Hirte und Prophet

- Sage diesem jungen Mann

Hirte und Prophet

Sage diesem jungen Mann

„Und ich hob meine Augen auf und sah, und siehe, ein Mann hatte eine Mess­schnur in der Hand. Und ich sprach: Wo gehst du hin? Er sprach zu mir: Jerusalem auszumessen und zu sehen, wie lang und breit es werden soll.” Sach. 2, 5-6.

Gott will nicht, dass wir auf menschliche Weise unsere Messschnur an die Gemeinde legen. Wenn wir Gottes Werk verstehen wollen, müssen wir in das Wesen der Liebe hineindringen. Eph. 3, 18-19.

„Und sprach zu ihm: Lauf hin und sage diesem jungen Mann: Jerusalem soll ohne Mauern bewohnt werden wegen der großen Menge der Menschen und des Viehs, die darin sein wird. Doch ich will, spricht der Herr, eine feurige Mauer rings um sie her sein und will mich herrlich darin erweisen.” Sach. 2, 8-9.

Der Herr selbst hat Jerusalem zu seiner heiligen Wohnung auserwählt. „Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr.” V.14.

„Das soll aber das Gesetz des Tempels sein: auf der Höhe des Berges soll sein ganzes Gebiet ringsum hochheilig sein. Siehe, das ist das Gesetz des Tempels.” Hes. 43, 12.

Paulus schrieb an Timotheus, damit er wisse, wie er sich im Hause Gottes verhalten sollte, das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit. 1. Tim. 3, 15. Wir sehen daran, dass die Ge­meinde Gottes Haus ist, das geistliche Jerusalem. Deshalb müssen wir auch verstehen, dass unser Gebiet dort hochheilig ist. Da passt es nicht, dass man etwas aus Neigung oder von sich aus tut. Paulus ermahnt zu „aller Demut und Sanftmut, … Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe.” Eph. 4, 2.

In Hes. 1, 8 lesen wir von den Gestalten, dass sie Menschenhände unter ihren Flügeln verbargen. Auch wir dürfen unsere Hände nicht nach etwas von dieser Erde ausstrecken oder sie nach unserem menschlichen Verstand benüt­zen. Es ist gut, wenn unsere Hände unter den Flügeln verborgen bleiben, bis Gott wirkt. Selbst Jesus konnte nichts von sich selber tun. Er war von den Wirkungen des Vaters in seinem Inneren abhängig. Keine menschliche Macht und Kraft kann etwas Göttliches ausrichten. Nur wenn der Herr uns salbt und Ströme seines Geistes gibt, kommen Gnade und Wahrheit zur Erbauung des Leibes Christi hervor.

Das Schwert soll kommen über ihre Schwätzer! Jer. 50, 36. Es sind diese Schwätzer, die Unruhe schaffen. Sie haben kein Wort Gottes, das sie in der Gemeinde zur Erbauung bringen könnten, doch schwätzen, richten und kriti­sieren sie.

Wenn uns hingegen der Geist des Herrn durchströmt und sein Wort auf unserer Zunge ist, dann können wir heilige Hände erheben - zum Nutzen und zur Erbauung der Gemeinde.

Wo der Geist des Herrn hervorquillt, wirkt der Eifer anspornend. Was wir sagen und tun, weckt in den Menschen ein Sehnen nach der Ewigkeit, sie fühlen sich von den Kräften in Gott angezogen.

Es gibt auch einen Eifer, der nicht von Gott ist. Das ist fremdes Feuer, und wir wissen, dass dieses Gott nicht gefällt. Das sehen wir am Bericht über Arons Söhne Nadab und Abihu, die fremdes Feuer in das Heiligtum hinein­trugen. Sie starben vor dem Angesicht des Herrn. 3. Mos. 10, 1-2.

„Desgleichen ermahne die jungen Männer, dass sie besonnen seien in allen Dingen. Dich selbst aber mache zum Vorbild guter Werke, mit unverfälschter Lehre, mit Ehrbarkeit, mit heilsamem und untadeligem Wort, damit der Wi­dersacher beschämt werde und nichts Böses habe, das er uns nachsagen kann.” Tit. 2, 6–8. Wir sehen, dass Paulus die jungen Männer ermahnt, innerhalb ihres Bereiches alles in die rechte Ordnung zu bringen. Das fördert das Ver­trauen und gibt Kraft zum Dienst.

„Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?” 1. Kor. 6, 19. Wenn ich über mein Maß des Glaubens hinausgehe, dann kann der heilige Geist meinen Dienst nicht bestätigen und ich missbrauche die Freiheit in der Gemeinde dazu, meinem Fleische Raum zu geben. Solch ein Dienst ist nicht zur Erbauung! Gott wird durch einen derartigen Dienst auch nicht geehrt, weil der Dienende es nicht aus der Kraft tut, die Gott gewährt.

Wenn Stürme über die Gemeinde kommen, werden die Echten offenbar. Sie sind still und ruhig in allem guten Werk herangewachsen. Solche bekommen teil an aller geistlichen Weisheit und Einsicht und können gestärkt werden mit aller Kraft durch seine herrliche Macht zu aller Geduld und Langmut. Kol. 1, 9-11.

Durch solche Diener wird ein Reichtum an aufrichtiger Liebe offenbart.

2. Kor. 8, 2 (norw. Übers.). Diese Liebe dient der Gemeinde zum Nutzen, zur Hilfe und Erbauung.