Der Geist des Glaubens
„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.” 1. Mos. 1, 1-3. Gott war also der erste, der im Geist des Glaubens redete! Das war sein erstes Werk, von dem wir wissen: „Es werde Licht!” In demselben Glaubensgeist hat er auch zu uns geredet! „Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.” 2. Kor. 4, 6. Das gibt uns, die wir an ihn glauben, eine gewaltige Hoffnung darauf, dass seine schöpferischen Kräfte in unserem Inneren ein großes Erlösungswerk tun werden. Wenn Gott selbst gebot, dass das Licht aus der Finsternis hervor leuchten sollte, dann verstehen wir, dass Gott die Erlösung in keinerlei Weise von unseren menschlichen Fähigkeiten und Begabungen abhängig gemacht hat. Er weiß, dass in unserem Fleisch nichts Gutes wohnt. (Röm. 7, 18) und er weiß, dass „fleischlich gesinnt sein Feindschaft gegen Gott ist, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag es auch nicht. Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen.” Röm. 8, 7-8. Mitten in dieser Finsternis und Ohnmacht, in denen die Menschheit seit dem Sündenfall gewesen ist, hat Gott trotzdem geboten, dass Licht aus der Finsternis hervorleuchten soll. „Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um.” 2. Kor. 4, 7-9.
Denk nur, welche Kraft durch das Leben, das Paulus lebte, offenbart wurde! An genau der gleichen Kraft und dem gleichen Leben im Überfluss kannst du Anteil bekommen. Wie viel wir von dem, was in Gott wohnt, bekommen können – dafür setzt das Evangelium keine Grenzen. Damit dies Wirklichkeit im Leben des einzelnen wird, brauchen wir das Sterben Jesu. Das ist eine mächtige Waffe gegen alle Lüste und Begierden in unserem Fleisch, die verhindern wollen, dass dieses Erlösungswerk geschieht. Auch deshalb schreibt Paulus eben über dieses Geheimnis weiter: „Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserem Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserem Leibe offenbar werde. Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserem sterblichen Fleisch. So ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch. Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht: „Ich glaube, darum rede ich”, so glauben wir auch, darum reden wir auch; denn wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jesus und wird uns vor sich stellen samt euch. Denn es geschieht alles um euretwillen, damit die überschwängliche Gnade durch die Danksagung vieler noch reicher werde zur Ehre Gottes.” 2. Kor. 4, 10-15.
Wenn man an die Möglichkeiten denkt, die denen offen stehen, die den neuen Bund eingegangen sind, hat man Grund, sich selbst zu erforschen und zu prüfen, ob man im Glauben steht. 2. Kor. 13, 5. Das Feuer des Glaubens sollte in deinem Herzen, der du an einer himmlischen Berufung Anteil bekommen hast, kräftig brennen. Denk nur daran, welche Verheißungen Gott dir gegeben hat! Lass Gottes Wort auf dich wirken und lass dein Herz entflammt werden, wenn du an die herrliche Zukunft denkst, die Gott dir zugedacht hat. Erkenne dein himmlisches Erbe unter den Heiligen, hier in dieser Zeit und für die ganze Ewigkeit.
„Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben.” Röm. 15, 4. In den Tagen, als Goliath Gottes Heer verspottete, trat David im Glauben an Gott herzu. Als er in das Lager kam, fragte er die Männer, die bei ihm standen: „Was wird man dem geben, der diesen Philister erschlägt und die Schande von Israel abwendet? Denn wer ist dieser unbeschnittene Philister, der das Heer des lebendigen Gottes verhöhnt?” Ein Israelit sagte: „Wer ihn erschlägt, den will der König sehr reich machen und ihm seine Tochter geben und will ihm seines Vaters Haus frei machen von Lasten in Israel.” 1. Sam. 17, 25-26. David selbst war ein armer Hirte, und sein Vater Isai war alt und gebrechlich. Dieser hatte acht Söhne, und es gab wohl nach seinem Tod nicht viel Erbe aufzuteilen. Davids Herz brannte für Gott und Gottes Ehre. Er empfand es als eine Schande, dass niemand Glauben an Gott hatte und im Namen des Herrn herzu trat, um dem Riesen, der Israel verhöhnte, Einhalt zu gebieten. Durch diesen Glaubensgeist kam er in Gottes Wirkungen hinein und erwarb sich so einen ewigen Namen zusammen mit Gott. Dort sicherte er sich eine Zukunft für Zeit und Ewigkeit. Im Geist und in der Kraft des Glaubens trat er nur mit seiner Schlinge und seinen Waffen in der Hirtentasche herzu. Das Unglaubliche ist ja, dass der Stein, den er schleuderte, Goliath direkt an die Stirn traf!
Jetzt sind wir an der Reihe! Wir haben auch unsere Waffen in der Versammlungstasche! Jeder Stein, der im Geist des Glaubens geschleudert wird, trifft genau dort, wo er treffen soll. Der Geist des Glaubens ist zu allen Zeiten das „Warenzeichen” der Heiligen gewesen. Durch diesen Geist haben die Heiligen gewaltige Dinge erreicht. „Durch den Glauben verließ Mose Ägypten und fürchtete nicht den Zorn des Königs; denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn. Durch den Glauben hielt er das Passah und das Besprengen mit Blut, damit der Verderber ihre Erstgeburten nicht anrühre. Durch den Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie über trockenes Land; das versuchten die Ägypter auch und ertranken. Durch den Glauben fielen die Mauern Jerichos, als Israel sieben Tage um sie herumgezogen war. Durch den Glauben kam die Hure Rahab nicht mit den Ungehorsamen um, weil sie die Kundschafter freundlich aufgenommen hatte. Und was soll ich noch mehr sagen? Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich erzählen sollte von Gideon und Barak und Simson und Jeftah und David und Samuel und den Propheten. Diese haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt, Löwen den Rachen gestopft, des Feuers Kraft ausgelöscht, sind der Schärfe des Schwerts entronnen, aus der Schwachheit zu Kräften gekommen, sind stark geworden im Kampf und haben fremde Heere in die Flucht geschlagen. Frauen haben ihre Toten durch Auferstehung wiederbekommen. Andere aber sind gemartert worden und haben die Freilassung nicht angenommen, damit sie die Auferstehung, die besser ist, erlangten.” Hebr. 11, 27-35.
Nur in Gemeinschaft mit Gott haben wir eine Zukunft. Alles andere wird eines Tages zu Asche werden. Willst du eine Zukunft in Gottes Reich für dich gewinnen, dann komm in den gleichen Geist, in das gleiche Glaubensfeuer hinein, in dem David war! Lass dein Herz für Gottes Reich entbrannt werden und kämpfe für Gottes Ehre. Dann wirst auch du erleben, dass der Herr für dich streitet. Deshalb gilt es für uns, die wir in der Zeit des Abschlusses leben, dass wir uns mit demselben Geist des Glaubens erfüllen lassen. Dadurch wird alle Finsternis, aller Unglaube und Zweifel verjagt, und wir erleben, dass Gott unsere Werke in reichem Maße segnet. Wir werden tatkräftig und fähig, Entscheidungen zu treffen. Solche Männer und Frauen des Glaubens werden jetzt in der Zeit des Abschlusses wirklich benötigt – Brüder und Schwestern, die ihr Vertrauen auf Gott gesetzt und sich vom Heiligen Geist haben erfüllen lassen. Sie werden die Speerspitze in dem Kampf sein, der geführt wird, um die Gemeinde dahin zu führen, dass Christus sie als eine Gemeinde vor sich stellen kann, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei. Eph. 5, 27.
