Hirte und Prophet

- Einige Ratschläge und Hinweise für Kinder- und Jugendarbeiter

Hirte und Prophet

Einige Ratschläge und Hinweise für Kinder- und Jugendarbeiter

Es ist sehr wichtig, für die Kinder- und Jugendarbeit die richtigen Personen zu gewinnen. Es müssen gottesfürchtige Menschen sein, die mit dem Verant­wortlichen der Gemeinde Gemeinschaft haben. Die Gemeinde muss heilig und rein gehalten werden, sonst leiden die Kinder Schaden. Die Hirten tragen eine besondere Verantwortung, dass es nicht in Leichtsinn ausartet. Wir haben auch keine irdischen Aktivitäten und Angebote für Rüpel. Unsere Stätten dürfen nicht für Sünde und Gottlosigkeit benutzt werden. Es ist wichtig, dass die geistlichen Aktivitäten erste Priorität haben. Sei gut, aber fest! Wir brauchen Arbeiter, die Visionen haben für die Arbeit, die sie mit den Jüngeren tun sol­len. Es lohnt sich zu arbeiten, es bringt Früchte. „Wo man arbeitet, da ist Gewinn; wo man aber nur mit Worten umgeht, da ist Mangel.” Sprüche 14, 23. Selbst wenn es zeitweise etwas ärmlich aussieht, lohnt es sich zu arbeiten. Die Gesinnung muss Leitung und Ausrichtung erfahren. Ab und zu muss man klar und deutlich sagen: So ist es, so wird es, und so soll es sein. Wir müssen verstehen, was die Gemeinde ist und was ihre Aufgabe ist in der Endzeit.

Die Jugend muss lernen, sich nicht in die Angelegenheiten anderer einzu­mischen. Diejenigen, die sich in die Angelegenheiten anderer einmischen, werden in der Gemeinde nie einen Stab erhalten, der blüht. Sie brauchen Hil­fe, um ihren Platz zu finden. Alle, die zur Gemeinschaft mit Gott gelangt sind, haben den Geist der Gottesfurcht bekommen und leben darin. Wir müssen in Beweisung des Geistes und der Kraft darüber reden, was die Gemeinde ist, damit die Sinne ausgerichtet werden und alle verstehen, um was es geht.

Wie ist es an deinem Heimatort? Hilfst du mit, die Gottesfurcht zu stärken? Dann musst du im täglichen Leben von Gottes Geist getrieben werden, so dass der Geist dich dazu gebrauchen kann, Menschen aus Satans Netz zu be­freien. Dann darfst du nicht an dich selbst und deine Gnadengaben denken, sondern nur daran, gegenüber den Wirkungen des Geistes treu zu sein. Wenn der Geist wirkt, können Funken von dir sprühen. Bleibe in der ersten Liebe zu Christus bewahrt! Die meisten Arbeiter, mit denen es schlecht geht, gehen zugrunde wegen Ehre, Geld oder Frauen. Sei deshalb gegen alle Sünde und Unreinheit brennend eifrig und geradlinig in deinem Herzen. Sei beschnitten gegenüber fleischlicher Verwandtschaft und Freundschaft. Alle, die Ehre su­chen, fallen Sauls Gesinnung anheim. Diese Gesinnung ist auf ewig verflucht! Denke daran, dass du es mit dem lebendigen Gott zu tun hast in der lebendi­gen Gemeinde Gottes. Verkündige deshalb das Wort vom Kreuz! Lass es in deinem eigenen Leben wirken und lege dir die Gemeinde aufs Herz. Alle, die ein Leben in Gemeinschaft mit Gott führen, wandeln in Gottesfurcht. Sie sind in Wahrheit demütig und rechnen nicht mit sich selbst oder ihren Gnaden­gaben.

