Hirte und Prophet

- Wir, die wir nachkommen

Hirte und Prophet

Wir, die wir nachkommen

Mittlerweile sind wir nun viele, die Nachkommen gottesfürchtiger Männer und Frauen in der Gemeinde sind und von Kindesbeinen an die Gnade hatten, Gottes Wort zu hören.

Dies hat einen Segen in unser Leben hineingebracht, der vielleicht schwer zu begreifen ist. Aufgrund unserer Väter sind wir „auf eine gute Weide” ge­kommen. Durch die Gestalt der Lehre haben wir eine Erziehung erhalten, die uns über das hebt, was unter den Menschen gewöhnlich ist. Gott hat uns mit guten Ehen, Kindern und herrlichen Geschwistern gesegnet. Viele genießen auch an ihren Arbeitsplätzen aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit großes Vertrauen. All das, was uns Gott auf diese Weise zufallen lässt, kann leicht zu einer Falle werden, so dass man seine himmlische Berufung verliert.

Wenn wir an Jakob denken, so war auch er einer, der nachkam. „Schon im Mutterschoß hielt er seines Bruders Ferse, und in seiner Manneskraft kämpfte er mit Gott; er kämpfte mit dem Engel und siegte, er weinte und flehte zu ihm.” Hos. 12, 4-5 (Schlachter Übers.).

Niemand kommt zu geistlichem Segen ohne Leiden. Wir können göttliche Natur nicht erben, vielmehr müssen wir sie uns durch ein Leben in Treue erwerben. Hätte Jakob nicht in seinem Mannesalter einen Kampf aufgenom­men, wäre er nur einer geworden, „der nachkommt”. Er wäre einer gewesen, den man wegen seiner Vorfahren geschätzt hätte, aber er hätte kein Verhältnis zu Gott bekommen, und Gott hätte ihm keinen Ehrennamen geben können. „Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen.” 1. Mos. 32, 29. So wurde es der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.

Mögen auch wir dieselbe Herzensgesinnung bewahren und Gott dienen, so dass auch wir sagen können: „Dass dieser Gott unser Gott ist immer und ewig; er führt uns über den Tod hinweg!” Ps. 48, 15 (Schlachter Übers.).

Viele sind durch das Gesetz zu einem prächtigen äußeren Leben gekom­men, aber Gott hat sie nicht so behandeln können, dass ihre menschliche Stär­ke zerbrochen wurde. Darum hat Gott im Grunde genommen keinen Gefallen an ihnen, aber sie sind aufgrund der Väter geliebt. Die Gnadenzeit ist kurz. Mögen wir sie alle benutzen, um ein verborgenes Leben mit Christus in Gott zu gewinnen. Dann werden wir nicht zu Schanden in der Offenbarung Jesu Christi.

„Und als er an Pnuël vorüber kam, ging ihm die Sonne auf; und er hinkte an seiner Hüfte.” 1. Mos. 32, 32. Hinkend, aber glücklich mit Gottes Licht und Weisheit in seinem Herzen - das ist ein herrlicher Zustand! Dann verstehen wir es auch, so zu wandeln, dass dort, wo wir sind, Frieden und Segen entstehen.