Hirte und Prophet

- Gnade und Wahrheit

Hirte und Prophet

Gnade und Wahrheit

„Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.” Joh. 1, 14.

Die Religiösen wollen nur die Gnade haben, aber wenn sie die Gnade ohne Wahrheit haben wollen, was sollen sie dann mit der Gnade? Gnade ohne Wahr­heit ist ein großer Betrug und beinhaltet keine Erlösung.

„Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.” Matth. 1, 21. Wir sollen von unseren Sünden errettet werden. Die Gnade soll etwas in uns ausrichten. Weist man bei religiösen Menschen auf die Sünde hin, sagen sie: Du sollst nicht richten! Sie glauben, dass sie unter der Gnade sind und dass alles in Ordnung geht, wenn sie in den Himmel kommen. Hier sind Millionen von Gläubigen betrogen!

„Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit.” 1. Joh. 1, 6. Die Wahrheit soll getan werden! Johannes schrieb in einer brennenden Liebe an die Menschen, damit sie nicht vom Antichristen verführt werden sollten. Wir lesen die gleiche Bibel und wir glauben auch, dass das Wort getan werden soll. Deshalb werden wir von unseren Sünden erlöst, während diejenigen, die nicht zum Glaubensgehorsam kommen, in ihren Sünden verbleiben.

„Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben. Und solche sind eini­ge von euch gewesen. Aber ihr seid rein gewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.” 1. Kor. 6, 9-11.

Unter den Korinthern gab es viele tief gefallene Menschen. Sieh, welche Gnade und Kraft solche Menschen bekommen können, wenn sie aus der Sünde heraus­wollen. „Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft.” V. 14. Durch die Gnade war ihnen aus der Sünde herausge­holfen worden. Wenn wir die Sünde erkannt haben, dann hat die Gnade ein Werk in uns zu tun.

„Denn viele Verführer sind in die Welt ausgegangen, die nicht bekennen, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Anti­christ.” 2. Joh. 7.

„Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott.” 1. Joh. 4, 1-2. Die verführenden Geister haben einen anderen Jesus.

Um uns von unseren Sünden zu erlösen, musste er im Fleisch offenbart werden. Satan hatte Macht auf Grund der Sünde. Als Jesus auf Golgatha starb, war er fertig mit der Sünde. Die Absicht ist, dass auch wir mit der Sünde fertig werden. 1. Petr. 4, 1. Hier soll die Gnade ein überaus großes Werk in uns vollführen.

„Ich danke unserem Herrn Jesus Christus, der mich stark gemacht und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt, mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfah­ren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben.” 1. Tim. 1, 12-13.

Die Wahrheitsliebe, die Paulus in seinem Inneren hatte, bewirkte in seinem Bewusstsein, dass er der größte aller Sünder war. Er beugte sich so tief und darum kam diese unfassbare Gnade über sein Leben. Jegliche Ehre war aus­geschlossen, weil alles durch Glauben geschehen war. Es gab nichts, das Paulus in eigener Kraft ausgerichtet hatte.

„Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.” 1. Kor. 15, 10.

Wird man groß und stark durch das, was man ausgerichtet hat, kommt man unter das Gesetz. Dann wird man leicht kritisch und unzufrieden. „Doch nicht ich, sondern Gottes Gnade die mit mir ist” – von dieser Herzenserkenntnis dürfen wir niemals wegkommen!

„Weiter, liebe Brüder: Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob - darauf seid bedacht!” Phil. 4, 8.

So ist man eingestellt, wenn man lebendig für Gott ist! Man ist tot für die Sünde und lebendig für das Gute! Denke, was die Gnade in Paulus’ Leben ausgerichtet hatte - und jetzt kann das Gleiche in dir geschehen! Sei demütig und erkenne deine Sünde! Denn das ist die Hilfe und die wahre Gnade.

„Denn wir haben nicht einen Hohenpriester der nicht mitleiden könnte mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem so wie wir, doch ohne Sünde.” Hebr. 4, 15. Er war ein Mensch, und als Mensch musste er sein Kreuz tragen. Er war so treu, dass der Vater ihn ausbilden konnte, und er nahm zu an Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

„Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.” V. 16. Gnade, wenn wir Hilfe nötig haben – da den­ken die meisten Gläubigen an Heilung und Wunder, aber nicht daran, dass sie in der Stunde der Versuchung die Gnade bekommen sollen, die ihnen hilft, damit sie nicht in die Sünde fallen. Suchen wir Hilfe in der Stunde der Versu­chung, dann bekommen wir Hilfe!

Paulus wurde ein Mann des Geistes mit ausgeprägtem Feingefühl. Erfüllt von einer Liebe, die ihnen auch die Wahrheit sagen konnte, half er den Men­schen aus ihren Sünden heraus. Wie weit ist das weg vom heutigen Verständ­nis, wonach Liebe fast ein Synonym für Toleranz ist, was bedeutet, dass keine Sünder ausgeschlossen werden sollen.

Eine große Kraft der Gnade kann über uns sein, wenn wir in allen Lebens­verhältnissen guten Mutes sind. Gott sandte an Pfingsten seinen Geist auf die Erde, damit wir Kraft über uns bekommen konnten. Der Geist wird nach dem Maß der Demut gegeben. Es ist davon auszugehen, dass die Apostel, Hirten und Lehrer sich am meisten gedemütigt und darum von Gott am meisten Gna­de empfangen haben. Durch diese Gnade können sie der Gemeinde dienen und sie erbauen. Paulus rühmte sich seiner Schwachheit - wenn er in sich selbst schwach wurde, wurde er stark in Gott. Ist das nicht auch deine Le­benserfahrung?

Durch die Gestalt der Lehre und dadurch, dass wir die Wahrheit erkennen, können wir zu diesem Leben kommen. Wenn der, der die Gewalt des Todes hat, in unserem Leben zunichte gemacht wird, gehen wir einer herrlichen Entrückung entgegen. Ist diese Hoffnung in uns lebendig, ist dies mehr wert als alles andere. Solange wir am Kreuz hängen, gibt es Leiden, aber haben wir ausgelitten, dann sind wir fertig mit der Sünde. So entwickelt es sich Schritt für Schritt. Wir kommen dann zu einer herrlichen Freiheit in unserem Innern und werden glücklich und frei in unserem Geist. Gott allein bekommt die Ehre für ein solches Leben.