Hirte und Prophet

- Erweckung liegt in der Luft

Hirte und Prophet

Erweckung liegt in der Luft

Ein großer Teil der Gemeinde und nahezu die ganze Jugend hatten so rich­tig genug von diesem Spektakel. Außerdem hatten sie mit ihren eigenen Augen gesehen, was Christentum nicht war. Die zwei verschiedenen Geistes­richtungen, die im Kontrast zur Gemeinde standen, waren kräftig beleuchtet worden und ein historischer Anschauungsunterrricht hatte ihrer Entwicklung ein Ende gesetzt.

Im Herbst 1990 und im Frühjahr 1991 gab es in Oslo viele Jugendliche, die in Not und Verzweiflung waren über das, was sie wie einen Verrat an der Gemeinde erlebten. Im Winter 1990/91 wurden unter der Regie der Jugend eine Reihe Bibelstunden und Gebetsstunden durchgeführt, bei denen viele Jugendliche zu einem Durchbruch kamen. Auf vielerlei Weise kann man sa­gen, dass auf der einen Seite die Jugend zusammen mit den Allerältesten stand und auf der anderen Seite viele von denen, die in meinem Alter waren.

Am Samstag, den 15. Juni 1991, war in Oslo eine Jugendkonferenz, an der auch andere Jugendgruppen aus Ostnorwegen teilnahmen. Diese Konferenz wurde von mir geleitet und es war ein sehr starker Erweckungsgeist zugegen. Gleichzeitig befanden sich unter den Zuhörern viele Gegner dieses Geistes. Es war unverkennbar, dass die Jugendlichen im heiligen Geist geeint zusam­menhielten und mit den Allerältesten in der Gemeinde eins waren. Viele von den Gegnern versuchten ja auch ihre Kinder zu beeinflussen, und dies schuf eine große Not nach einer persönlichen Verbindung mit Christus.

Die Sommerkonferenz in Brunstad setzte im gleichen Geist fort, und es gab eine ständig wachsende Not unter den Jugendlichen, dass Gott in seiner All­macht eingreifen möge. Diese Not breitete sich während dieses Herbstes mehr und mehr über die Gemeinden aus.

Im September 1991 organisierte die Jugend aus Oslo einen Jugendausflug nach Torsteinslåtta, und Bernt Stadven war eingeladen mitzukommen. Das Besondere daran war, dass auch mein Onkel Aksel J. Smith zusammen mit seinem Schwiegersohn Sigurd Olsen und Sverre L. Riksfjord an diesem Wo­chenende in Torsteinslåtta war, um sich für ein paar Tage zu erholen. Darüber hinaus waren noch andere Jugendliche dabei, die darum gebeten hatten, an diesem Ausflug teilzunehmen zu dürfen, denn man konnte merken, dass die Osloer Jugendschar in etwas ganz neues hineingekommen war.

Der Ausflug wurde damit zu einem Jugendtreffen in Torsteinslåtta mit Aksel J. Smith als unerwartetem „Gast” – und hier, wo keine Gegner anwesend waren, und mit Aksel J. Smith in ihrer Mitte, bekam die Not der Jugend freien Lauf. Man begann für- und miteinander zu beten und nach und nach bildeten sich kleinere Gebetsgruppen oder Gebetskreise. Eine heftige und historische Er­weckung bekam ihren endgültigen Durchbruch, und dieses Zusammensein war der Anfang eines Erwachens, das sich bis in alle Winkel der Welt ausbrei­tete. Tausende erlebten einen Neuanfang und die Gemeinde wird danach nie wieder dieselbe werden.

Im September 1991 setzte Sigurd Bratlie mich als weiteren Gemeindeleiter in Oslo ein, und ich sollte auf gleicher Ebene wie er selbst und Bernt Stadven in den Zeitungsannoncen, mit denen auf die Versammlungen hingewiesen wurde, genannt werden. Bekkevold hatte sich selbst ganz ins Abseits gestellt. Ich habe noch nie einen Menschen gesehen, der so große Gnade bekommen hat und dem soviel Langmut erzeigt wurde wie Olaf Bekkevold. Es war auf jeden Fall nicht Sigurd Bratlies Güte, die ihn zerstörte, sondern seine eigene Widerspenstigkeit.