Aksel Smith
Ein weiterer Hauptpfeiler der Gemeinde in der ersten Zeit war Aksel Smith. Er starb 1919, nur 38 Jahre alt. Aksel Smith war der erste, der den Vorschlag machte, ein Blatt herauszugeben. Er war der Ansicht: „Es kann nicht sein, dass wir keine Möglichkeit haben, all diese herrlichen Wahrheiten - über die wir miteinander reden, wenn wir unter uns zusammen sind - auch anderen mitzuteilen. Wir müssen ein Blatt herausgeben, das Gottes Licht weiter verbreiten kann.” So wurde Aksel Smith Mitredakteur des Blattes Skjulte Skatter von dessen Beginn im Januar 1912 bis zum Januar 1919, als Gott ihn nach wohl ausgeführtem Dienst zu sich heim nahm.
Er war außergewöhnlich mild und gütig und tat den Menschen viel Gutes. Als Zahnarzt war er bemittelt und bildete die finanzielle Stütze des Blattes Skjulte Skatter, da sich das Blatt zu Beginn in keiner Weise selbst tragen konnte. Auch in vielen anderen Bereichen war er sehr wohltätig und freigiebig. Noch lange Jahre nach seinem frühzeitigen Tod gab es viele, die von seiner Großzügigkeit berichteten. Manche sagten von ihm, dass er mehr hergab als er verdiente.
Durch seine Güte war er ein bedeutungsvoller Hirte. Aufgrund seines Wirkens in Drøbak gewann er sechs Schwestern, mit denen die Gemeinde in Drøbak begann. Erst ein halbes Jahr nach seinem Tod kamen Thorolf Eriksen und Otto Baltzersen dort zur Gemeinde.
Aksel Smith starb in Triumph und Sieg. Johan O. Smith schreibt Folgendes über seinen Heimgang in „Skjulte Skatter”: Am Vormittag des 16. standen die Geschwister um sein Bett. Von der fortwährenden Schlaflosigkeit waren seine Augen halb geschlossen und beinahe gebrochen. Seine Gesichtszüge waren eingefallen und die Stimme schwach. In dieser bedrückenden Sorge bat er eine Schwester, das Lied „Rings um ganz Jerusalem stehen hohe Berge” auf dem Klavier zu spielen. Eine unbekehrte Frau lag in diesem Moment bei seinem Lager auf den Knien und suchte Erlösung in Jesus Christus. Die Geschwister weinten. Dann zeigte er nacheinander auf jeden einzelnen und gab ihm eine liebe und treffende Ermahnung. Wir alle waren sehr erstaunt darüber, wie genau er jeden kannte und wie klar seine Gedanken so nahe am Tode noch waren. Als ihn seine Frau fragte: „Was soll ich nach deinem Heimgang tun?” antwortete er: „Nimm dein Kreuz auf dich!” Eine Schwester fragte: „Wie kann ich Ihnen am besten für das danken, was Sie für mich gewesen sind?” Er sagte: „Durch Gutes tun, überall wo es gebraucht wird.”
Zu einem sagte er: „Weiche nie vom Tempel des Herrn!”, zu einem anderen: „Sei beständig im Gebet!” und zu einem Dritten: „Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; hüte die Lämmer!” Sogar kleine Buben und Mädchen wurden an sein Bett geführt. Für jeden hatte er ein Wort der Ermahnung und des Trostes, und sie gingen alle weinend von ihm.
Um die Mittagszeit desselben Tages kam der Arzt. Wieder stand eine ganze Schar um ihn. Aksel fragte: „Wie lange wird es noch dauern - ein paar Stunden?” Der Doktor sagte, es wäre wenig Hoffnung, aber die Zeit könne er nicht bestimmen. Aksel zeigte auf seine Brust und sagte: „Hier drinnen habe ich ein ewiges Leben. Ich glaube an Jesus Christus.” Dann bat er eine Schwester, das Lied „Gleich Bächen im Südlande heimwärts es geht” zu spielen. Der Arzt weinte mit uns allen. „Jesus ist hier, und die Engel umgeben mich.”, sagte Aksel. Als ich ihn fragte, ob er den Geschwistern durch Skjulte Skatter etwas mitteilen wolle, antwortete er: „Ja, nehmt die Lehren an, die zur Gottesfurcht gehören, sie halten stand!” „Soll ich die Geschwister durch das Blatt grüßen?” „Ja!”
Er war der Mann, den Gott dazu gebrauchte, die Weisheit bei seinem Bruder Johan O. Smith hervorzuziehen. Durch die Briefe und Bücher, die er schrieb, sowie auch die Artikel in „Skjulte Skatter” kam sie zum Vorschein, so dass auch wir daran teilhaben konnten. Aksel Smith hinterließ eine ganze Reihe von Büchern und Traktaten über das innere Leben und die Entwicklung darin, die für viele Menschen zur Erbauung und Stärkung wurden.
Der Friseursalon in Drøbak
Mein Vater, Helge Smith, begann 1946 in Drøbak mit einer Werkstatt. Die Stadt war klein und man kannte sich untereinander. Darum hatte es sich schnell herumgesprochen, dass neue Menschen in die Stadt gezogen waren. Vater erzählte viele Male davon, wie er damals den Friseursalon eines älteren Mannes namens Jacobsen besuchte; ich lasse ihn im Folgenden selbst von diesem Erlebnis berichten:
Als ich das erste Mal zu Jacobsen ging, um mir die Haare schneiden zu lassen, fragte er mich: „Woher kommen Sie – soviel ich weiß, sind Sie nicht von Drøbak?”
„Nein, ich bin nicht von Drøbak, ich komme aus Horten.”, antwortete ich.
„Darf ich fragen, wie Sie heißen?” meinte Jacobsen.
