; aber alles von Gott. Urteilt bei euch selbst, ob es sich ziemt, dass eine Frau unbedeckt vor Gott betet. Lehrt euch nicht auch die Natur, dass es für einen Mann eine Unehre ist, wenn er langes Haar trägt, aber für eine Frau eine Ehre, wenn sie langes Haar hat? Das Haar ist ihr als Schleier gegeben.” 1. Kor. 11, 5-16.
Nur in sehr wenigen Fällen gibt die Schrift Anweisungen bezüglich äußeren Dingen. Das mit der Kopfdeckung ist eine dieser Ausnahmen. Paulus schreibt, dass jede Frau ihr Haupt bedecken soll, wenn sie prophetisch redet. Gleichermaßen fragt er die Korinther: „Ziemt es sich, dass eine Frau unbedeckt vor Gott betet?” Wir wollen keinesfalls über das hinausgehen, was Gottes Wort sagt. Wenn wir uns zu den Versammlungen und der gewöhnlichen Erbauung in der Gemeinde treffen, sollen die Schwestern diese Worte von Paulus befolgen und bereit sein, so zu dienen, wie der Heilige Geist in ihnen wirkt. Etwas anderes ist es zum Beispiel bei einem Jubiläumsfest oder ähnlichem. Es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass die Schwestern bei so einer Gelegenheit etwas anderes als ein persönliches Zeugnis ablegen wollen, und es wäre deshalb auch unnatürlich, zu „fordern”, dass sie in einem solchen Zusammenhang eine Kopfbedeckung tragen sollten. Darum sollen wir es gottesfürchtigen Frauen überlassen, selbst herauszufinden, was bei den verschiedenen Gelegenheiten für sie passt und sie sollen unter anderem selbst beurteilen, ob sie prophetisch reden oder nicht.
„Darum soll die Frau eine Macht auf dem Haupt haben um der Engel willen”, schreibt Paulus. Die Engel begehren, die Erlösung zu schauen, die im Inneren derer vor sich geht, die in den Jüngerbund eingetreten sind, aber dieses innere Leben ist verborgen für sie. 1. Petr. 1, 12. Wenn sie eine Frau sehen, die ihr Haupt bedeckt hat, sehen sie, dass es eine Frau ist, die ein Verlangen nach Gottesfurcht hat und diese Person kommt unter den Schutz der Engel. Die Engel sind allesamt dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil ererben sollen. Hebr. 1, 14.
Sieht man etwas im Äußeren, das nicht so gut ist, dann betrifft es immer einige wenige. Manche übertreiben und lügen und verallgemeinern aufgrund von einem oder einiger weniger Beispiele. Die paar, die sich sehr herausfordernd kleiden, sollen von älteren Schwestern ermahnt werden, d.h. von reifen Schwestern, die selbst Jugendliche im Haus und eine Liebe zu ihnen haben. Mach keine gewaltige Sache aus ein oder zwei Ausnahmen. Es kann sogar sein, dass die, die sich über das ärgern und sehr daran aufhalten, was andere tun, eine viel schlechtere Reinheit des Herzens haben als die, die sich etwas ungebührlich kleiden.
„Eine Frau soll nicht Männersachen tragen, und ein Mann soll nicht Frauenkleider anziehen; denn wer das tut, der ist dem Herrn, deinem Gott, ein Gräuel.” 5. Mos. 22, 5. Viele haben diesen Vers sehr buchstäblich gebraucht und gedacht, dass hier gemeint sei, dass es dem Herrn ein Gräuel ist, wenn die Schwestern Hosen tragen. Dieser Vers redet aber von Transvestiten – also von solchen, die eine Neigung haben, sich die Kleider des anderen Geschlechts anzuziehen. Das ist ein Gräuel für Gott und oft folgen mit solchen Menschen unheimliche Geistesmächte. Die Gottesfurcht und der Anstand liegen nicht in den Kleidungsstücken selbst. Eine Frau in einem schlechten Geist ist ja auch dann unanständig, wenn sie einen Rock trägt.
Heute nehmen Frauen viel häufiger an Freizeitaktivitäten teil als früher. Selbstverständlich müssen sie sich entsprechend der Aktivität kleiden, die sie ausüben. Viele haben ein schwaches Gewissen, was das betrifft. Gott wird zu den wahren Töchtern Saras reden, wie sie sich in Bezug auf Kleidung und Frisuren verhalten sollen. Wir glauben doch wohl, dass Gott zu den Schwestern redet? Sie haben Freiheit, sich zu kleiden und zu benehmen, wie Gott in ihnen wirkt. Diese Freiheit und diesen Respekt sollen sie auch von den Dienern des Herrn spüren!
Glaubt man nicht an Sieg über Sünde, muss man das Rad der Zeit zurückdrehen und alles unter strenge Gebote und Regeln stellen. Die Fundamentalisten haben in mehreren Ländern starke politische Macht, aber sie kommen nicht zu Christi Leben. Viele treiben es so weit, dass sie selbst zum Gespött für die Menschen werden und sich lächerlich machen. „Wenn die Welt uns verspottet, lass’ sie aufgrund unserer Gottesfurcht spotten und nicht wegen unserer Dummheiten”, schrieb Johan O. Smith. Mit dieser Schmach können wir gut leben.
Als mir Bruder Sigurd Bratlie den Aposteldienst übertrug, fragte ich ihn: „Willst du, dass ich auf etwas Spezielles achten soll, das nicht klar in Gottes Wort geschrieben steht, so musst du es mir jetzt sagen, denn sonst werde ich nur Gottes Wort verkündigen.” Er überlegte und sagte: „Wir sollen uns nicht speziell mit Äußerlichkeiten abgeben. Ihr müsst in den Gegebenheiten eurer Zeit selbst hören und finden, aber wir sollen unter denen sein, die aufhalten.”
