Hirte und Prophet

- Ratschläge zur Verlobung geben

Hirte und Prophet

Ratschläge zur Verlobung geben

Viele kommen aus einem gewöhnlichen weltlichen Leben zur Gemeinde. Darum kann es nützlich sein, Neulingen davon zu erzählen, wie wir in der Gemeinde leben. Sie haben es oft nötig, auch darüber Verständnis zu bekom­men, dass Verlobung keine Ehe ist. Als Hirte kann man dies als allgemeine Grundlage beleuchten. Lege die Verantwortung auf den jungen Mann - wenn es zu weit geht, ist es in erster Linie die Schuld des jungen Mannes.

Sprich über diese Dinge in Elternversammlungen, so dass die Eltern Ver­antwortung dafür übernehmen, die Kinder zu ermahnen, die verlobt sind oder diesen Schritt noch vor sich haben. Ein Vater sollte seinen Sohn über seine Verantwortung aufklären. Man soll sich nicht vor der Ehe gegenseitig sexuell befriedigen. Unsere Berufung ist es, für die Reinheit und für den Glauben an Sieg zu kämpfen. Vor der Ehe zusammenzuleben oder auch die „wilde Ehe” sind nicht aktuell für jemanden, der an Sieg glaubt und für die Reinheit in seinem Leben kämpft.

Es kann auch richtig sein, den einen Partner zu warnen, wenn einer der Verlobten aus einem sehr schlechten Hintergrund kommt. Diese sollen zur Ruhe kommen von ihrem Hurengeist, so dass es für alle offenbar ist, dass sie Jünger geworden sind, bevor sie eine Ehe eingehen. Es ist unverantwortlich, dass Kinder aus gottesfürchtigen Heimen unter der Oberflächlichkeit solcher gottlosen Halunken und deren Mangel an Gottesfurcht leiden müssen, wenn sie mit ihnen eine Ehe eingehen. Hier müssen Eltern ihre Verantwortung spü­ren und mit ihren Kindern über solche Dinge reden. Genauso sollte man seine Kinder dazu ermahnen, nicht jemandem einen Heiratsantrag zu machen, der überhaupt nicht zum persönlichen Stand und den eigenen Fähigkeiten passt.

„Liebe Brüder, nicht jeder von euch soll ein Lehrer werden; und wisst, dass wir ein desto strengeres Urteil empfangen werden.” Jak. 3, 1. Wir verstehen, dass es nicht so einfach ist, in solchen Dingen Rat zu geben. Sei vorsichtig, dass du die Menschen mit deinem Rat nicht in Verzweiflung und Finsternis führst! In schwierigen Verhältnissen sollte man mit den Aposteln sprechen. Es gibt Menschen, die es lieben, sich in Sachen anderer einzumischen und die gerne Ratgeber in Verhältnissen sein wollen, in denen sie keine Gnade haben, zur Hilfe zu sein. Dadurch zerstören sie viel für sich selbst und die anderen.

„Denn wir verfehlen uns (norw.: straucheln) alle mannigfaltig. Wer sich aber im Wort nicht verfehlt, der ist ein vollkommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten...” Jak. 3, 2. „Darum, liebe Brüder, bemüht euch desto mehr, eure Berufung und Erwählung festzumachen. Denn wenn ihr dies tut, werdet ihr nicht straucheln.” 2. Petr. 1, 10.

Es kann so aussehen, als ob die Apostel sich hier nicht einig seien. Petrus spricht davon, dass wir überhaupt nicht straucheln sollen, während Jakobus schreibt, dass wir uns alle mannigfaltig verfehlen. Petrus spricht über unsere Berufung zu einem siegreichen Leben und dass wir nicht damit fortfahren sol­len zu sündigen. Jakobus spricht über den Dienst und dass man sich im Umgang mit den Menschen in seinen Worten verfehlen kann, zum Beispiel wenn man sich zu einer Sache äußert und Rat gibt. Beim Ratgeben sollte man deshalb vorsichtig sein, Dinge zu nennen, an die der Andere in dem Verhältnis nicht gedacht hat. Hier denke ich zum Beispiel an Verlobung und Ehe. Die Verant­wortung und Entscheidung muss das Paar selbst übernehmen. Ein Hirte kann und darf nicht die Verantwortung für die Entscheidungen und Handlungen an­derer Menschen übernehmen. Durch Mangel an Aufmerksamkeit und Feinge­fühl kann man leicht andere Menschen in solchen Verhältnissen grob verletzen und für die Zeit danach ein schlechtes Verhältnis zu ihnen entwickeln, weil man mit seinen Worten unvorsichtig war und es ihnen dadurch schwer gemacht hat.

Mitarbeiter der Gemeinde, die sich außerhalb der Gemeinde verloben, haben ihre erste Liebe verlassen. Für solche sollte keine Gemeindehochzeit ge­halten werden. Sie sind ja kein gutes Vorbild. Da passt es sich eher mit einer privaten Hochzeitsfeier, bei der ein paar Geschwister aus der Gemeinde an­wesend sind. Mitarbeiter, die solche Entscheidungen treffen, verraten ja die Jüngeren, mit denen sie gearbeitet haben. Besonders schlimm ist es, wenn sie auch noch verherrlichen, was sie getan haben.

Es passt sich auch nicht für die Heiligen, zu einer Hochzeit zu gehen, bei der Geschiedene wieder heiraten wollen. Gibt es solche Anlässe in der nächs­ten Verwandtschaft, dann kann man zum Beispiel der Person aus der eigenen Familie ein Geschenk geben, aber nicht beiden zusammen, sonst segnet man damit ja die Sünde, in der sie beide leben. Sei lieber zur Stelle, wenn sie an eine „Weggabelung” gelangen, wenn Gott ihnen Not sendet und ihnen nahe ist: Vielleicht bekommst du dann die Gnade, ein Mittler zu sein und ihnen den rechten Weg zu verkündigen? „So nähert er sich der Grube und sein Leben den Toten. Kommt dann zu ihm ein Engel, ein Mittler, einer aus tausend, kundzutun dem Menschen, was für ihn recht ist, so wird er ihm gnädig sein und sagen: Erlöse ihn, dass er nicht hinunterfahre zu den Toten; denn ich habe ein Lösegeld gefunden.” Hiob 33, 22-24.