Hirte und Prophet

Widerstand gegen die Gemeinde

Hirte und Prophet

Widerstand gegen die Gemeinde

Das Recht, anders zu denken, das Recht der freien Meinungsäußerung und die Religionsfreiheit sind in unserem Grundgesetz verankert, ein Grundge­setz, auf das wir mit Recht stolz sind. Dennoch wurden diese grundlegenden Rechte ständig mit Füßen getreten. Nicht zuletzt hat hier die lutheranische Geistlichkeit in Norwegen grobe Übergriffe verübt.

Hans Nielsen Hauge (1771 – 1824) war eine wohlbekannte Persönlichkeit in unserem Land. Sein Wirken und Wandel in ganz Norwegen waren zum großen Segen für das Land. Er war gottesfürchtig und fleißig und ermahnte die Menschen zu einem einfachen Leben im Gehorsam gegenüber Gottes Wort. Viele Menschen bekehrten sich und bekamen Hoffnung und Glauben in ihr Leben. Man sollte annehmen, dass die religiösen Leiter der damaligen Zeit für eine solche Wirksamkeit dankbar gewesen wären. Aber was geschah? Hans Nielsen Hauge begegnete großem Widerstand von Pfarrern und Amtleuten, wurde eingesperrt, und in der Festung Akershus wurde seine Gesundheit rui­niert. Diese Geschichte dürfte den meisten bekannt sein.

Dass die norwegische Kirche im Nachhinein Hans Nielsen Hauge als einen Reformator und Erneuerer des christlichen Lebens in Norwegen anerkannt hat, ist wohl auch nicht unbekannt. Das Ganze erinnert an eine Parodie, die auch Jesus zu seiner Zeit kräftig an den Pranger stellte, als er die damaligen geistlichen Autoritäten rügte:

„Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Prophe­ten Grabmäler baut und die Gräber der Gerechten schmückt und sprecht: Hät­ten wir zu Zeiten unserer Väter gelebt, so wären wir nicht mit ihnen schuldig geworden am Blut der Propheten! Damit bezeugt ihr von euch selbst, dass ihr Kinder derer seid, die die Propheten getötet haben. Wohlan, macht auch ihr das Maß eurer Väter voll! Ihr Schlangen, ihr Otternbrut! Wie wollt ihr der höllischen Verdammnis entrinnen? Darum: siehe, ich sende zu euch Prophe­ten und Weise und Schriftgelehrte; und von ihnen werdet ihr einige töten und kreuzigen, und einige werdet ihr geißeln in euren Synagogen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zur andern, damit über euch komme all das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut des gerechten Abel an bis auf das Blut des Secharja, des Sohnes Berechjas, den ihr getötet habt zwischen Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch: Das alles wird über dieses Ge­schlecht kommen.” Matth. 23, 29-36.

Vor über 100 Jahren spürte auch Johan O. Smith ein Verlangen nach einer ganzherzigen Bekehrung in seinem Herzen. Als 27-jähriger Marineoffizier aus Horten verspürte er, wie leer das Leben war, das er damals lebte. Dort, an Bord des Marinefahrzeugs, beugte er sein Herz vor Gott. Von dem Tage an begann für ihn ein ganz neues Leben, das langsam aber sicher zu der Entwick­lung dessen führte, was heute eine lebenskräftige Gemeinde in unserem Land und in großen Teilen der Welt darstellt. Das Verständnis, das er frühzeitig bekam, ist seither als ein Grundstein in der Verkündigung der Gemeinde be­wahrt geblieben, nämlich, dass Gottes Wort gelebt und getan werden soll, genau so, wie Jesus selbst lehrte.

„Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Was­ser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet. Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein und sein Fall war groß.” Matth. 7, 24-27.

Seine Gottesfurcht wurde den damaligen religiösen Leitern lästig. Fast überall gab es Widerstand. Johan O. Smith war treu gegenüber Gottes Wort, und das gab ihm eine Kraft und Vollmacht, welche die der anderen Leiter seiner Zeit weit übertraf. Missgunst und Verärgerung wuchsen, und bald wa­ren die verhassten „Smiths Freunde” im ganzen Land in Verruf. Angesehene Theologen schrieben Bücher über uns, ohne jemals auch nur versucht zu haben, sich mit dem auseinander zu setzen, wofür wir stehen. Anstatt die Wahr­heit zu unterstützen, halfen sie mit, Lügen und Unwahrheiten zu verbreiten. Seit über 100 Jahren haben sie uns verfolgt und verleumdet. Warum?

Historisch gesehen brauchen wir uns nicht zu verteidigen. Für die aller­meisten ist es heute klar, dass wir Recht haben und sie sich geirrt haben. Die Verkündigung und Gottesfurcht von Johan O. Smith haben sich langsam aber sicher zu einem weltumspannenden Netzwerk aus gläubigen Menschen ent­wickelt, die ihren Gott und ihre Mitmenschen lieben. Es ist überaus verwun­derlich, dass Menschen, die ein gottesfürchtiges Leben führen wollen, von solchen schikaniert werden, die sich selbst für Verwalter von Christi Leben und Lehre halten. Der Grund dafür liegt selbstverständlich darin, dass die Leiter der norwegischen Kirche so wenig geistliche Kraft haben, dass sie sich weitgehend der Aufgabe entzogen haben, die sie dadurch zu erfüllen gehabt hätten, dass sie das Gebot unbefleckt und untadelig hielten. Anstatt als ein Licht in der Finsternis der Zeit festzustehen, sind sie ständig ausgewichen und haben dem weltlichen Druck nachgegeben. Das Christentum, das sie ver­fechten, ist ganz weltlich und hat all seine Glaubwürdigkeit verloren.

Pfarrer dieser Kirche haben bei mehreren Gelegenheiten verweigert, dass wir unsere Geschwister in geweihter Erde begraben. Gottesfürchtige Men­schen, ja, sogar Kinder wurden vom „Haus des Herrn” abgewiesen und muss­ten aufgrund der Einstellung des Pfarrers in Regen und Unwetter draußen stehen. Das ist eine Kirche, an die wir durch alle Jahre hindurch Kirchensteu­er bezahlt haben! Ihre Leiter sind so egozentrisch und aufgeblasen, dass selbst die katholische Kirche als eine Sekte betrachtet wird. Unser Herr hat sich wohl alleine der norwegischen Staatskirche angenommen? Na, ich danke! Das Glaubensbekenntnis der Kirche ist in Wirklichkeit ein Unglaubens­bekenntnis, bei dem die Sündenvergebung zu einer Sündenerlaubnis gewor­den ist! Man hat sich so weit von Gottes Wort entfernt, dass die Schrift sol­ches „Christentum” mit Recht Antichrist nennt - die Geistesrichtung, die der Gemeinde Christi und allem wahren Gottesleben widersteht.

„Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn ich bin von Gott ausgegangen und komme von ihm; denn ich bin nicht von selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum versteht ihr denn meine Spra­che nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt! Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.” Joh. 8, 42-44.

Es ist verwunderlich, dass Menschen, die uns etwas näher kennen lernen, oft sagen: „Ist es wirklich so bei euch?” Sie sind überrascht. Ihre vielen Vorur­teile stimmen nicht. Was sie früher hörten, waren Lügen! Wer hat ihnen diese Lügen erzählt? Diese Lügen kommen hauptsächlich von den so genannten religiösen Persönlichkeiten und Leitern!