Am Arbeitsplatz gibt es oft Menschen, die Macht über deine Person haben wollen. Hier muss jeder feststehen und Gott dienen. Lass dich nicht von bö­sen Menschen und starken Geistern aus dem Sattel heben. Bewahre das Gleich­gewicht und sei ungeheuer stark in deinem inneren Menschen – dem psychi­schen – so dass du sie im Herrn und seiner gewaltigen Kraft besiegen kannst. Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Geistes­mächte, die solche Menschen steuern.

Es ist sehr wichtig, zu der Stille und Armut zu kommen, die bewirkt, dass man Gottes Rede hört. Jeden Tag soll es Wachstum und Entwicklung geben, und dazu haben wir es nötig, erneuert zu werden in Geist und Sinn, um in Gottes Gedanken einzudringen. Bewahre deinen Namen, indem du Jesus in der Erniedrigung nachfolgst. Hier bekommst du eine kräftige Abneigung ge­gen die Größe deines eigenen Namens. Alle die Jesu Größe in seiner Ernied­rigung erkannt haben, entwickeln eine Abneigung gegen eigene Größe. Erst in den himmlischen Wohnungen sollen wir groß werden.

„Da wir nun, Brüder, Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu, auf dem neuen und lebendigen Wege, welchen er uns eingeweiht hat durch den Vorhang hin, das ist sein Fleisch.” Hebr. 10, 19-20. (Elberfelder Übers.) In aller Aktivität ist es wichtig, klar vor Augen zu haben, dass der Weg durchs Fleisch geht, so dass man immer auf dem neuen und lebendigen Weg bewahrt bleiben kann. Es soll heller und heller werden bis zum vollen Tag! Wir sollen uns untereinander in die Augen sehen und sagen können: „Ich weiß, was für Gedanken ich über dich denke.” Wir müssen et­was servieren, das brennend und warm ist. Eine Hausfrau holt nicht ein Mit­tagessen direkt aus der Gefriertruhe und stellt es auf den Mittagstisch. Mögen wir einander in der Kraft der Liebe dienen! Dann geraten wir nie in Kälte und Bitterkeit hinein.

Das Leben ist mehr als Speise und der Leib mehr als Kleidung. Es ist leicht, auf das Äußere zu zeigen und bezüglich äußerlicher Verhältnisse Druck aus­zuüben. Sei vorsichtig damit! Du kannst leicht ein Pharisäer werden. Luk. 11, 39-41. „Gebt doch was drinnen ist, als Almosen, siehe, dann ist euch alles rein.” Tut man das nicht, dann wird man ein blinder Blindenführer. Natürlich merken die Sehenden, wer blind ist.

Das Bedürfnis, Ordnung zu schaffen, zu herrschen, mit Fingern zu zeigen und so weiter, ist Hundedienst. Das hat nichts mit dem Evangelium zu tun. Das ist reines Pharisäertum. Denk, all dies als Almosen zu geben, so dass man sehend wird und sich über das freuen kann, was Gott wirkt. Zwänge die Men­schen nicht in ein sektiererisches Verständnis hinein. So etwas ist eine Ent­gleisung im Verhältnis zur Berufung und Aufgabe der Gemeinde.

„Desgleichen, dass die Frauen in schicklicher Kleidung sich schmücken mit Anstand und Zucht, nicht mit Haarflechten und Gold und Perlen oder kostbarem Gewand, sondern, wie sich’s ziemt für Frauen, die ihre Frömmig­keit bekunden wollen, mit guten Werken.” 1. Tim. 2, 9-10. Eine echte Tochter Saras erkennt in ihrem Herzen, was ehrbar und gut für sie ist. Hier besteht kein Bedarf für äußeren Druck. Unsere Aufgabe wird sein, die Gottesfurcht zu wecken. Wir sollen die Menschen nicht uniformieren. Wir sollen sie nicht unters Gesetz tun und ihnen das Ohr fürs Evangelium wegnehmen. Die meis­ten haben einen natürlichen Sinn für das was gut wirkt. Sollte sich jemand sehr unanständig kleiden, können ja die reifen Schwestern in aller Güte er­mahnen.

