Hirte und Prophet

Kåre J. Smith

- Verlobung – Ehe – Wiederverheiratete

Hirte und Prophet

Verlobung – Ehe – Wiederverheiratete

Verlobung ist nicht Ehe, und es passt selbstverständlich nicht, bevor man hei­ratet, wie Eheleute zusammenzuleben. In erster Linie sollte der Mann die Haupt­verantwortung dafür tragen, dass man in der Verlobungszeit ein reines und gu­tes Leben führt. Die Eltern sollten sich selbst in der Pflicht sehen, ihre eigenen Kinder zu ermahnen, ohne ihnen zu nahe zu treten und ohne gesetzliche Auffas­sungen zu vermitteln. Die Verlobungszeit ist ja eine Zeit, in der man sich besser kennen lernt - nach Geist, Seele und Leib. Diese Zeit soll vorrangig dazu be­nützt werden, das Herz des Anderen kennen zu lernen und in der himmlischen Berufung, die Gott uns gegeben hat, Gemeinschaft zu suchen. Dann werden die Bande zwischen den Verlobten stark und man hat mehr Tragfähigkeit, in den Trübsalen zu bestehen, die früher oder später im Leben kommen.

Man sollte sich deshalb nicht überstürzt verloben. Das ist eine ernste Ent­scheidung mit weit reichenden Konsequenzen. Viele verlieben sich ja in der Jugend, aber das ist absolut kein sicheres Zeichen dafür, wer dein Ehepartner werden soll. Nicht zuletzt in diesen Verhältnissen ist es wichtig und ernst, Gott mit aufrichtigem Herzen zu suchen, so dass Gott Wegleitung geben kann. Es kommt vor, dass Verlobungen gelöst werden, und in einigen Fällen ist es wohl für beide Teile das Beste, dass das Verhältnis aufgelöst wird, bevor man die Ehe eingeht, wenn die Verlobten nicht gegenseitige Liebe verbindet. In einem solchen Fall sollte das Ganze auf eine so respektvolle und gute Weise wie möglich geschehen. Hüte dich davor, vom Anderen herabsetzend zu spre­chen, nachdem das Verhältnis gelöst ist. Redet voneinander mit Respekt! Am allerbesten wäre es gewesen, Gott zu suchen und die Sache vorab so gründ­lich zu prüfen, dass man sich nicht hätte entloben müssen.

Auch wenn es um Ehe, Scheidung oder Wiederverheiratung geht, haben wir uns nur an Gottes Wort zu halten. Jesus sagt ja u. a.: „Ich sage euch aber: Wer seine Frau entlässt, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe. Da sprechen seine Jünger zu ihm: Wenn ein Mann solche Pflichten gegen seine Frau hat, so ist es nicht gut, zu heiraten!” Matth. 19, 9-10 (Schlachter-Übers.).

„Und Pharisäer traten zu ihm und fragten ihn, ob ein Mann sich scheiden dürfe von seiner Frau; und sie versuchten ihn damit. Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten? Sie sprachen: Mose hat zugelas­sen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden. Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben; aber von Beginn der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden. Und daheim fragten ihn abermals seine Jünger danach. Und er sprach zu ihnen: Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet eine andere, der bricht ihr gegenüber die Ehe; und wenn sich eine Frau scheidet von ihrem Mann und heiratet einen andern, bricht sie ihre Ehe.” Mark. 10, 2-12.

In der Welt und unter den Religiösen spricht man vom schuldigen und vom unschuldigen Teil. Jesus tut dies nicht. Viele Dinge sind verborgen und es ist für uns völlig unmöglich zu beurteilen - oder einen Standpunkt dazu einzu­nehmen - wer schuldig und wer unschuldig ist. Es ist wohl auch selten, dass solche, die mehrmals verheiratet waren, eine himmlische Berufung haben. Deshalb muss man auf solche ein wachsames Auge haben, damit ihre Unrein­heit nicht unbefestigte Seelen verdirbt!

Paulus ist ja der Apostel der Heiden und kannte das Gesetz. Deshalb halten wir uns an das, was Paulus sagt. Wir sind Heiden und Paulus ist der Apostel der Heiden. Wir müssen gleichwie Paulus auch im Wesen des Geistes dienen, wenn wir in solchen Verhältnissen Rat geben sollen. In einzelnen Ehen gibt es Gewalt und Misshandlung und manchmal auch Gewalt „in Gottes Namen”. Dies ist selbstverständlich völlig verwerflich und sehr weit weg von Christi Leben.

„Den Verheirateten aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, dass die Frau sich nicht von ihrem Manne scheiden soll - hat sie sich aber geschieden, soll sie ohne Ehe bleiben oder sich mit ihrem Mann versöhnen - und dass der Mann seine Frau nicht verstoßen soll. Den andern aber sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat und es gefällt ihr, bei ihm zu wohnen, so soll er sich nicht von ihr scheiden. Und wenn eine Frau einen ungläubigen Mann hat und es gefällt ihm, bei ihr zu wohnen, so soll sie sich nicht von ihm scheiden.” 1. Kor. 7, 10–13.

Es gibt viele Lebensumstände, mit denen man leben muss, z. B. mit einer Behinderung. Manche haben Unfälle erlebt oder hatten andere traumatische Erlebnisse. Das Leben ist zerstört, sagen die Menschen, aber bedenke, was sie für die Ewigkeit daraus gewinnen können, wenn sie treu sind in dem, wie Gott es für sie gemacht hat. Wir müssen uns an Gottes Wort halten. Die Hei­den waren ja frei vom Gesetz, aber dennoch schreibt Paulus diese Verse.

Sigurd Bratlie schreibt von den Wiederverheirateten und wie sie behandelt werden sollen. Sie können beten und in der praktischen Arbeit in der Gemein­de mitwirken, aber sie können nicht Zeugnis ablegen und man soll keine Ver­sammlungen in ihren Heimen abhalten. Man muss sie in Güte innerhalb des Wirkungskreises halten, der ihnen zusteht. Sie haben also keinen Glauben auseinander zu gehen, aber möchten gerne ihr Leben in der Gemeinde führen. Wir können solchen nicht vorschreiben, auseinander zu ziehen. Das wäre eine Einmischung in die Sachen anderer. Um der Wahrheit willen müssen wir das Licht auf den Leuchter stellen, aber in keiner Weise über Menschen herr­schen. Auch auf diesem Gebiet ist es unsere Aufgabe, das aufzuhalten, was wir aufhalten können, und Gottes Wort zu verkündigen. Wir richten auch nicht die, die draußen sind – diese wird Gott richten.