Hirte und Prophet

Kåre J. Smith

- Rat geben in Verbindung mit Abtreibung

Hirte und Prophet

Rat geben in Verbindung mit Abtreibung

„So steht auch geschrieben: Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer le­bendigen Seele; der letzte Adam zu einem lebendig machenden Geiste.” 1. Kor. 15, 45 (Schlachter Übers.). Gott ist der Geber des Lebens. Wir müssen in unserer Arbeit mit den Menschen Ehrfurcht und Respekt vor dem Leben be­wahren. Manchmal werden uns Fragen zu Schwangerschaft und Abtreibung gestellt. Das übergeordnete Verständnis ist ja, dass das Leben, das die Mutter in sich trägt, von Gott ist – es ist heilig, rein und göttlich, ungeachtet der Umstände, die zur Schwangerschaft geführt haben. Wir müssen Respekt vor dem Leben haben.

Das Zusammenleben zwischen Mann und Frau ist im Rahmen der Ehe hei­lig und rein. Aber in unserer Zeit florieren die Sünden der Unzucht so stark, dass dies einen gewaltigen Druck ausübt - nicht zuletzt auf die heranwachsen­de Generation. Ist man schwach und fällt in solche Sünden, passt es nicht, die Hochzeit als ein Gemeindefest zu feiern. Es ist besser, ein privates Fest zu feiern, wenn vor der Hochzeit bekannt ist, dass man schwanger ist. Aber wir fragen die Verlobten nicht darüber aus – das Verborgene ist für den Herrn. Auf der anderen Seite ist es aber auch nicht klug zu lügen.

Wird es später offenbar, dass eine Schwester vor der Eheschließung schwan­ger wurde, darf man dennoch solche Menschen nie vor die Gemeinde zitie­ren, damit sie es dort eingestehen sollen. Das könnte ihnen für das ganze Leben Schaden zufügen. Wir müssen mit den Menschen behutsam umgehen – versuchen, es zu verbergen und ihnen mit gutem Rat zur Seite stehen. Sei vorsichtig, dass du den Menschen nicht zu nahe trittst. Lies 1. Kor. 9, wie Paulus den Menschen zur Erlösung diente.

Auch bezüglich der Schwangerschaft haben wir Gottes Wort als Richtschnur. Die Propheten und Psalmisten schreiben davon: „Wehe dem, der zum Vater spricht: „Warum zeugst du?” und zum Weibe: „Warum gebierst du?” So spricht der Herr der Heilige Israels und sein Schöpfer: Wegen der Zukunft befraget mich! Meine Kinder und das Werk meiner Hände lasset mir anbefohlen sein.” Jes. 45, 10–11 (Schlachter Übers.).

„Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind dei­ne Werke; das erkennt meine Seele. Es war dir mein Gebein nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde, als ich gebildet wurde unten in der Erde. Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen kei­ner da war.” Ps. 139, 13-16.

„Denn siehe, ich will die Meder gegen sie erwecken, die nicht Silber su­chen oder nach Gold fragen, sondern die Jünglinge mit Bogen erschießen und sich der Frucht des Leibes nicht erbarmen und die Kinder nicht schonen…” Jes. 13, 17-18.

Man muss für das, was man tut, Glauben haben. Die Fürsorge für das Wohl und Wehe des Einzelnen muss unser Antrieb sein. Was ist der Grund dafür, dass Einzelne bezüglich Abtreibung um Rat fragen? Manche wollen vielleicht eine Sünde verbergen und möchten die Ehre der Familie bewahren. Es ist schwierig, in einem solchen Verhältnis ohne Gemeinschaft mit dem Apostel einen Rat zu geben. Rät man zum Mord an einer Leibesfrucht – dann hat man wirklich etwas zu verantworten!

Begegne dem, der fragt, mit Fürsorge und Verständnis. Stehe fest zu der Wahrheit, dass alles Leben von Gott ist – Gott ist der Schöpfer. Wir können nicht auf leichtfertige Weise jemandem zur Abtreibung raten, auch dann nicht, wenn die Schwangerschaft durch Vergewaltigung zustande kam. Das Kind gehört ja trotzdem dem Reich Gottes an. Man muss jene, die solche Fragen stellen, in Verbindung mit Gott bringen. Sie müssen selbst wählen und selbst die Verantwortung für ihre Entscheidungen übernehmen. Viele, die eine Ab­treibung vornehmen ließen, haben danach große psychische Probleme wie Angstzustände, Depressionen und Anfechtungen bekommen. In solchen Ver­hältnissen sollte man sich zu allererst Gott hingeben und nicht zu allererst dem Rat des Arztes. Es kann Situationen geben, in denen es sehr schwierig ist, einen Rat zu geben – es kann um Leben oder Tod gehen. Dann muss die Fami­lie selbst zum Glauben daran kommen, was sie tun sollen.

„Den Glauben, den du hast, behalte bei dir selbst vor Gott. Selig ist, der sich selbst nicht zu verurteilen braucht, wenn er sich prüft (norw. Übers.: der sich nicht selbst richtet in dem, was er wählt). Wer aber dabei zweifelt und den­noch isst, der ist gerichtet, denn es kommt nicht aus dem Glauben. Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde.” Röm 14, 22-23. Wähle das, wofür du Glauben hast, aber mache es nicht zu einer Angelegenheit der Ge­meinde. Habe den Glauben zwischen dir und Gott. Wenn jemand für eine Entscheidung Glauben bekommt, muss man ihn stärken in dem, was er wählt.