Rede Gottes Wort und wecke die Gottesfurcht. Lehre die Menschen, vor dem Angesicht Gottes zu wandeln. Das ist unsere Aufgabe. Habe Fürsorge für die Schafe und gib ihnen Nahrung. Es kostet etwas, die Nahrung hervorzu­bringen. So ist es im Natürlichen, und so ist es auch im Geistlichen. Die Väter können diese Hilfe geben. Man kann nicht den Hirten übergehen, wenn man Ordnung in Gemeindeverhältnisse bringen will.

„Wie ihr nun den Herrn Christus Jesus angenommen habt, so lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und seid reichlich dankbar. Seht zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht Christus. Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und an dieser Fülle habt ihr teil in ihm, der das Haupt aller Mächte und Gewaltigen ist. In ihm seid ihr auch beschnit­ten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschieht, als ihr nämlich euer fleischliches Wesen ableget in der Beschneidung durch Chris­tus.” Kol. 2, 6-11.

Es gibt ein mathematisches Verhältnis zwischen der Quadratmeterzahl der Segelfläche und dem Gewicht in einem Boot. Manche Jugendliche fahren mit voll gehissten Segeln, obwohl sie wenig Ballast oder Gewicht tief unten im Bootsraum haben. Wenn man solche lobt, setzen sie gerne ein weiteres Segel und kentern. Dann trägt man dazu bei, sie zu zerstören. Es ist selbstverständ­lich eine Torheit so etwas zu tun.

Eine Redensart lautet, den Finger in die Erde zu stecken und darüber nach­zudenken, wo man eigentlich herkommt. Das braucht man, um in Demut be­wahrt zu bleiben. Viele haben in ihrem Unverstand solche hochgejubelt, mit denen man in der nachfolgenden Zeit viel Mühe hatte. Wenn du an solch einer schlechten Arbeit mitgewirkt hast, ist es gut, dies als Ballast in deinen Kiel zu nehmen, zur Hilfe, künftig bewahrt zu bleiben. Viele Hirten bekamen Schwie­rigkeiten, weil einzelne in Erweckungszeiten im Unverstand kräftige Über­griffe vornahmen, und andere mussten hart arbeiten, um die Dinge im rechten Lot zu halten. Einige waren so hoch oben, dass sie selbst in Anwesenheit der Allerältesten ohne Unterbrechung redeten. Mehrere solche wurden in jener Zeit im Lauf zurückgesetzt. Es braucht Zeit, wieder Vertrauen aufzubauen. Geht man mit Gedanken darüber um, dass man nicht genug zum Zug gekom­men sei, ist man selbstklug.

Manche reisen zu anderen Gemeinden, ohne dass die Brüder am Heimatort davon wissen und ohne dass es in Gemeinschaft mit denen geschieht, die die Hauptverantwortung in der Gemeinde tragen. Die Brüder, die ausgesandt werden, müssen ja Jesus in die Erniedrigung gefolgt sein, sonst leiden sie Schaden. Jegliche derartige Wirksamkeit muss im Geist der Bruderschaft ge­schehen.

Die Eltern müssen ihre Kinder so erziehen, dass sie gottesfürchtig werden und nicht gottlos. Diese Verantwortung liegt bei den Eltern. Auch in der Ge­meinde müssen die Kinder lernen zu gehorchen. Guterzogene Kinder werden zum Beispiel an den Liegenschaften der Gemeinde in der Regel keine Sach­beschädigungen anrichten. Sollte so etwas vorkommen, muss die Rechnung an den geschickt werden, der den Schaden bewusst verursacht hat. Sie müssen ja lernen, dass ein solches Verhalten nicht akzeptiert wird. Wir sollen nicht mit Rüpeln arbeiten. Es ist ungerecht, mit diesem Pack zu arbeiten, während man die versäumt, mit denen wir eigentlich arbeiten sollten.

