Hirte und Prophet

- Weisheit als Gnadengabe – weise sein

Hirte und Prophet

Weisheit als Gnadengabe – weise sein

In Korinth gab es Personen, die das, von der Weisheit zu reden und von der Erkenntnis zu reden, als Gnadengabe hatten. Auch Salomo erhielt dies als eine Gnadengabe. Niemand auf Erden war so weise wie er. In seiner Jugend war er voller Kraft und seine Weisheit gleich einer gewaltigen Flut. Aber als er alt wurde, gab er seine Kraft den Frauen. Auch er verdarb seine Weisheit wegen seines Glanzes. Beginnt man sich auf Grund dessen, was man bekom­men hat, zu erheben, hat man sich schon die ersten Schritte von Gottes Weis­heit entfernt.

Es gibt weise Menschen, die weise Ratschläge geben können, es aber trotz­dem nicht verstehen, sich selbst zu helfen. So war es auch in Korinth. Ihre Verkündigung war zwar gut und richtig, aber trotzdem besaßen sie keine Weisheit, weil sie nicht verstanden, das zu praktizieren, worüber sie so richtig sprechen konnten. Es fehlte ihnen das Wesentliche, um das zu praktizieren, nämlich die Liebe. Darum sagt Paulus auch: „Strebet aber nach den größeren Gaben! Und ich will euch einen noch besseren Weg zeigen.” 1. Kor. 12, 31. Der bessere Weg ist kein Gegensatz zu den Gnadengaben, sondern ist ein besserer Weg dazu, die Gnadengaben zu bekommen. Der bessere Weg ist die Liebe. Alle Gnadengaben kann man durch Glauben empfangen, aber viele zerstören ihre Gnadengaben auf Grund ihrer Schwachheit gegenüber der Ehre von Menschen. Wenn ich Weisheit vor Augen und Liebe in meinem Herzen habe, achte ich auf mich selbst und auf die Lehre und praktiziere das, worin ich Verständnis und Erkenntnis habe. Dann wird die Weisheit durch meinen Leib offenbar und meine Lebensführung wird ein Licht für die Menschen und bestätigt die Worte, die ich verkündige. Selbst wenn man die richtige Rede führt, wird man dennoch zum falschen Propheten, wenn man das nicht lebt, was man predigt!

„Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt. So denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegsto­ßen von seiner Stätte - wenn du nicht Buße tust.” Offb. 2, 4-5. Man muss sich davon bekehren, vor dem Angesicht der Menschen zu leben und Ehre von ihnen zu nehmen. Wenn man gleich wie Satan zur Erde geworfen wird, so dass man den Menschen imponiert, dann ist man tatsächlich von etwas abge­fallen. Auf diese Weise sind viele Erweckungen gestrandet. Besonders wenn Gott segnet und die Arbeit durch seinen Segen groß wird, ist man leicht dazu versucht, Ehre von Menschen zu nehmen. Wird man hier schwach, verliert man seine Verbindung mit Gott.

„Und wer da wird übrig sein in Zion und übrig bleiben in Jerusalem, der wird heilig heißen, ein jeder, der aufgeschrieben ist zum Leben in Jerusalem. Wenn der Herr den Unflat der Töchter Zion abwaschen wird und die Blut­schuld Jerusalems wegnehmen durch den Geist, der richten und ein Feuer anzünden wird, dann wird der Herr über der ganzen Stätte des Berges Zion und über ihren Versammlungen eine Wolke schaffen am Tage und Rauch und Feuerglanz in der Nacht. Ja, es wird ein Schutz (andere Übersetzungen: eine Decke) sein über allem, was herrlich ist.” Jes. 4, 3-5.

Jeder, der in fleischlicher Pracht lebt oder sie bewundert, findet es schwie­rig, mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir sind außerhalb des etablierten religi­ösen Lebens, und dort sollen wir auch bleiben. Außerhalb des Lagers begeg­nen wir dem Geist des Gerichtes und der Reinigung, damit wir Jesus entge­gengehen können und ihn sehen, wie er ist. Viele versuchen mit ihrer Er­kenntnis und Weisheit herauszufinden, an welchem Tag und zu welcher Stun­de Jesus wiederkommt, aber sie haben trotzdem nicht die Weisheit, sich für diesen Tag bereit zu machen. Was nützt es, den Tag der Wiederkunft Jesu zu wissen, wenn man nicht bereit ist, ihm entgegenzugehen? Die Weisheit, sich bereit zu machen, ist für die Weisen dieser Erde verborgen.

Die Gemeinde wurde am Kreuz geboren, und sie kann nur leben durch den Geist des Gerichts und der Reinigung, den Geist, der die Gemeinde weiterhin mit ihm gekreuzigt hält. Soll Gottes Wort in der Gemeinde weiterhin wirken können, ist es von größter Bedeutung, dass wir das Zeichen der Beschneidung bewahren. Durch dieses Zeichen, das Gott Abraham gab, sind die Juden als Gottes Volk bis in unsere Zeit bewahrt worden. Für uns bedeutet dies ganz einfach, dass unser Herz 360° Grad beschnitten werden muss, so dass Satan durch die sichtbare Welt keinen Zugang zu unserem Herzen findet. Dann öff­net Gott unsere Augen für die unsichtbare Welt und deren Weisheit, die die Weisheit von unten weit übertrifft. Solchen Menschen kann Gott sein Wort anvertrauen. Die Weisheit von unten her ist sinnlich, irdisch und teuflisch, aber sie ist für die Menschen trotzdem begehrenswert, weil sie ihnen Vorteile in dieser Welt bietet. Hier ist Gott sehr aufmerksam. Er kennt das Verborgene der Menschen und hat sich hier noch nie getäuscht.

„Der von oben her kommt ist über allen. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der vom Himmel kommt, ist über allen und bezeugt, was er gesehen und gehört hat; und sein Zeugnis nimmt niemand an. Wer es aber annimmt, der besiegelt, dass Gott wahrhaftig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, redet Gottes Worte; denn Gott gibt den Geist ohne Maß.” Joh. 3, 31-34.

Dass jemand die Rede der Weisheit als Gnadengabe erhalten hat, bedeutet nicht unbedingt, dass ihm auch Gottes Wort anvertraut wurde. Hier prüft Gott die Menschen ständig aufs Neue - besonders in Bezug auf Ehre und ob man den Menschen gefallen will. „Sondern weil Gott uns für wert geachtet hat, uns das Evangelium anzuvertrauen, darum reden wir, nicht, als wollten wir den Men­schen gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft.” 1. Thess. 2, 4. Gott hatte Paulus für treu erfunden und setzte ihn zum Dienst. An solche Dinge müssen wir ständig erinnert werden. Aufgrund der Schwachheit des Fleisches laufen wir ständig Gefahr abzuweichen. „Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbei treiben.” Hebr. 2, 1. Des­halb brauchen wir auch Jesu innige Ermahnung an seine Jünger und an uns alle: „So wacht nun; denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder am Morgen, damit er euch nicht schlafend finde, wenn er plötzlich kommt. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet!” Mark. 13, 35-37.