Hirte und Prophet

Kåre J. Smith

- Tatkraft und Festigkeit

Hirte und Prophet

Tatkraft und Festigkeit

Gottes Wort ist die Hauptsache in all unserer Wirksamkeit. Das Gemeinde­leben kann sich nicht nach wenigen Schwachen richten, sonst breitet sich diese Kraftlosigkeit in der ganzen Gemeinde aus. Wir können nicht zulassen, dass Satan durch eine „Partei der Schwachen” die Gemeinde regiert. Man sollte die Schwachen nicht wegen allem Möglichen bemitleiden. Leih denen, die jammern und klagen, nicht so schnell dein Ohr. Auch dürfen die Frauen in der Gemeinde nicht den Ton angeben. Es muss eine Struktur nach biblischem Muster bestehen. Die Schwestern können uns viele gute Ratschläge geben, aber sie sind nicht dazu eingesetzt worden, in der Gemeinde eine führende Funktion zu übernehmen. Sie sollten nicht Lehrer des Mannes sein und keine Autorität beanspruchen, die sich nicht ziemt.

Wir müssen lernen, auf den rechten Zeitpunkt zu achten. Die meisten han­deln zu spät, während andere übereifrig sind und zu schnell handeln. Es liegt so nahe, zu träge zu sein, und wenn man dann eingreift, übertreibt man gern und schlägt mit viel zu großer Kraft zu. Zur rechten Zeit im rechten Maß zu handeln, ist Gott wohlgefällig. Man kann leicht glauben, es sei geistlich, so lange zu warten, meistens ist es aber Mangel an Tatkraft. Vieles kann sich so schief entwickeln, dass es schwierig ist, es wieder in Ordnung zu bringen, wenn man damit nicht rechtzeitig anfängt. Wir müssen nach den Wirkungen Gottes arbeiten und das ausführen, was Gott will, wenn er wirkt. Tu es im Vertrauen auf Gott und lass keinen Zweifel in dein Herz hinein.

Johan O. Smith schreibt in einem seiner Briefe: „Ich selbst glaube überhaupt nicht an das Netz Satans, es mag grob oder fein sein. Das Vertrauen auf Gott und der Glaube an ihn machen uns stark und siegreich, so dass das Netz Satans wie ein Spinnengewebe wird, das nicht hält. Man kann auch nicht zu allem, was in der Versammlung gesagt wird, „Halleluja” sagen, denn dann fürchte ich, dass alles innerhalb kurzer Zeit von Unkraut erstickt wird. Hier muss ausgejätet werden. Wenn wir von der Welt verspottet werden, so sollen wir wegen unser Geistlichkeit verspottet werden, denn dann sind wir sieg­reich. Aber wenn wir so viele Torheiten begehen, dass wir wie Simson gefan­gen und gebunden und dann verspottet werden, so ist dies nicht zu Gottes Ehre sondern eher zu seiner Schande. Du erzähltest selbst, dass es einem bunten Durcheinander gleichkam, wie eine ganze Schar sich gleichsam in einen „geistlichen” Zustand emporarbeitete. Es mag gewiss etwas dran sein an dem, was Du sagst, aber über solche konfusen Zustände sage ich meine Meinung gewöhnlich frei heraus, so dass die Betreffenden es besser machen können. Es gibt immer etwas, das geändert werden kann.”

Es ist sehr viel Unterweisung nötig, um für Gottes Sache kämpfen zu kön­nen. Alle Geschwister müssen geistliche Kriegsführung lernen. Die Verhei­ßungen gehören denen, die überwinden. Wir kämpfen gegen Geistesmächte und gegen alle, die sich von diesen Geistesmächten benutzen lassen. Alle Feig­heit, Heuchelei und Schwäche müssen bekämpft werden.

Wir müssen geübte Sinne bekommen, damit wir hören, was der Geist der Gemeinde sagt. Dreimal fragte Jesus Petrus: „Hast du mich lieber als mich diese haben?” Wir sollen die Schafe und Lämmer weiden und hüten. „Dein Stecken und Stab trösten mich”, sagte David. Der Stecken ist für den Wolf bestimmt und nicht für die Schafe. Der Gemeindevorsteher muss Vollmacht in seinem Geist haben, so dass starke Persönlichkeiten in der Gemeinde nicht eine Macht an sich reißen, die Gott ihnen nicht gegeben hat. Der Hirte geht den Schafen voraus – voraus in Demut, Wahrheit, Güte und allen Tugenden Christi. Dann kennen die Schafe die Stimme des Hirten, auch wenn sie zur Schlachtbank geführt werden sollen.

