Hirte und Prophet

Kåre J. Smith

- Stärke und die Zusammensetzung des Leibes

Hirte und Prophet

Stärke und die Zusammensetzung des Leibes

„Stark sein ist gut, aber wenn die Stärke gegen das aufbegehrt, was die Weisheit zu einem vollkommenen Ganzen zusammengesetzt hat, dann wird die Stärke, wie stark sie auch ist oder zu sein glaubt, von Gottes Kraft, die sich in den Schwachen offenbart, gebrochen. Da ich solche kennen gelernt habe, die in ihrem Eifer stark waren, erwähne ich dies, denn man kann in all seiner Stärke schnell selbstklug werden. Aber vor allem ist es unweise, sich so stark zu dünken, dass man die Väter in Christus nach Gutdünken zurechtsetzen oder in ihr Werk eingreifen kann. Ich fürchte, dass man so im Übermut seines Sinnes Gott widersteht” schreibt J. O. Smith. Selbst die größte Kraft geht zu Grunde, wenn man über sein Maß hinausgeht. Lasst uns deshalb innerhalb unseres Maßes des Glaubens bleiben und uns nicht in die Sachen Anderer einmischen. Viele haben sich eingemischt in das, was den Vätern in Christus zugehört. Gott arbeitet daran, dass wir mehr Frucht tragen – andere nimmt er weg, weil sie untauglich wurden, Frucht zu tragen. Die Lehrer in Korinth standen in Gefahr, weggenommen zu werden. Sie lehrten die Korinther, Paulus zu verachten. Sie standen am Rednerpult und hatten die Gnadengabe, von Weisheit und Erkenntnis zu reden. Sie verstanden und erlebten, dass sie Macht hatten. Wenn Gott wirkt, können gewaltige Dinge geschehen. Diese begabten Korinther maßen sich daran, wie sie auf dem Rednerpult wirkten, aber verga­ßen, wie sie außerhalb des Rednerpults lebten. Es ist nicht gerecht zu denken, dass ich so bin, wie ich am Rednerpult bin. Es ist ja Gottes Gnade, die mit dir ist. Frage dich lieber selbst, wie viel Gnade du hast, wenn du zu deiner Frau heimkommst, wenn du mit seltsamen Brüdern zusammen bist, oder wenn du mit deinen Kindern zusammen bist usw. Wie ist es mit der Liebe in den Ver­hältnissen des Lebens? Wenn man auf diese Fragen ehrlich antwortet, be­kommt man etwas zu sehen, dem es gilt, nachzujagen!

Sei vorsichtig mit deinen Gedanken und Worten – unsere Gnadenzeit ist sehr kostbar. Wenn Gott dir auf den Mund schlägt, kann es dich Wochen, Monate oder Jahre deines Lebens kosten! Mischt man sich in die Sachen an­derer, kann dies einen „lebenslänglichen Gefängnisaufenthalt” bedeuten. Es ist Gottes Rat im Himmel, der diese Beschlüsse fasst. Deshalb sollen wir uns fürchten. Wir haben genug warnende Beispiele von Unglauben, und jeder muss Furcht über sich haben, dass man sich nicht gegen die Väter in Christus auf­lehnt. Es ist großer Hochmut, auf die Väter in Christus los zu gehen. Hat man eine Frage, sollte man wie der Prophet sagen: „Herr, wenn ich auch mit dir rechten wollte, so behältst du doch Recht; dennoch muss ich vom Recht mit dir reden. Warum geht’s doch den Gottlosen so gut, und die Abtrünnigen ha­ben alles in Fülle?” Jer. 12, 1. Dann kann man von denen aufgeklärt werden, die größere Weisheit besitzen als man selbst. Ansonsten soll man seine Hand auf seinen Mund legen und im Geist der Furcht wandeln. „Nun sprichst du: Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft würde. Ganz recht! Sie wurden ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du aber stehst fest durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich!” Röm. 11, 19–20.

„Ich nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.” 1. Kor. 3, 10–11.

Wenn es keine weisen Baumeister gibt, wie soll man dann weiter bauen? Der Grund ist gelegt in vollständiger Erkenntnis von Christi Schmach und der Torheit des Kreuzes. Deshalb glauben wir auch einfältig solchen Worten wie: „Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen.” Röm. 6, 6 und „denn die Liebe Christi drängt uns, zumal wir überzeugt sind, dass, wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist” 2. Kor. 5, 14–15.

Paulus war treu darin, Christus als den Gekreuzigten vor ihre Augen zu malen. Durch das Kreuz wird alles Elend vom Fleisch gestoppt, und es öffnet den Zugang zur Auferstehungskraft. Denke, welche Wahrheiten, an die wir glauben dürfen!