„Ich heiße Helge Smith.”
„Sie sind doch nicht etwa mit Aksel Smith verwandt?” fragte er.
„Doch, Aksel Smith war mein Onkel”, erwiderte ich.
„Dann möchte ich Ihnen etwas Seltsames erzählen”, sagte Jacobsen. „Ich glaube gewöhnlich nicht an übernatürliche Dinge, aber jetzt möchte ich Ihnen von etwas Übernatürlichem berichten. Ich habe mit vielen darüber gesprochen, aber niemand kann mir eine Erklärung geben.”
„Worum geht es denn bei all dem Seltsamen und Übernatürlichen, das Sie erlebt haben?” fragte ich.
„Also, in all den Jahren damals, als Aksel Smith hier in Drøbak wohnte, kam er immer zu mir, um sich die Haare schneiden zu lassen. Es war seltsam, jedes Mal wenn er den Friseursalon betrat, brauchte ich mich nie umzudrehen, um zu wissen, dass er es war, der herein kam. Ich merkte es. Außerdem wurde ich immer, wenn er kam, so froh, als ob ich das größte Los in der Lotterie gewonnen hätte. Wenn es nur einmal vorgekommen wäre, dann wäre es ja nicht der Rede wert gewesen, aber es geschah ohne Ausnahme jedes Mal, wenn er kam. Ich habe nie etwas Übernatürliches erlebt, aber dies war übernatürlich. Können Sie mir das erklären?”
„Haben Sie vom Propheten Daniel gehört?” fragte ich.
„Ja, ich habe von Daniel gehört, aber ich bin nicht bibelkundig”, entgegnete Jacobsen.
„Aufgrund seiner Gottesfurcht bekam Daniel einen hohen Geist. Obwohl König Darius zunächst von den Statthaltern und Fürsten dazu überlistet wurde, ein Schriftstück aufzusetzen mit dem Befehl, keinen anderen Menschen als den König anzubeten, fand er heraus, dass alles, was Daniel sagte, stimmte und richtig war. Das kam durch diesen hohen Geist und seine Gottesfurcht. So war es auch mit Onkel Aksel. Es war ein hoher Geist in ihm. Wenn Aksel herein kam, wurde der ganze Raum von einem Geist erfüllt, der bekannte, was für ein Mann er war - aufgrund seiner Gottesfurcht spürten Sie, wer hereinkam, ohne dass Sie ihn sehen mussten,” sagte ich zu ihm.
„Sie sind der einzige, der mir das erklären konnte, und ich glaube auch, dass Sie Recht haben”, meinte Jacobsen. „Ganz Drøbak wusste, dass er ein tief religiöser Mann war. Der Vergleich aus der Bibel, von dem Sie geredet haben, kann wohl zutreffen.”
Der Friseursalon in der Rosenkrantzstraße in Oslo
1947 musste mein Vater einmal Geld für ein paar Waren abholen, die er an einen Kunden in Oslo ausgeliefert hatte. Auf diesem Weg ging er in der Rosenkrantzstraße kurz in einen Friseursalon, um sich die Haare schneiden zu lassen. Plötzlich bemerkte er jemanden, der vom Zahnarzt Aksel Smith redete. Das weckte natürlich sein Interesse und er hörte genau hin. Es war ein alter Fischer, der erzählte, wie es ihm im Jahr 1914 mit seiner Fischerei erging:
Der Fischfang war erbärmlich schlecht in jenem Jahr und der Verdienst kärglich. Als ich einmal zum Fischen draußen war, bekam ich fürchterliche Zahnschmerzen. Es war so schlimm, dass ich das Fischen abbrechen und nach Drøbak fahren musste. Dort suchte ich einen Zahnarzt auf, einen sehr religiösen Mann. Er half mir, zog den Zahn und versorgte die Wunde gut. Dabei sah er sich auch meine übrigen Zähne an und erklärte mir:
„Sie haben auch etwas auf der anderen Seite, woraus sich starke Zahnschmerzen entwickeln können, wenn wir das nicht beheben. Ich empfehle Ihnen, morgen wieder zu kommen.”
Den Gedanken, dass sich diese Schmerzen wiederholen sollten, konnte ich nicht ertragen, und ich nahm mir vor, am nächsten Tag wieder zu kommen. Dabei war nur eine Frage, die in mir nagte, nämlich wie ich das bezahlen sollte. Ich hatte doch kein Geld. Am nächsten Tag ging ich wieder zum Zahnarzt, immer noch in Sorge darum, woher ich das Geld nehmen sollte. Ich weiß noch, dass er eine ganze Stunde lang beschäftigt war mit meinen Zähnen.
Als ich fertig war, fragte ich: „Wie viel kostet dies denn?” „Das kostet nichts, mein guter Mann.”, antwortete der Zahnarzt.
Es kam mir so vor, dass er mich durchschaute und wusste, wie schlecht ich dran war. Seid ihr jemals bei so einem Zahnarzt gewesen? Doch damit nicht genug; als ich über den Markt von Drøbak ging, steckte ich die Hand in meine Tasche - da waren tatsächlich 20 Kronen drin, die er dort hineingetan hatte.
Ein Busfahrer, der zu der Zeit in Drøbak aufgewachsen war, als Aksel dort wohnte, sagte einmal zu meinem Vater: „Sie sind mit Aksel Smith verwandt. Das war ein feiner Mann. Als ich ein kleiner Junge war, fragte er mich: Hast du Jesus lieb? Das musst du, wenn es dir hier in der Welt gut gehen soll.”
Er hatte die Menschen sehr lieb! Die ältesten Kinder von Johan O. Smith fuhren in den Ferien zu Helga und Aksel Smith, und Aksel machte es immer schön für sie und unterhielt sich so gut mit ihnen.
