Hirte und Prophet

Kåre J. Smith

- Menschlicher Glanz

Hirte und Prophet

Menschlicher Glanz

„Dann wird der Herr über der ganzen Wohnung des Berges Zion und über ihren Versammlungen bei Tag eine Wolke und Rauch schaffen und den Glanz einer Feuerflamme bei Nacht; denn über der ganzen Herrlichkeit wird eine Decke sein.” Jes. 4, 5 (Schlachter Übers.).

Man kann zur Erde geworfen werden, wenn man danach strebt, dass der eigene Glanz Anerkennung von der Welt erfährt. Wenn wir die Decke der Schmach verlieren, bleibt die Herrlichkeit, die durch den Geist des Gerichtes und der Reinigung entsteht, nicht bewahrt. Wenn wenig Schmach da ist, be­deutet das gewöhnlich, dass auch wenig Herrlichkeit da ist. Alle Gottesfürch­tigen erfahren Schmach. Auch der Gemeinde wurde sie zu Teil. Viele mögen zwar die Resultate bewundern, aber der Weg in die Erniedrigung ist verachtet und eine Torheit für natürliche Menschen.

„Siehe, ich will Fremde über dich schicken, die Gewalttätigsten unter den Völkern; die sollen ihr Schwert zücken gegen deine schöne Weisheit und sol­len deinen Glanz entweihen.” Hes. 28, 7. Wünscht man sich Anerkennung von der Welt, wird man leicht auf die Erde geworfen. Man muss in einer unverbrüchlichen Treue gegenüber Christus verbleiben - auch nachdem Gott begonnen hat, unser Leben zu segnen. Hier sind unsere Vorväter in sehr gro­ßer Treue gegenüber Gott einen langen Lebenslauf hindurch standhaft geblie­ben und haben ihren Dienst in Niedrigkeit und einfältiger Treue gegenüber ihrem Herrn und Meister ausgeführt.

Jesus ging aus dem Lager hinaus, als er gekreuzigt werden sollte. Das Kreuz findet man nie innerhalb des Lagers – in all dem religiösen Leben. Die einfäl­tige Treue gegenüber Christus soll mit göttlicher Weisheit gepaart sein. Dies ergibt eine außergewöhnliche geistliche Schlagkraft, die Menschen mit welt­licher Gesinnung nicht ergründen können. Man wird für die Weisen dieser Welt ein Rätsel. Die einfältige Treue ist unsere stärkste geistliche Waffe. Wenn wir uns selbst erniedrigen, verliert Satan seine Macht über uns, denn er kann nur auf Menschen mit fleischlicher Gesinnung einwirken, die sich täuschen lassen von dem, was in den Augen der Menschen groß ist.

„Denn unsre Ermahnung kam nicht aus betrügerischem oder unlauterem Sinn, noch geschah sie mit List, sondern weil Gott uns für wert geachtet hat, uns das Evangelium anzuvertrauen, darum reden wir, nicht, als wollten wir den Menschen gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft…” 1. Thess. 2, 3-4. Sich anbeten zu lassen und in seinem Dienst für Gott Beifall haben zu wollen, hat mit dem Betrug der Sünde zu tun. Gott prüft das Herz, ob man als jemand gelten will, der Weisheit oder sonstigen Glanz besitzt.

Viele haben etwas, was ich als „Schale christlicher Kultur” bezeichnen würde. Es sieht so fein und fromm aus und hat den Schein der Gottesfurcht, aber kratzt man etwas an ihrem so genannten Christentum, dann kommt Satan ziemlich schnell hervor. Wahres göttliches Leben ist heilig und erhöht. Wir sollen keinen menschlichen Glanz haben. Man muss es sehr ernst damit neh­men, nicht bei solchen Gedanken zu verweilen: Wie kam meine Rede an? Wie viel Vertrauen wird mir entgegengebracht? Solche Gedanken führen ins Ver­derben. Es sind Gedanken, die so richtig von der Sünde im Fleisch befleckt sind. Man hasst sein Leben nicht, wenn man so denkt. Wenn man sich so sehr bewusst ist, was man gesagt und getan hat, ist man nicht einfältig. Hasse sol­che Gedanken von ganzem Herzen von deiner Jugend an. Gib einem solchen Gedanken niemals Nahrung und Raum. Betrachte es als große Untreue und als einen Abfall von Gott, bei so etwas zu verweilen. Gibt man solchen eigen­süchtigen Gedanken nach, wird man ein Beispiel für Unglauben und Falsch­heit. Wir müssen eine solche Untreue als eine große Schande betrachten.

„Es kam aber unter ihnen der Gedanke auf, wer von ihnen der Größte sei. Als aber Jesus den Gedanken ihres Herzens erkannte, nahm er ein Kind und stellte es neben sich und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnimmt in mei­nem Namen, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist groß.” Luk. 9, 46-48.

„Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barm­herzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens” Luk. 1, 76-79.

Der Meister selbst war einfältig in seiner Gottesfurcht und in seinem Dienst und blieb bis zum letzten Atemzug in der Liebe bewahrt. Er sprengte die Ban­de der Finsternis und ist wieder auferstanden. Dies ist auch unser Weg zur Auferstehung.