Kassette einer Versammlung in Drøbak
Im August 1989 geschah etwas Unglaubliches. Ein junger Bruder aus Drøbak suchte mich privat auf. Er war ein Einwanderer aus Tunis mit muslimischem Hintergrund. Er hatte früher ein paar Jahre in Oslo gewohnt, war aber nach Drøbak umgezogen und ging nun dort zur Versammlung. Er meinte, die Verkündigung von Ole Kristiansen sei nicht so, wie er sie bei Sigurd Bratlie in Oslo erlebt hatte und brachte mir eine Kassette mit einer Rede von Ole Kristiansen.
Es gehört auch zur Geschichte, dass ich während einer Sommerkonferenz in Holland mit Ole Kristiansen und seiner Frau beim Mittagessen zusammen saß. Plötzlich, wie durch eine Eingebung, sagte ich zu Ole Kristiansen: „Du, Ole, am Tag des Gerichts wirst du etwas zu verantworten haben.”
Die Worte benötigten eine Erklärung und als Kristiansen darum bat, gab ich ihm folgende Ermahnung: „Ihr von der Gemeinde in Dröbak kommt nie zu Bratlies Bibelstunden nach Oslo. Sigurd Bratlie ist einer der größten Apostel unserer Zeit, und seine Unterweisung hat große Bedeutung für den Einzelnen. Es ist eine Verantwortung, sich von diesen Versammlungen fernzuhalten. Man sollte selbst dorthin fahren, und die, deren Hirte man ist, sollte man auch dazu ermuntern.”
Kurze Zeit, nachdem ich die Rede von Ole Kristiansen auf der Kassette gehört hatte, fuhr ich anstatt nach Oslo zur Versammlung nach Dröbak. Ich hatte außerdem von uns zu Hause in Kråkstad eine kürzere Fahrstrecke dorthin als nach Ryenstubben in Oslo. Kristiansen hatte mich nach unserem Gespräch in Holland auch aufgefordert, die Versammlungen in Dröbak zu besuchen.
Ich kam dann dort an, nachdem die Versammlung schon begonnen hatte und hörte Ole Kristiansen am Mikrophon davon reden, dass es unter uns zu wenig Freude gibt. Als Ole Kristiansen sah, dass ich kam, forderte er mich auf fortzufahren, nachdem er fertig wäre. Ich redete über den Kampf des Glaubens, in dem wir stehen müssen. Da erhoben sich einige seiner Töchter von ihren Plätzen und verließen den Saal, während sie halblaut sagten: „Wir können so eine Rede nicht ausstehen”.
Ole Kristiansen hatte sich mit den Jahren von der Verkündigung entfernt, in der es um einen Kampf des Glaubens geht. Man sollte sich in der Erlösung freuen und fröhlich sein, während die Bedingungen in aller Stille übergangen wurden. Kräftig unterstützt durch einzelne von seinenen Kinder, wurde sein Evangelium mehr und mehr „frei von Geboten”, während er darum eiferte, die Versammlung auf gefühlsmäßige Höhen zu führen.
