Hirte und Prophet

Kåre J. Smith

- Mehr gearbeitet als sie alle

Hirte und Prophet

Mehr gearbeitet als sie alle

„Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; ...” 1. Kor. 15, 10. Hätte Paulus den Vers so enden lassen, wäre er ja unter dem Gesetz gewesen, aber er hatte nicht in eigener Kraft gearbeitet. Er hatte durch die Gnade gearbeitet, durch die Gerechtigkeit des Glaubens. Deshalb fährt er fort „… nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.”

Viele haben Forderungen an andere Menschen. Sie empfinden z. B., dass die Jüngeren sie nicht besuchen und ihnen nicht so viel Aufmerksamkeit er­teilen, wie sie sollten usw. Alle Personen, die so etwas erwarten, sind unter dem Gesetz und nicht unter der Gnade. Gott arbeitete zielgerichtet mit Paulus, um ihn so demütig zu machen, dass Gott ihm ungewöhnlich reiche Gnade und Kraft geben konnte, ohne dass sich Paulus erhöhte. Gott führte ihn in die Stille – und er war nicht mit großen Ruhmestaten beschäftigt. Er beriet sich nicht mit Fleisch und Blut, sondern arbeitete insgesamt 17 Jahre in aller Stille in Arabien, Damaskus und Syrien. Gal. 1, 17–18 und 2, 1.

Viele Werke können wir gar nicht tun, ohne dass uns Gott dazu in Stand setzt. Einer, der z. B. König in einem Land werden soll, muss ja erst eine Ausbildung bekommen, damit er zu einem solchen Amt befähigt wird. Auch wir müssen jeden Tag lernen, und wir bekommen Zucht. Wenn wir Gottes Pensum lernen sollen, kann man dazu versucht werden, sich zurückzuziehen, aber Jesus zog sich auch nicht zurück, als die Zucht über ihn kam. „Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und mei­ne Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott der Herr hilft mir, darum werde ich nicht zu Schanden. Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kiesel­stein; denn ich weiß, dass ich nicht zu Schanden werde.” Jes. 50, 5-7. Die Hand des Vaters konnte ihn formen, er wurde Löwe und Lamm. Er war stein­hart gegen die Gottlosigkeit, aber barmherzig und gut zu den Sündern.

„Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen ver­worfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar.” 1. Petr. 2, 4. Die Sünde macht Eindruck auf uns als Menschen, aber Jesus war ein lebendiger Stein. Als solcher war er steinhart, aber Gottes Wort machte so einen kräftigen Ein­druck auf ihn, dass er von Gott gebildet und geformt wurde. Gottes Wesen und Natur bewegten sein Herz – z. B. Gottes Milde, Barmherzigkeit und Güte. Es ist auch unsere Berufung, lebendige Steine zu werden. V. 5: Sündige Men­schen lassen sich von Schönheit, Macht und Ehre beeindrucken. Hier war Jesus steinhart, und seine wahren Nachfolger sind dies auch. Paulus musste den Korinthern ja tadelnde Worte schreiben: „… weil ihr noch fleischlich seid. Denn wenn Eifersucht und Zank unter euch sind, seid ihr da nicht fleischlich und lebt nach Menschenweise?” 1. Kor. 3, 3. Das soll ganz aufhören!