Hirte und Prophet

- Vergönnt mit ihm zu leiden

Hirte und Prophet

Vergönnt mit ihm zu leiden

„…was ihnen ein Anzeichen der Verdammnis ist, euch aber der Seligkeit, und das von Gott. Denn euch ist es gegeben um Christi willen nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch um seinetwillen zu leiden,” Phil. 1, 28-29. Viele kommen nicht zu Weisheit, weil sie mit ihm zu leiden nicht als etwas ansehen, was ihnen vergönnt ist. Darum gibt es selbst unter uns nur wenige mit überra­gender Weisheit. Sie wollen nicht in die Schwachheit hinein und mit ihm lei­den. Darum werden sie auch nicht mit ihm verherrlicht. Dadurch, dass er im Fleisch litt und im Geist lebendig gemacht wurde – auf diesem Weg - kam Jesus zu den Schätzen der Weisheit und der Erkenntnis. In seiner Erniedri­gung lagen diese Schätze verborgen in ihm, aber wer konnte es sehen? Darum ist es sehr gefährlich, die zu verachten, die um Jesu willen in der Erniedrigung stehen und von den Menschen verspottet werden. Verachtet man solche, rührt man Gottes Augapfel an, und dies tut man nicht ungestraft. Wenn dein Bruder in der Erniedrigung ist, dann erhöhe dich nicht, sondern bete für ihn. Sei gut und barmherzig, so wirst du in deinem eigenen Leben und in deinen Lebens­verhältnissen zu Weisheit kommen.

Viele, die die Gnadengabe der Weisheit hatten, hielten sich wohl für größer als Paulus persönlich. Sie glaubten, sie könnten Paulus beurteilen und schätz­ten ihn gering wegen der Behandlung, die Gott ihm gab, als er zum Beispiel im Gefängnis saß. „Er hat nicht viel Weisheit, dieser Paulus, jetzt ist er wieder gefangen. Er hätte mehr Weisheit haben sollen, dann hätten sie ihn nicht ein­gesperrt. Das ist ja eine Schande für den Namen Jesu.” So saßen sie wohl bequem in ihren Häusern und kritisierten ihn. Aber wer konnte verstehen, warum Gott solches tat, und dass sich Paulus in seiner Weisheit zu dem, was er sagte und tat, leiten ließ? Die Auswirkungen waren ja unter anderem, dass er Zeit dazu bekam, seine Briefe zu schreiben - die solch ein Leitstern und so ein kräftiges Licht zur Erlösung geworden sind, dass Gott sie als sein eigenes Wort anerkannte, als er las, was Paulus schrieb. Das Weisheitsvollste und Herrlichste, was je geschrieben worden ist, wurde von einem Mann geschrie­ben, der von vielen als Abschaum der Welt betrachtet wurde. Man wird arm und klein, wenn man über eines solchen Mannes Leben und Wirken in Treue gegenüber seinem himmlischen Bräutigam nachdenkt! Wir hatten auch in unserer Zeit Brüder, die verachtet und verworfen waren, und sie wurden be­trachtet, als wären sie außerhalb. Doch sie werden innerhalb bleiben in alle Ewigkeit! Sie waren dem Wort gegenüber treu und ließen sich in großer Treue vom heiligen Geist leiten. Das sind große Gottesmänner!

Die zehntausend Zuchtmeister in Korinth lehrten die Korinther etwas, was sie nie hätten lehren dürfen. Sie lehrten sie, die Väter in Christus zu verachten.

Dadurch verwarfen sie auch die verborgene Weisheit der Väter - Gottes verbor­gene Weisheit. Darum standen sie in Gefahr, für alle Ewigkeit außerhalb zu landen. „Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe.” Joh. 15, 2. Sich den Vätern in Christus zu widersetzen ist das Gleiche, wie sich Gott zu widersetzen. Es endet oft damit, dass sich die Erde auftut und die ver­schlingt, die das tun! Jesus erwartet, dass wir Frucht bringen und in einer Ent­wicklung stehen. „Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, dass sie nicht alle von uns sind.” 1. Joh. 2, 19.

Wir müssen alle in Verhältnisse kommen, in denen wir das reinigende Feu­er Gottes spüren. Zieht man sich von diesem Feuer zurück, entzieht man sich der Möglichkeit zur Erlösung und Heiligung.

„Und müssest hernach seufzen, wenn dir Leib und Leben vergehen und sprechen: Ach, wie konnte ich die Zucht hassen und wie konnte mein Herz die Warnung verschmähen!” Spr. 5, 11-12. „Wenn du den Toren im Mörser zer­stießest mit dem Stampfer wie Grütze, so ließe doch seine Torheit nicht von ihm.” Spr. 27, 22.

Solche Menschen schätzen ihre Berufung gering und ruinieren sich selbst in der Weise, dass sie das ewige Leben verlieren.

„Die Erkenntnis bläht auf, aber die Liebe baut auf.” 1. Kor. 8, 1. Frage dich selbst, wie viel du zur Erbauung beiträgst und sei demütig in deinen Gedan­ken über deine eigenen Fähigkeiten. Dann wird Gott dich zu seiner Zeit erhö­hen. Lerne von Joseph und anderen Gottesmännern und Frauen, die den Weg des Leidens zur Herrlichkeit gegangen sind. Sie demütigten sich in ihren Lebensverhältnissen und Gott erhöhte sie zu seiner Zeit. Ich kenne nieman­den, der etwas Wahres und Echtes von Gott empfangen hat, ohne dass er den Weg des Leidens gegangen ist.

Durch den Geist der Weissagung, den Geist des prophetischen Wortes, ge­hen wir durch Leiden zur Herrlichkeit, auch in unserer Zeit. Die daran mitar­beiten, die Gemeinde zu bauen, haben einen Sinn für diesen Weg. Dieser Weg ist dem natürlichen Menschen verborgen, wird aber dem Gottesfürchtigen offenbart. „Nach dieser Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der Gnade geweissagt haben, die für euch bestimmt ist, und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen soll­ten, und die Herrlichkeit danach.” 1. Petr. 1, 10-11.

„Seit der Zeit fing Jesus an, seinen Jüngern zu zeigen, wie er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten und Hohepriestern und Schrift­gelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fuhr ihn an und sprach: Gott bewahre dich Herr! Das widerfahre dir nur nicht! Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh weg von mir Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du meinst nicht, was gött­lich sondern was menschlich ist.” Matth. 16, 21-23. Der ganze menschliche Sinn ist dagegen, dass man leiden soll. Hätte Jesus auf Petrus gehört, wäre das Erlösungswerk zugrunde gegangen. Hier zeigt der Geist der Weisheit auf den Weg: Durch Leiden zur Herrlichkeit! „Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?” Luk. 24, 25-26.

Die Weisheit wird in der Ewigkeit regieren. Gottes Weisheit umfasst so vieles. Sie ist wie ein grenzenloses großes Meer. Darum ist für uns Menschen die Weisheit aufgeteilt in Gesetze des Geistes, der lebendig macht, damit sie verstanden werden kann. Die Weisheit erfordert ganze und volle Reinheit in Bezug darauf, das Seine zu suchen. Dann kommt die enorme Beweglichkeit hervor, die in der Weisheit liegt aufgrund ihrer weichen Eigenschaften - Barm­herzigkeit, Güte, Milde, Sanftmut; dadurch wird der Leib Christi erbaut.