Hirte und Prophet

Kåre J. Smith

- Der Vorhof – das uns am nächsten liegende Missionsfeld

Hirte und Prophet

Der Vorhof – das uns am nächsten liegende Missionsfeld

„Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor mir - wer fordert denn von euch, dass ihr meinen Vorhof zertretet?” Jes. 1, 12.

Viele scheinen zu glauben, es sei ein Beweis des Abfalls, wenn es in der Gemeinde einen Vorhof gibt. Sie betrachten es als ihre Ehre, dass die Ge­meinde geistlich ist und wollen den Vorhof niederschlagen. Doch wir müssen es ertragen, dass es einen Vorhof gibt. Das ist das nächstliegende Missions­feld der Gemeinde. Gleichzeitig muss ein Heiligtum vorhanden sein, und man darf dem Vorhof nicht erlauben, dort hinein zu gehen. Vorhofchristen sollen keine Macht in der Gemeinde haben. Die Macht liegt in der Autorität, die diejenigen haben, denen das Wort des Lebens anvertraut wurde.

Die Verkündigung von Gottes Wort wirkt verschieden – abhängig davon, wie man in seinem Herzen eingestellt ist. Die, die im Fleisch sind, werden durch die Gesetze und Gebote eingezäunt, die gleichzeitig für diejenigen, die in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineinschauen, wie ein herrliches Evangelium klingen. Das Gesetz wirkt als ein Zuchtmeister zu Christus hin. Die unter dem Gesetz sind, spüren ihre Begrenzung und fühlen es als schwere Last. Dies züchtigt sie zu Christus hin, damit sie zur Erlösung kommen kön­nen. Es gibt glückliche Mütter mit kleinen Kindern, die in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineinschauen und in ihren Verhältnissen erlöst und glück­lich werden. Andere sind unter dem Gesetz und haben schwer zu tragen. Was ist das Geheimnis, das die meisten nicht kennen? Ja, das ist das Sterben Jesu, das Kreuz – das bewirkt, dass wir die Gemeinde bauen können.

„Wisst ihr nicht, liebe Brüder - denn ich rede mit denen, die das Gesetz kennen -, dass das Gesetz nur herrscht über den Menschen, solange er lebt?” Röm. 7, 1. Was kann das Gesetz bei solchen ausrichten? Menschen, die ge­storben sind, können nicht unter das Gesetz getan werden. Dies ist das große Geheimnis, das der religiösen Welt verborgen ist.

Alle, die in unsere Versammlungen kommen, sollen spüren, dass sie frei, akzeptiert und geliebt sind, so dass sie zu einem gesunden Wachstum kom­men oder unter dem Gesetz bleiben, bis sie wiedergeboren werden. Man kann nicht im Vorhof bleiben, wenn man hinausstrebt und das Irdische sucht. Dann bricht man die Gesetze, die für das Verbleiben im Vorhof gelten. Solche gehen in die Welt hinaus und müssen durch Gottes Strenge Verderben ernten, was bewirkt, dass sie möglicherweise wieder zurückkommen. Auf diesem Gebiet sollte eine gewisse Offenheit da sein.

Heute kommt die Freiheit mehr zum Ausdruck als früher. Durch Gottes Gnade bleiben heute viel mehr Jugendliche in der Gemeinde bewahrt als früher. Alle Rede von äußeren Dingen, von Zucht und Strafe usw. ist eine Bot­schaft, mit der man keine Herzen gewinnt. Ist man mit dem Gesetz beschäf­tigt, wird man einer der zehntausend Zuchtmeister. Diese können keine Ge­meinde bauen. Solche sollen auch nicht in unseren Kinder- und Jugendscharen „Verwüstungen anrichten” dürfen. Die Jugendlichen müssen ja merken, dass diejenigen, die mit ihnen arbeiten, sie auch lieb haben. Der Hirtenstab muss von Verbindung und Freundlichkeit geprägt sein. Dann bindet man die Men­schen an die Gemeinde und danach an ihn, der das Haupt der Gemeinde ist. Wenn das Evangelium in Beweisung des Geistes und der Kraft verkündigt wird, werden sie nicht gottlos; dann führt auch das Vorhandensein des Vor­hofs nicht dazu, dass die Sünde Macht bekommt in der Gemeinde.