Hirte und Prophet

- Wahre Erweckung

Hirte und Prophet

Wahre Erweckung

Alle wahre Erweckung entsteht durch die zermalmende Wirkung von Got­tes Wort in unserem Inneren. Gottes Wort, verkündigt von Männern des Geis­tes in der Kraft des Wortes, ist wie ein Hammer, der Felsen zerbricht. Jer. 23, 29. Es bewirkt Sündennot und ein Verlangen nach tieferer Erlösung.

Es steht nicht in menschlicher Macht, Erweckung hervorzurufen. Sie wird vom Himmel entfacht. Jesus sagte: „Ich bin gekommen, ein Feuer anzuzün­den auf Erden; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte!” Luk. 12, 49. Dies geschah zum ersten Mal zu Pfingsten, und seitdem ist es von Generation zu Generation geschehen. Es begann am Tag des Pfingstfestes und pflanzte sich durch die Apostel weiter fort. Diese Erweckung wurde auch in Johan O. Smiths Leben und Dienst sichtbar.

Die Gemeinde ist nie eine Kirchengemeinschaft gewesen, sondern eine Bewegung in Erweckung – getrieben und entfacht vom Geist der Wahrheit und den Wirkungen von Gottes Wort in unserem Innern. Von den ersten An­fängen bis heute haben treue Geschwister dieses Feuer des Herrn in ihrem Innern gehabt.

Das Jahr 1991 wird in der Geschichte der Gemeinde immer ein denkwürdi­ges Jahr bleiben. Es zeigte sich, dass einige unter uns waren, die nicht von uns waren; böse Menschen und Betrüger, die verführen und verführt werden. So wie Jannes und Jambres Mose widerstanden, haben auch diese der Wahrheit und den Ältesten der Gemeinde widerstanden. All dies bewirkte bei den Ge­schwistern einen großen Ernst und ein Verlangen nach Erlösung. Dadurch reifte die Erweckung heran. Diese Erweckung, nach der wir uns gesehnt und um die wir Gott gebeten hatten, kam mit Kraft über uns; das führte dazu, dass viele in ihrer Not zu Gott um Hilfe schrieen, um über die Sünde siegen zu können. Das Ganze ist Gottes unendliche Güte der Gemeinde gegenüber.

Viele wurden erweckt und überprüften ihr bisheriges Leben. Daraus ent­standen Gebetsstunden mit zahllosen Notschreien zu Gott, was an vielen Or­ten immer mehr zunahm. Die Gerüchte von der Erweckung verbreiteten sich ringsumher in der Welt, und die Erwartungen an die Neujahrskonferenz wa­ren groß. Die Neujahrskonferenz 1991/1992 kam mit einer gewaltigen Erwe­ckung, die sich rings um die Welt auszubreiten begann. Das Ganze übersteigt jegliche Beschreibung! Wir loben Gott für das, was in unserer Mitte gesche­hen ist!

Lies die letzte Seite in „Der Neue Bund und das Geheimnis der Gesetzlosigkeit” von Sigurd Bratlie: „Denk nur, wenn jetzt in dieser letzten Zeit eine Erweckung entstehen könnte, und zwar dazu, dass auch wir Jesus auf dem schmalen Wege zum Leben nachfolgen müssen. Sonst kommen wir nicht dahin, dass wir in den Fußstapfen dessen nachfolgen sollen, der keine Sünde getan hat. 1. Petr. 2, 21-24. Eine Erweckung dazu, dass wir mit ihm sterben müssen, um mit ihm zu leben, so dass all diese Zauberei – dieser Betrug – aufgedeckt werden könnte, bevor Jesus kommt. Dann würden die Gläubigen wie vorzeiten in die Kraft aus der Höhe gekleidet werden, und alle Untüchtigkeit im Glauben würde verschwinden. 2. Tim. 3, 8. Wenn unsere Tüchtigkeit von Gott ist, dann sind wir tüchtig, und zwar zu allem guten Werk und zu aller guten Rede.”

Trotz all diesem Guten gab es leider einige, die nicht verstanden, was Gott in unserer Mitte tat. Einzelne stellten sich sogar von Anfang an der Erwe­ckung und ihren Werkzeugen entgegen. Sie verloren daraufhin Vertrauen in ihren Gemeinden. All das lässt sich auf Mangel an Demut zurückführen.

Man hätte zu den Hirten, denen man von Gott untergeordnet war, Vertrauen haben sollen - Hirten, von denen man Speise bekommen hatte und von denen man ermahnt worden war. Aber durch Gottes unsagbar große Gnade haben sich mehrere dieser Menschen bekehrt und sind heute wirksame Glieder unter uns zu Gottes Ehre. Dafür preisen wir Gott! Andere haben uns leider verlas­sen und sind unsere Gegner geworden.