Wir müssen mit unseren Kindern so arbeiten, dass sie christlich werden. Wir müssen ihnen die Gemeinde und die Brüder und Schwestern, die für die Gemeinde gekämpft und gestritten haben, groß machen. Manche Kinder sind vernachlässigt und sind zu Hause nicht unter gottesfürchtigen Bedingungen aufgewachsen. Das ganze Heim war vielleicht weltlich. Hier müssen wir er­mahnen und den lauteren Sinn wecken.

Es muss im Heim eine Freiheit geben, in der die Kinder ihre Meinungen sagen können. Man kann von Dinge sprechen, die auch für die Kinder interes­sant sind. Sei nicht so schnell damit, Ordnung zu schaffen, wenn sich jemand vergangen hat. Komme einige Zeit später darauf zurück – eines Tages, wenn das Herz offen ist und im Sinn Ruhe herrscht. Dann werden die Herzen miteinander verbunden. Der Vater kann z. B. erzählen, wie es ihm selber er­gangen ist – wie schwach er selber war. Sei kein Schulmeister, der so schnell „festnehmen” will. Das hat oft eine schlechte Wirkung.

Wir müssen auf den Gesichtsausdruck achten. Vielleicht zweifelt das Kind daran, dass du es wirklich lieb hast. Danke dem Kind für die Stütze und Hilfe, die es für dich war. Mache ihm ein Geschenk. Dann gewinnt dich das Kind lieb und bringt es meistens nicht fertig, in die Welt zu gehen. Oft haben kleine Dinge eine große Wirkung. Es hat auch eine große Wirkung, wenn ein junger Bruder oder eine junge Schwester etwas für die Jüngeren macht. Dadurch werden Bande mit Ewigkeitsbedeutung geknüpft.

Unternehme etwas für die Kinder - auch wenn die Situation der Kinder schwie­rig aussieht. Die Wächter sollen nicht schweigen, weder den ganzen Tag noch die ganze Nacht. Unsere Gebete können dazu beitragen, die Arbeit der Sünde und des Teufels zu verhindern. Es ist Kampf in der Geisterwelt und wir müssen streiten. Die Kinder und Jugendlichen sollten uns Tag und Nacht im Bewusst­sein bleiben. Durch Gebet klopfen wir unermüdlich an und bitten, dass Gott in ihnen wirken möge. Selbst wenn es noch so schlecht aussieht, dürfen wir nie jemand aufgeben. Manche werden bewahrt, weil du für sie streitest. An dem Tag, an dem du den Kampf aufgibst, geht es richtig bergab. So lange wir für eine Seele beten, hält Gott seine Arbeit mit der Seele aufrecht.

In Erweckungsversammlungen muss man die Seele ansprechen – das ist das Ziehen des Vaters zum Sohn. Manche haben besondere Gaben dazu, sei es durch Rede, Gesang oder Musik. Diejenigen, die Verantwortung für solche Versammlungen haben, müssen sich darauf auf eine ganz andere Weise vor­bereiten als auf normale Versammlungen. Lebe dich in die Situation hinein, dass dein Sohn oder deine Tochter abgefallen ist und es nötig hat, sich zu bekehren – dann bekommt die Botschaft einen Nerv und einen Appell.

In der Darbietung des Wortes liegt ja auch ein Element der schauspieleri­schen Begabung.

Gestalte eine Erweckungsversammlung nicht wie eine nor­male Versammlung. Sie muss vorbereitet werden und man kann bei solchen Gelegenheiten nicht von Christi Tod und einer Vertiefung der Lehre reden. Sortiere die aus, die in derartigen Situationen keine Gnade über sich haben – solche Versammlungen müssen auf eine andere Weise gesteuert und organi­siert werden als gewöhnliche Versammlungen. Der Evangelist, der die Gnaden­gabe hat, zu Sündern zu reden, muss in solchen Versammlungen mehr zum Zuge kommen. Ferner muss die Musik lebendig sein. Manche besitzen die Gnadengabe, Sünder mit ihrem Gesang aufzuwecken. Sei feinfühlig und kom­me auf Wellenlänge mit denen, die Bekehrung brauchen, so dass du locken, anziehend wirken und ihr Inneres bewegen kannst.