Besitzt man die Schafe, wird man voller Tatkraft. Joh. 10, 12. Wenn man den Wolf kommen sieht, ohne mit Kraft zum Eingreifen erfüllt zu werden, ist das ein gewaltiges Gericht über einen selbst. Dann ist man nicht durch die Tür hineingegangen, man ist ein Dieb und ein Räuber. Mangel an Tatkraft kommt von Versagen im eigenen Leben. Der Feuereifer des Oberhirten muss in unse­rem Herzen brennen, wenn wir ihm wohlgefällig sein wollen.

In einer Gemeinde ist Tatkraft vonnöten. Von der Seele beherrschtes Ver­halten erzeugt Lärm und Unruhe. Denke nicht horizontal – nämlich daran, wer beleidigt wird und so weiter. Es sind seelische Menschen, die beleidigt werden. Lass Gottes Wort scheiden und trennen. Verweise die Dinge an ihren richtigen Platz und lass die Menschen ihr Leben finden und zur Ruhe kom­men. Die, die von sich meinen und glauben, das eine und andere zu verstehen und zu können, müssen selber ihr Leben finden. Viele seelische Menschen müssen zum Glauben an das Kreuz kommen. Sie sind wiedergeboren, leben aber oft ein Leben teilweise im Glauben und teilweise nach der Vernunft.

Wir müssen Krieger sein – damit ist der Gemeinde auf lange Sicht am meis­ten gedient. Jeder von uns soll eine Waffe der Gerechtigkeit sein, und eine Waffe ist ja zum Gebrauch bestimmt. Nimm nicht auf alle menschlichen Mei­nungen Rücksicht, sonst mangelt es dir an Tatkraft. Alle Unbeständigkeit kommt von einer zwiespältigen Gesinnung, davon, dass man zwei Dinge gleichzeitig berücksichtigen will. Wenn man an sein eigenes Ansehen denkt, kann man nichts von Gott bekommen.

„Der heilige Geist und wir haben entschieden”, sagten die Apostel. Wir müssen ein Ohr dafür haben, was der Geist will. Wenn danach gehandelt wird, werden Erlösung und Geborgenheit folgen. Es wird offenbar, dass man mit Gott in Verbindung steht. Natürlich müssen wir die Sachen durchdenken, aber wenn wir handeln, tun wir dies im Glauben an Gott und gehen vorwärts. Un­sere Werke müssen, soweit wir es verstehen, in Gott getan sein. Wenn man im Geist wandelt, dann geht man nicht herum und bereut alles Mögliche.

In der Gemeinde besteht nicht die Freiheit, so zu handeln, wie man gerade will, aber wir haben dazu Freiheit, verwandelt zu werden. Es ist notwendig, dass geleitet wird, und es gibt auch die Gnadengabe zu leiten. Im Kielwasser unseres Dienstes sollten sanfte Kurven sein und nicht zu viele ruckartige Be­wegungen von der einen auf die andere Seite. Wir müssen Dinge, die nicht so gut sind, aufgreifen und ermahnen und zurechtweisen, wenn es notwendig ist. Dies kann etwas unangenehm sein, gehört aber zur Arbeit eines Kriegers des Herrn.

Es tat mir weh, zu sehen, wie junge ganzherzige Jugendliche von älteren Brüdern „geschlagen” wurden, weil sie nicht alles so weisheitsvoll gemacht hatten. Diese Brüder sind von sich selbst eingenommen. Sie sind durch ihren Dienst groß geworden und folgen nicht der Spur des Meisters. Solche haben auch nicht so viel Furcht vor übler Nachrede unter dem Deckmantel „um des Dienstes willen”. Es gibt wenige, die hier Rückgrat beweisen und das tun, was sie am Tag des Kampfes tun sollen. Einzelne Menschen suchen das Ihre und ihre eigene Ehre, sobald sie dazu die Möglichkeit haben. Ich würde nicht wagen, solchen den Rücken zuzuwenden. Man kann sich niemals auf solche Menschen verlassen – verlass dich dagegen auf den Herrn. Hör auf ihn und tu das, was er in deinem Inneren zu dir spricht. Nimm dies ernst! Das Beachten der Gesetze des Dienstalters in der Welt des Geistes führt dazu, dass man Respekt vor denen hat, die früher als man selbst ein Leben im Herrn begon­nen haben, aber der Respekt vor anderen darf nicht dazu führen, dass der Respekt vor Gott geringer wird.

Früher war man der Überzeugung, dass die, die aus besseren Verhältnissen kamen oder einem höheren gesellschaftlichen Stand angehörten, bessere Menschen wären. Heute gilt dies: Ein guter Mann ist derjenige, der den Willen Gottes tut. Wir können auf diese Weise ein ganz neues Geschlecht gründen; dann wächst ein ganz neues Leben hervor. Um alle alten Vorurteile und das ganze alte Gedankengut loszuwerden, ist ein enormer Eifer erforder­lich. Unsere Gedanken sollen wie Gottes Gedanken sein, und nur durch die Offenbarung des Geistes kommen wir in Gottes Gedanken hinein. Es ist wich­tig, die Stimme des Geistes zu hören. Glaube nicht, dass du alles kannst und verstehst. In der Welt des Geistes ist eins plus eins nicht immer gleich zwei. Ab und zu ist das Ergebnis drei oder fünf oder selbstverständlich auch zwei.

