Um der Sünde willen
In Röm. 8, 3 steht geschrieben, dass Jesus um der Sünde willen kam. Es dreht sich eigentlich alles darum, Sieg über die Sünde zu bekommen und dazu braucht man sowohl Gnade als auch Tatkraft. Als Mensch sind wir sehr trocken und unfruchtbar und brauchen große Gnade von Gott, damit all unser Wandel und Dienst gesalbt wird. Gottes Gnade wird seinen Gesetzen gemäß zugeteilt. Alle Demütigen bekommen Gnade von Gott. Er sieht das Herz an und lässt sich nicht von einem frommen Äußeren imponieren oder betrügen. Am Tage der Prüfung zeigt es sich, ob wir unter denen sind, die die beständigen Gnaden Davids bekommen haben. Jes. 55, 3. David war in Not und lernte Gott in seinen Verhältnissen kennen. Sein Glaube und sein Vertrauen auf Gott machten ihn sehr tatkräftig. Wenn Gott in ihm wirkte, war er voll des Geistes der Kraft und stürmte auf die feindlichen Heere los.
Man nennt Ägypten „Großtuer, der stille sitzt”. Es kann viel Geschwätz und Gerede vorhanden sein, aber wenig Tatkraft. Gott möchte Tatkraft sehen. Wir brauchen deshalb die Gesinnung und den Geist, welche in Boas waren: „…denn der Mann wird nicht ruhen, er bringe es denn heute zu Ende.” Ruth 3, 18. Wir brauchen Gnade, um alle Feinde zu besiegen und unseren Leib von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zu reinigen. Wenn Gott zu uns redet, dass immer noch etwas Unzufriedenheit oder Ärger in unserem Leben zu finden sind, dann müssen wir heute etwas dagegen tun! Wir sind dazu berufen, im Leben über die Sünde zu herrschen. Röm. 5, 17. Die Aufrichtigen spüren ja, wo der Schuh drückt, wenn sie durch die Verhältnisse des Lebens in Bedrängnis geraten. Darum ist es so wichtig, vor den Gnadenthron zu treten, um Gnade zu finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben. Hebr. 4, 16. Gehe hin zum Wort und zum Zeugnis, so dass all das Saure und Bittere verschwindet.
Praktizieren wir Gottesfurcht, dann wird das Sterben Jesu in unseren Leibern wirksam. Das macht, dass auch das Leben Christi durch unsere Leiber offenbar wird. Es kann für andere Menschen ganz verborgen sein, wenn wir in Leiden stehen. Gleichwie das Heer der Ägypter im Roten Meer versank, als sie Mose und das Volk Israel verfolgten, so sollen alle Feinde im Fleisch zum Schweigen gebracht werden im Leben derer, die an der Gottesfurcht und am prophetischen Wort festhalten. Darum ist auch große Freude im Himmel, wenn der Geist der Weissagung die Verkündigung in der Gemeinde erfüllt. Darin liegt Hilfe, das ist Gottes Rede an die Gemeinde! Durch das prophetische Wort werden der Glaube und die Hoffnung lebendig und wir bekommen es in unseren Lebensverhältnissen mit Gott selbst zu tun. Wir werden mit ihm auferweckt und in den Himmel gesetzt, dort wo das Geisterheer der Bosheit keinen Anknüpfungspunkt findet.
Die Menschen haben Angst. Sie verstehen, dass es nicht folgenlos bleibt, wenn man Lebensgesetze übertritt. Aber die fest im Jüngerbund stehen, haben nichts zu befürchten. Sie können der Zukunft unbekümmert und mit erhobenem Haupt entgegengehen. Genauso wie die Glaubenshelden im alten Bund können sie in ihren Lebensverhältnissen Gottes Reich grüßen. Unsere Berufung ist, im Rat des Herrn zu stehen.
„So spricht der Herr Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie betrügen euch, denn sie verkündigen euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des Herrn. Sie sagen denen, die des Herrn Wort verachten: Es wird euch wohl gehen -, und allen, die nach ihrem verstockten Herzen wandeln, sagen sie: es wird kein Unheil über euch kommen. Aber wer hat im Rat des Herrn gestanden, dass er sein Wort gesehen und gehört hätte? Wer hat sein Wort vernommen und gehört?” Jer. 23, 16-18.