Es gab auch andere Geschwister an verschiedenen Orten, die das Gefühl hatten, dass die Erweckung in ihrer Heimatgemeinde nicht richtig zum Durch­bruch kam. Dies war in einzelnen Fällen richtig, in anderen Fällen aber nicht. Man wies gerne darauf hin, wie die Erweckung begann und wie „die Jüngeren die Älteren von der Bahn fegten.” Dieser Hinweis und dieses Bild sind voll­kommen falsch! Es ist ja richtig, dass offenbar wurde, dass manche die Wahr­heit nicht liebten und der Bruderschaft widerstanden, aber nicht die Jüngeren haben diesen Kampf geführt. Hingegen erlebten wir unsere Ältesten, insbesondere Br. Bratlie, wie sie gut zu den Einzelnen waren, geduldig, barm­herzig, nachsichtig und versöhnlich – und das widerspenstigen Menschen gegenüber. Das ist geistliche Stärke! So arbeiten Brüder, die vom Heiligen Geist getrieben werden! Der Einzelne bekam reichlich Gelegenheit, sich zu bekehren, aber Gott gab nicht allen Gnade. Solche verhärteten sich und ver­ließen die Gemeinde trotz der Geduld und Fürsorge der Brüder.

Wahre Erweckung bedeutet, in einer lebendigen Verbindung mit Gott zu sein, sich in allen Lebenssituationen gegenüber den Wirkungen des Vaters in unserem Innern fügsam zu zeigen. Diese innere Wirksamkeit des Geistes ist eine Wirksamkeit in Gottes gewaltiger Kraft. Eph. 1, 19. Die gleichen Kräfte, die Jesus von den Toten auferstehen ließen, wirken ebenso gewaltig in uns. Das verleiht uns Macht über Satan, und wir werden dazu befähigt, zu dienen und unser Leben zu geben.

Wahre Erweckung bedeutet, für den Dienst im neuen Wesen des Geistes wach zu bleiben. Dort werden wir selbst geopfert, während wir am Altar die­nen. Unser Verlangen ist dann nicht, Glück und Wohlbehagen zu empfinden, sondern ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen. So finden wir zu einem verborgenen Leben mit Christus in Gott. Und Gott, der in das Verborgene sieht, wird es uns öffentlich vergelten. Dann wird man zum Werk des Diens­tes eingesetzt. Dies wird ein gesalbter Dienst, Gott und den Menschen wohl­gefällig. Luk. 2, 52.

Nach einer Erweckung bestand schon immer die Gefahr und eine Tendenz, dass viele der Erweckten wieder in die menschliche und natürliche Weise, Gott zu dienen, zurück fallen: in das alte Wesen des Buchstabens. Man macht dann gerne in der äußeren Form der Erweckung weiter, ohne dass man seinen Geist durch das Kreuz von der Verbindung mit dem Fleisch getrennt hat. Das ist dann so, als wenn man neuen Wein in alte Schläuche füllte. Wer im alten Wesen des Buchstabens weiterlebt, erfährt kein Wachstum in den Tugenden und wird in die Heuchelei der Pharisäer abgleiten. Dann entstehen Parteien, Unruhe und Spaltungen. Man geht über das, was geschrieben steht, hinaus und wird aufgeblasen -für den einen und gegen den anderen. 1. Kor. 4, 6.

Das wird menschlich, und dann bringt man die Menschenherzen nicht dazu, Gott zu lieben, sondern diejenigen, die einem selbst und den Angehörigen hel­fen können, Ansehen in der Gemeinde zu bekommen. Solche, die die Erwe­ckung nutzen, um das Ihre zu suchen, werden in Gottes lebendiger Versamm­lung nie als Diener bestehen können. Gott wird dafür sorgen, dass solche offen­bar werden. Das zeigt die Geschichte der Gemeinde mit aller Deutlichkeit. „Bin ich also euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sage? Sie eifern um euch nicht in edler Weise, sondern wollen euch von uns trennen, damit ihr um sie eifert. Eifern ist gut, wenn es für das Gute geschieht, und zwar allezeit, nicht nur in meiner Gegenwart bei euch.” Gal. 4, 16-18 (Schlachter Übers.). „Wenn ich noch Menschen gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht.” Kap. 1, 10.

Dies müssen wir ernst nehmen, so dass wir in Gottes vertrautem Rat stehen und unsere Speise von Gott bekommen. Dann werden wir mit Gottes Wort dienen können in der Kraft, die Gott gibt (nicht in der Kraft, die Menschen geben), so dass die Erweckung in unserem Leben weiterhin in Kraft und Gna­de zunehmen kann – zur Erbauung der Gemeinde.