Einleitung
„Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; die ihr einst „nicht ein Volk” wart, nun aber „Gottes Volk” seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid.” 1. Petr. 2, 9-10.
„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinander gefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr miterbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.” Eph. 2, 19-22.
Wir verstehen, dass das Werk, das Gott in uns tun möchte, viel weit reichender ist als die Menschen gewöhnlich annehmen. Für die meisten so genannten Gläubigen ist der Gedanke an eine solche Erlösung ganz fremd. Es ist wie ein schönes Bild – ja, wie ein unerreichbares Ideal. Dass wir als Menschen mit Fleisch und Blut erlöst und geheiligt werden sollen, und dadurch eine solche Ausbildung erfahren dürfen, das liegt in dem Glauben, der einmal den Heiligen übergeben ist. Das Wort der Schrift im Neuen Testament redet unaufhörlich von einer solchen Entwicklung, von solchem Wachstum, nachdem man mit Christus versöhnt ist und seine Sünden vergeben bekam. „Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind.” Röm. 5, 10.
Wir sollen von den Sünden, für die wir Vergebung bekommen haben, also auch erlöst werden. Es liegt eine durchgreifende Erlösung für uns bereit. Jesus selbst bittet für uns, dass es gelingen soll, dass die vollkommen erlöst werden, die durch ihn zu Gott kommen. Hebr. 7, 25.
„Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe!” Phil. 4, 4-5. Die persönliche Erlösung, an der wir Anteil bekommen, soll selbstverständlich auch in unseren Lebensverhältnissen, in unseren Familien und Gemeinden offenbart werden. Die aufwachsenden Kinder und Jugendlichen verdienen, dies in ihrer allernächsten Umgebung zu erleben – zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern in der Familie und zusammen mit anderen gläubigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in ihrer Heimatgemeinde. Mit der Zeit sollten sie mit Johannes sagen können: „Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens – und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist.” 1. Joh. 1, 1-2.
Leider ist der Alltag vieler Menschen ganz anders – sie erleben nicht, dass jemand dieses Leben offenbart. Sie haben vielleicht von ihrer Kindheit an viele Worte Gottes gehört, doch wenn sie nicht die Salbung, den Segen und die Kraft im Wort des Lebens erleben durften, dann haben sie auch nicht das geistliche Erbe bekommen, das sie als Kind verdienen.
Jesus sagt selbst, dass er dazu gesalbt war, das Evangelium zu verkündigen und dass Gott ihn gesandt hatte, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn. Luk. 4, 18-19. So wirkt auch der Dienst gesalbter Brüder. Er ist frei von gesetzlichem Druck und frei von Verdammnis, frei von religiöser Oberflächlichkeit und frei von weltlicher Weisheit. Hier brauchen wir wie Paulus den Geist der Furcht. Er offenbart bei mehreren Gelegenheiten, dass er diesen in seinem Herzen hatte: „Betet … für mich, dass mir das Wort gegeben werde, wenn ich meinen Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums zu verkündigen, dessen Bote ich bin in Ketten, dass ich mit Freimut davon rede, wie ich es muss.” Eph. 6, 19-20. Für eine solche unverfälschte geistliche Speise besteht auch heute in jedem Heim und in jeder Gemeinde ein großer Bedarf. Es ist eine kräftige Reinigung nötig, damit alle andere Rede und Lehre ausgerottet werden können. Erst dann entstehen Gesundheit und Leben und der richtige Nährboden für das Leben und die Herrlichkeit Christi.
Dieses Buch wurde mit dem Gedanken daran geschrieben, solchen Menschen Wegleitung zu geben, die Not und Verlangen nach Entwicklung zu einem tieferen Leben in Christus verspüren, damit im Heim wie auch im Gemeindeleben eine Entwicklung entstehen kann, die der Braut Christi würdig ist. Es ist mein Sehnen zu sehen, dass diese gesunde, lebensfrohe und kraftvolle Lebensentwicklung in den einzelnen Gemeinden, in den einzelnen Heimen und im Leben der einzelnen nun in der Endzeit an Fahrt gewinnt.