Wir können nicht nur aus der Erfahrung heraus handeln, sondern wir müssen in jedem einzelnen Fall hören und in unserem Geist hellwach sein. Äußer­lich mag alles gleich aussehen, aber im Verborgenen gibt es Unterschiede. Hier lernt man, Geister zu beurteilen.

„Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist.” 2. Kor. 5, 15. Wir dienen ihm und sollen nicht Sklaven von Menschen werden, nur um bei ihnen anerkannt zu sein. Gib dich zuerst dem Herrn und danach den Menschen nach dem Willen Gottes. Dann wirst du niemals ein Sklave. Es gibt niemanden, der berechtigt ist, Ansprüche an dich zu stellen. Wir dienen Gott – dem König. Willst du Gott dienen, dann weise den Dinge ihren richtigen Platz zu, selbst wenn du den einen oder anderen kränkst, und tu es in Güte!

Wenn du weißt, dass du Recht hast und einer, der mehr Macht oder eine höhere Position hat, deswegen tobt, musst du die Dinge trotzdem so sagen, wie es deiner inneren Überzeugung entspricht, selbst wenn du deshalb die Schmach erfährst, „hinausgeworfen” zu werden. Sage die Wahrheit, stehe für die Wahrheit ein und sei wahrhaftig in der Liebe. „Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn die Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des Herrn.” Hohel. 8, 6.

Mögen wir zu dieser reinen und erhöhten Bruderschaft gehören, in der wohl nie eine solche Einheit bestand wie heute. Sei dennoch wachsam, dass keine hohen Gedanken aufkommen. Stelle Gott nicht dein kleines „Ich auch” entgegen. Das hilft, geringe Gedanken von sich zu haben. Denke darüber nach, was du ohne die Bruderschaft wärest. Überlege ein bisschen, was du im Reich Gottes gearbeitet und ausgerichtet hast. Wenn du das mit dem, was Paulus getan hat, vergleichst, kommst du bestimmt zu einer nüchternen Einschät­zung -und das hilft dir, auf deinem Platz zu bleiben.

Wenn Menschen geistlich arm sind, sorgen sie dafür, dass sie zusammenkom­men. Dünkt man sich geistlich reich, dann meint man, auch alleine zurechtkom­men zu können. Dann bekommt Satan schnell Macht über einen. Die Taktik Satans besteht darin, uns voneinander zu trennen. Solange wir zusammenhal­ten, wird das Böse ferngehalten. Oft müssen wir in Armut und Schwachheit eine Entscheidung treffen – dann sollen wir uns später nicht richten in dem, was wir gewählt haben. Lass es ruhen, nachdem du deine Entscheidung getroffen hast. Tust du das nicht, bekommt Satan Macht über dich.

Es ist Unsinn, dass der Vater eine halbe Hausmutter sein muss, damit die Kinder zufrieden sind. Es ist der Zeitgeist, der das fordert. Es gibt keine Re­gel, dass der Vater viel zu Hause sein muss, damit es mit den Kindern gut geht. Wenn die Kinder eine gute Mutter haben, ist viel gewonnen. Man darf seine Berufung nicht auf dem Altar des eigenen Heimes opfern.

Wir lernen, dass wir den Sieg dadurch gewinnen, dass wir kämpfen, denn wie kann man siegen, ohne dass man kämpft? Viele Lehrer und Journalisten sind äußerst linksradikal. Lass dich von solchen Menschen nicht beherrschen. Unsere Väter waren Krieger und haben uns gelehrt zu kämpfen. Auch sie haben gelernt, Anweisungen zu gehorchen. Gehorsam war ihnen nicht fremd, und wir machen es weiterhin so. Wird ein Signal gegeben, dann ist die Ge­meinde bereit. Wir führen zum Beispiel seit Generationen Arbeitseinsätze durch. Wenn man in seiner Jugend an solchen Arbeitseinsätzen teilgenommen hat, bleibt einem dies für den Rest des Lebens in Erinnerung! Wir üben auf diese Weise gute Gewohnheiten ein. Deshalb bringen wir auch Dinge zu Stan­de, die sonst niemandem gelingen. Lass die Kinder lernen zu arbeiten – das ist eine sehr gute Sache. Wir brauchen Projekte, die den Jugendlichen eine Auf­gabe geben -wenn unsere Jugend errettet werden soll. Dann werden die Ju­gendlichen glücklich und zufrieden sein.