Hirte und Prophet

Kåre J. Smith

- Übermut

Hirte und Prophet

Übermut

Das einzige Verständnis, das die drei Freunde Hiobs von seinen Prüfungen hatten, war, dass es in seinem Leben Sünde oder Übertretungen geben muss­te. Deshalb versuchten sie, Hiob von seinen Sünden zu überzeugen. Hiob hielt fest an seiner Rechtschaffenheit. Elihu hatte ein besseres Verständnis und er­mahnte Hiob, auf ihn zu hören, als er sagte. „Sondern Gott redet einmal und zum zweiten Mal, aber man beachtet es nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt und sie in ihren Betten schlafen, da öffnet er das Ohr der Menschen und besiegelt seine Warnung an sie, damit der Mensch von seinem Tun abstehe und er den Mann vor Übermut beschütze.” Hiob 33, 14–17 (Schlachter Übers.).

Es gibt sehr viel Übermut im Manne, den der Mann selbst nicht sieht. Nun möchte Gott mit uns Gemeinschaft haben, aber er bemerkt ja die Stärke des Mannes, ebenso wie wir sie auch bemerken, wenn wir zu Wachstum kom­men. Wenn wir zu einer vertrauten Gemeinschaft mit Gott kommen wollen, müssen wir von Herzen demütig und sanftmütig werden. Nur dann kann Gott zu uns reden.

„Ja, er braucht den Menschen, der vor Gott zu Gerichte geht, nicht erst noch zu untersuchen.” Hiob 34, 23 (Schlachter Übers.). Wenn Gott dir begegnet, weiß er sehr gut, wie es um dich steht – er kennt deinen Übermut. Deshalb sendet er dich in Verhältnisse und gibt dir Behandlung, um den Übermut aus­zurotten.

„Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Ge­meinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.” 1. Joh. 1, 7-8.

Durch den Wandel im Licht bekomme ich meine innewohnende Sünde, meinen Menschen, zu sehen. Es gibt sehr viel Übermut, der sich hinter einem äußerlich frommen Menschen verbirgt. Das wirst du an dem Tag zu spüren bekommen, an dem du zu den Übeltätern gerechnet wirst. Was verteidigst du dann? Ja, das ist der Übermut. Lass dich lieber in diesem Feuer reinigen.

Man kann ein gutes Gewissen haben – man sündigt nicht – aber das bedeu­tet nicht, dass der Sündenleib weggenommen ist. Das bedeutet, dass ich im Licht wandle, so weit ich Licht habe, aber wenn ich im Licht wandle, bekom­me ich die Sünde in Tiefen zu sehen, die ich zuvor nicht gesehen habe. Steht man nicht in diesem Lauf, stehen das Leben und die Entwicklung still. Man kommt unter die frommen Herren, die wegen ihrer eigenen Größe die Ge­meinde nicht erbauen können.

„Ihr Lieben, lasst euch durch die Hitze nicht befremden, die euch wider­fährt zu eurer Versuchung, als widerführe euch etwas Seltsames.” 1. Petr. 4, 12. Das Feuer kommt, damit ich den Hochmut zu sehen bekomme – die eigentliche Ursache für die Versuchung. Ich bekomme zu sehen, dass ich Sünde habe. Diese Lehre führt dazu, dass ich mich in der Versuchung freuen kann, denn ich weiß, dass Gott mich liebt und mir mehr von dem Hochmut zeigen will, der durch den Sündenfall hineingekommen ist. Dies ist Gottes Behand­lung, damit wir nicht solche leichten Kamele werden sollen, die kreuz und quer laufen. Jer. 2, 23. (Schlachter-Übers.)

Wir kommen alle in Verhältnisse, die demütigend wirken. Hiob verstand seine Situation nicht, bis Elihu gesprochen hatte, und Gott selbst sprach zu ihm im Sturm. Diejenigen, die sich erniedrigen, kann Gott erhöhen – darüber sollte man sich keine Sorgen machen. „Und der Herr segnete Hiob fortan mehr als einst, so dass er vierzehntausend Schafe kriegte und sechstausend Kamele und tausend Joch Rinder und tausend Eselinnen. Und er bekam sie­ben Söhne und drei Töchter.” Hiob 42, 12–13.

Gutes Gelingen in der Erniedrigung, gutes Gelingen, wenn das Feuer kommt! Wenn eine größere Herrlichkeit entstehen soll, müssen auch das Feuer und die Reinigung zunehmen. Dann können wir auch anderen Menschen zur Hilfe und zum Segen werden. Wenn wir Gottes Wort hören, müssen wir in das voll­kommene Gesetz der Freiheit hineinschauen, damit wir selig werden in unse­rer Tat. Tun wir das nicht, werden wir mühselig und beladen, wenn das Evan­gelium verkündigt wird. Diejenigen, die nicht in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineinschauen, meinen, dass sie schon genug zu tragen haben und wollen am liebsten nicht noch mehr hören. Sie schauen nicht in das Wort Gottes hinein und sehen nicht, dass das Wort der vollkommene Weg zur Frei­heit ist.