Hirte und Prophet

Kåre J. Smith

- Was uns zufallen wird

Hirte und Prophet

Was uns zufallen wird

Die Menschen sind normalerweise sehr mit dem beschäftigt, was uns zufal­len wird - was für Vorteile sie aus dem Dienst für Gott ziehen können. Wer so eingestellt ist, ist Jesu nicht wert. Eines Tages werden solche hören: „Weicht alle von mir, ihr Übeltäter!” Eine solche Gesinnung lag Paulus sehr fern. Der Schwerpunkt seines Lebens bestand darin, an Christi Leben teil zu bekom­men und in dem Verlangen, seinem Bild gleichgestaltet zu werden. Das ist die Sehnsucht der Braut. Ohne diese Sehnsucht entgleisen wir.

„Wie ich sehnlich warte und hoffe, dass ich in keinem Stück zuschanden werde, sondern dass frei und offen, wie allezeit so auch jetzt, Christus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod.” Phil. 1, 20.

„Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was wer­den wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.” Matth. 6, 31-33. So müssen wir unsere Jüngerschaft be­ginnen, so müssen wir fortfahren und so müssen wir unseren Lauf vollenden. Dann werden wir zur Zeit seiner Offenbarung nicht zu Schanden werden.

Wahre Jünger suchen Gott um seiner selbst willen und nicht um der Dinge willen, die ihnen zufallen sollen. Sie lieben Gott – das ist ihr einziges Motiv. Hat man jedoch andere Motive, bekommt Satan Macht. Dann fällt man aus der Liebe und damit auch aus Gott. Im natürlichen Leben verstehen wir sehr gut, dass es sehr schlecht ist, wenn man jemanden aufgrund der Mitgift heira­tet. Über solche Menschen kann man nicht sagen, dass sie in der ersten Liebe leben. Sie haben keine Brautgesinnung.

Wenn man die Gnadengaben bewundert, kann man schnell sehr betrogen werden, und man wird auch blind für das Werk, das Gott in den Geringen und Demütigen tut. „Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlö­sung.” 1. Kor. 1, 30. Viele, die in dieser Welt nichts sind, werden in der zu­künftigen Welt zu Gottes Ehre andere übertreffen, weil sie durch Heiligung zu den Tugenden Christi gekommen sind – zu Weisheit, Barmherzigkeit, Güte und so weiter – mitten in ihren geringen und verachteten Verhältnissen.

Manche denken vielleicht von sich, dass sie nichts Besonderes geleistet haben – sie sind weder reich an irdischen Gütern noch haben sie einen besonders sichtbaren Dienst in der Gemeinde. Die Wahrheit ist vielleicht, dass sie einen herrlichen Ehepartner, sowie gute Kinder zu Hause haben. Dann muss ich die Frage stellen: „Hast du es zu nichts gebracht? Lässt du dich – weil du Gnaden­gaben bewunderst -betrügen, indem du glaubst, es sei so schlecht um dich bestellt?” Alles, was Paulus nach dem Fleisch gewesen war, achtete er für Schaden gegenüber dem, Christus zu gewinnen. So müssen auch wir einge­stellt sein. Niemand sollte mutlos und verzagt umhergehen, weil er von Satan dazu verführt worden ist, Gnadengaben, menschliche Größe und Ehre zu be­wundern. Lasst uns wachsam sein und an unserer Erlösung mit Furcht und Zittern arbeiten.

Die Sünde der Menschen besteht ja in erster Linie darin, Größe zu bewun­dern. Wenn wir zu menschlicher Größe aufschauen, wird der Geist des Anti­christen Macht in der Gemeinde bekommen und wir werden von Satan ver­führt. Das Gericht wurde in Jesu Erniedrigung weggenommen. Uns allen muss bewusst sein, dass wir jetzt Glieder an seinem Erniedrigungsleib sind. Erhöht man sich selbst, so zeigt dies, dass Satan in den Gedanken der betreffenden Person Macht bekommen hat. Schaut man zu Menschen auf und bewundert sie, dann gibt man auch Schmeicheleien gegenüber sehr leicht nach und kommt auf diese Weise schnell von der rechten Bahn ab. Als Leiter sollte man sich besonders in der Erniedrigung üben. „Vor mir soll kein Ansehen der Person gelten, und ich will keinem Menschen schmeicheln. Denn ich weiß nicht zu schmeicheln; sonst würde mich mein Schöpfer bald dahinraffen.” Hiob 32, 21-22. Wie viele haben diese Gesinnung? Sie ist das Kennzeichen eines reinen Herzens und eines got­tesfürchtigen Lebens. Eine solche Lebenseinstellung ist sehr bezeichnend für die Herzensgesinnung eines Menschen, der Gott wohlgefällig ist.

Wir wissen nicht, was wir sein werden, schreibt Johannes, wir wissen nur, dass wir ihm gleich sein werden. Das ist für einen Jünger auf ewig genug. Herumzugehen und sich damit zu beschäftigen, wie man eine angesehene Position bekommen könnte, ist ein großer Betrug. Die Folge ist, dass man den konzentrierten Blick auf das Ziel verliert – nämlich, ihm gleich zu werden. Brennt die Hoffnung in deinem Herzen, ihn zu sehen, wie er ist? Ist es diese Hoffnung, die für dich lebendig ist? Alle, die diese Gesinnung haben, sind damit beschäftigt, sich selbst zu reinigen, wie er rein ist; und sie sind selig und dankbar in den Verhältnissen ihres Lebens.