Man kann den Menschen keinen göttlichen Rat geben, wenn man in seinem Inneren von Gottes Wort und Gottes Rede wegtreibt. Gott beobachtet sehr genau, ob man das Seine sucht oder sich in den Gedanken des Herzens erhöht. Darum haben wir es nötig, dass ein Geist der Furcht über uns kommt. Es gibt einen himmlischen Rat, der aktuell unterrichtet ist und seine Beschlüsse fasst, je nachdem, ob wir uns in den Gedanken unseres Herzens erhöhen odererniedrigen. Dies können wir deutlich sehen an Gottes Handlungsweise gegenüber König Nebukadnezar in Daniel im 4. und 5. Kap.
Die meisten der Gemeinden in Kleinasien waren auf dem Weg zu sterben. Sie standen nicht mehr in Gottes vertrautem Rat und waren von der einfältigen Treue ihm gegenüber abgewichen. Gott übt mit seinen Engeln Rache an denen, die seinem Evangelium nicht gehorsam waren, Rache an der Hure und der falschen Gnade. Darum schreibt auch Judas davon, dass sich unter die Heiligen gottlose Menschen eingeschlichen hatten, die Gottes Gnade für ihre Schamlosigkeit missbrauchten. V. 4. Sie fühlten sich im sozialen Umfeld der Gemeinde wohl, waren aber nicht selbst Jesu Jünger geworden. Sie hatten nicht persönlich die Gnade benutzt, um aus der Sünde herauszukommen. Nachdem wir die Vergebung der Sünden empfangen haben, sollen wir ja durch sein Leben errettet werden! Röm. 5, 10.
Die falsche Verkündigung der Gnade wird oft als Deckmantel eines schlechten Lebens benutzt. In der Gemeinde soll der Geist des Sieges das Feld bestimmen. Lasst uns der Witwe in ihrer Ganzherzigkeit und ihrem Eifer nachfolgen. Luk. 18, 1-7. Ohne die gleiche Aufdringlichkeit erleben wir auch nicht, dass wir Recht gegen unseren Widersacher bekommen - man kommt nicht richtig zum Sieg über die Sünde. Es dauert eine Zeit, bis man zu echtem Sieg im Leben kommt, und Gott hat kein Wohlgefallen an Stolz und menschlicher Stärke. Darum führt er uns oft hinunter in unseren eigenen Kot, damit wir von Herzen demütig werden sollen.
Brüder, die an ihren Heimatorten die Verantwortung tragen, sollen Vorbilder sein in Liebe und Güte. Soll Geist über uns kommen und soll unser Dienst zum Segen für die Menschen werden, müssen wir selbst geopfert sein. Wenn die Liebe regiert, verbinden sich die Herzen miteinander. Dies geschieht nicht durch Erkenntnis allein. Es ist das Leben, das uns vereint, und praktizieren wir nicht dieses Leben, von dem das Evangelium spricht, erfahren wir auch keine echte Gemeinschaft und Bruderschaft. Wir müssen das Leben führen, das Christus lebte, wo die Sünde im Fleisch verdammt wurde. Es muss von unserem Geist duften, dass wir geopfert und mit allem in dieser Welt fertig sind. Wenn wir hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, kommt Gott uns entgegen und öffnet uns seine reiche Vorratskammer. Das Wort ist wie ein Feuer, das in unserem Fleisch Gericht hält, dass all das Starke und Stolze zermalmt wird.
Im Evangelium liegt eine Kraft Gottes zur Erlösung, die es ermöglicht, alle Feinde im Fleisch auszurotten und das Leben Christi durch unseren Leib zu offenbaren. Es ist unglaublich, was ein Mensch leisten kann, um durch seine Werke Ehre und Größe zu erlangen. Aber das ist weit weg von Christi Sinn. Habsucht ist auch eine Sünde, die gegen den Geist des ganzen Evangeliums streitet. Jesus war eine Gabe und ein Opfer und wollte nichts für sich selbst behalten, selbst das nicht, Gott gleich zu sein. Wenn wir vom Geist getrieben werden, hört es mit aller Sünde auf. Wir vollbringen nicht die Begierden des Fleisches. Gal. 5, 16-17. Denke, in welch herrliche Freiheit wir bereits während unserer Lebenszeit eingehen können! Alles, was in unserem Fleisch wohnt an Sympathie, Antipathie, Neid, Unzufriedenheit und Hochmut, kann ausgerottet werden, so dass dort, wo wir sind, Einheit und Gemeinschaft aufgebaut werden.
