Das Reich der Kindheit
Zunächst möchte ich meiner Mutter und meinem Vater dafür danken, dass ich in einem Heim aufwachsen durfte, das von lebendigem und echtem Christentum geprägt war. Neben dem eigenen Zuhause meiner Kindheit waren wir auch mit wunderbaren Geschwistern in der Nachbarschaft gesegnet, wo ich ständig denselben guten und gesegneten Geist schmecken durfte. Das ist ein so reiches und gutes Erbe, wie es in der Geschichte leider nicht vielen Menschen vergönnt ist.
Ich möchte auch meine große Dankbarkeit für Brüder wie Elias Aslaksen, Sigurd Bratlie, Aksel J. Smith und andere liebe Geschwister ausdrücken. Sie haben sehr viel für mich bedeutet, besonders in meiner Kindheit und Jugend. Ohne Zweifel bin ich eine Frucht von ihrem Leben und ihrer Verkündigung. Diese Brüder konnten trösten, Hoffnung geben und so herzlich ermahnen mit großem Ernst und Festigkeit. Die Herzlichkeit in ihrer Liebe machte es sehr leicht, das anzunehmen. Sie traten niemals in der Gestalt eines Predigers auf, sondern als Diener und Brüder. Solche Brüder sind wie Eisberge - nur ein kleiner Teil ist sichtbar über dem Wasser - der größte Teil ist verborgen. Mögen wir alle ihnen nachfolgen!
Ich kann mich daran erinnern, wie gottesfürchtige Menschen in meiner Kindheit bei uns zu Hause aus- und eingingen, und von ihrem Geist ging so ein Geruch der Liebe aus, dass es einen starken Eindruck machen musste – selbst auf eine kleine Kinderseele. Diese guten Männer und Frauen brachten mir innige Güte und Fürsorge entgegen. Sie lebten das Wort so einfach und natürlich, ohne jede Form von Größe. Sie drückten ihre Freude und Güte durch die Gegenliebe aus, die Jesus in ihren Herzen gewirkt hatte. Diese Liebe konnte ich als verhältnismäßig kleiner Junge deutlich ihrem Leben abspüren. Das machte einen unauslöschlichen Eindruck auf mich.
Ein personifiziertes und echtes Christentum beeindruckt das Gemüt eines Kindes sehr und vermittelt ihm dadurch bereits in frühen Jahren ein starkes Erlebnis des Himmelreiches; das Kind schmeckt etwas vom Himmelreich. Persönlich glaube ich, dass es schwierig ist für Kinder, die mit lebendigem Christentum aufgewachsen sind, jemals wieder davon weg zu kommen. Solche Menschen werden auf jeden Fall in ihrem Herzen so viele gute Erinnerungen haben, dass diese am Tag der Heimsuchung eine große Hilfe sein werden, zu Gottes Vaterherz zurück zu finden.
Viele solcher Kindheitserinnerungen gehören zum Reich meiner Kindheit, das in vielerlei Hinsicht auch ein Teil des Himmelreichs war.
