Hirte und Prophet

- Das Abendmahl

Hirte und Prophet

Das Abendmahl

Das Abendmahl ist ein „erforschendes” Mahl. Wir müssen Furcht über uns haben, wenn wir vor Gott treten und an Christi Leib Anteil nehmen. Es ist sehr wichtig, dass in allem, was wir tun, Frieden ist. Jesu Frieden soll in unse­ren Herzen und in der Gemeinde herrschen.

„Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächt­nis!” Luk. 22, 19. Es sind wenige, die verstehen, dass Jesu Leib gebrochen wurde. Jesus ließ sich brechen, statt nach dem Fleisch zu leben, das er ange­nommen hatte. Wir werden mit einem Geist getauft, um ein Leib zu sein - der Leib, der gebrochen ist. So können auch wir in den Verhältnissen des Lebens gebrochen und umgestaltet werden.

Wir müssen uns selbst prüfen, ob der Leib mit ihm gekreuzigt gehalten wird, so dass die Leitung in unserem Leben nicht mehr von unserem Leib und den Lüsten und Begierden, die darin wohnen, kommt. Achte in den Verhält­nissen des Lebens darauf, wer in deinem Leben die Leitung hat. Wenn Chris­tus uns durch seinen guten Geist leitet, dann haben wir die Salbung von ihm. Auch unser Leib muss gebrochen werden, damit die Sünde niemals Macht bekommt. Unser Geist wird lebendig, indem er durch den heiligen Geist ge­leitet wird. Es sollen keine Lüste leben und uns beherrschen dürfen.

Unser Geist wird sehr nützlich für Gott, wenn der Geist Leben ist um der Gerechtigkeit willen. Es ist ein geistlicher Gottesdienst, wenn unser Leib zum Leben nach den Gesetzen des Geistes hingegeben wird. Dessen müssen wir uns allezeit bewusst sein. Die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt eine Reue, die niemand bereut. Sei nach diesem Willen traurig, damit du unter der Lei­tung des Geistes sein kannst. Dann werden die Lüste im Leib im Tod gehal­ten, und all unser Tun wird ein geistlicher Gottesdienst.

„Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!” Luk. 22, 20. Wenn ich vom Kelch trinke, bezeuge ich, dass ich einen Bund mit Gott einge­gangen bin. Der Bund ist zweiseitig. Sind wir untreu, so ist er treu darin, uns zu verfluchen. Sind wir treu, ist er genauso treu darin, uns zu segnen. Ist man nicht treu, siecht man sowohl im Geist als auch im Leib dahin. Der Zeit nach hätte man viel weiter sein sollen als man ist. Die Werke des Leibes, die man auf Grund von seiner Untreue nicht sieht, hätte man sehen und wegreinigen sollen. Sie begrenzen einen im Dienst. Lasst uns diese Werke des Leibes has­sen und sie durch den Geist töten, so dass wir leben können.

Jesus hatte dich und mich vor Augen, als er litt und seinen Kelch trank. Dass wir zu dieser Herrlichkeit kommen sollten, kostete Jesu Herzblut. Jetzt sollen wir im neuen Bund entsprechend den Gesetzen des Geistes, der leben­dig macht, unseren Kelch mit ihm trinken. Diesen Geboten zu gehorchen, kostet uns unser Leben in dieser Welt. Das Blut wird in das himmlische Hei­ligtum hineingetragen und zeugt davon, dass wir mit ihm auferstehen werden.

Wir haben nicht erreicht, was wir schauen. Es ist mehr zu erreichen. Durch den Wandel im Licht werden uns viele Dinge klarer. Wir erkennen, dass wir eine tiefere Reinigung in Jesu Blut brauchen. Es soll eine Verkündigung darüber geben, dass das Sterben Jesu in unserem Leben wirksam ist. Denke, dass wir Gnade bekommen haben zu verstehen, was das zur Folge hat, wenn man sich selbst richtet. Wenn man das versteht, werden alle Dinge neu. Eph. 5, 14. Christus wird uns leuchten! (Schlachter Übers.) Dann erst ist man wach. Er, der Böses mit Gutem vergalt, muss uns leuchten. Seine Erniedrigung muss unser Vorbild sein. Wir sollen auch ein gebrochenes Brot werden, das für andere hingegeben werden kann, die zu Wachstum und Entwicklung kommen sollen. Die Heiligen waren Menschen, die durch Kampf und Streit Sieg ge­wonnen haben. Sie trugen keinen Heiligenschein. Sie waren von Christus er­griffen und lebten in der festen Gewissheit, dass es unendlich viel zu errei­chen gibt! Paulus war in seinem Innern hellwach und Jesu Leben strahlte für ihn. Er freute sich darüber, dass er geopfert werden und Gelegenheit dazu bekommen konnte, dem Sohn gleich gestaltet zu werden. Es kommen viele Situationen im Leben, in denen man Gelegenheit dazu bekommt, als ein Op­fer hingegeben zu werden.

„Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefäl­lig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst.” Röm. 12, 1. Paulus arbeitete durch die Barmherzigkeit und Gnade Gottes. Auch wir haben es nötig, dass die Gnade in unserer Arbeit mit uns ist. Halte nicht mehr von dir, als sich’s gebührt. Halte maßvoll von dir - du bist ein Glied am Leib! Du hast ein Werk auszuführen und wir sind untereinander Glieder.

Es ist ein großer Trost, dass man an einem solchen Bund Anteil haben kann. „Ich bin mit dir alle Tage bis an der Welt Ende”, sagte Jesus. Er weiß, was es bedeutet, den Weg des Sterbens zu gehen, und er ist mit uns. Ohne diesen Trost kann ich auch den Bund nicht erfüllen, nur in der Hoffnung zu ihm kann ich ihn erfüllen.

Das Abendmahl ist ein „Gemeinschafts- und Stärkungsmahl”, bei dem wir gestärkt werden, die Werke auszuführen, die Gott uns bereitgelegt hat. Lasst uns die Gemeinschaft in unseren Heimatgemeinden bewahren. Wie viel braucht es, dass du die Gemeinschaft „etwas verschmähst”? Wie viel bist du zu opfern bereit und wie weit bist du willig, gebrochen zu werden, damit die Gemein­schaft bewahrt bleibt? Das Starke soll gebrochen werden. Jesus nährt und pflegt seine Gemeinde. Eph. 5, 29. Mögen auch wir so dienen und arbeiten, dass andere Menschen niemals von uns eine Kälte zu spüren bekommen. Um was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, sagt Jesus. Er ist unser Herr, aber er hat sich auch zu unserem Diener und Laufburschen ge­macht.

Wir singen in Lied Nr.142 in Lieder des Lebens: „Ehre und Größe sind nichts mehr für mich”. So war auch Jesus eingestellt. Die Geschwister sollten an Jesu Leben erinnert werden, wenn sie mit uns zusammen sind. Die Natur des Men­schen ist schwach gegenüber Schmeichelei, deshalb müssen wir bewusst gegen alle Ehre und Größe kämpfen. Jesus wurde zu einem lebendig machenden Geist und bahnte den Weg dahin, von der Erde erhöht zu werden. Joh. 12, 31.

Unsere eigenen Gedanken erzeugen viel Unruhe und Rastlosigkeit, aber das Kreuz bringt uns in Verbindung mit den himmlischen Gedanken. In unse­rer Natur liegt die Neigung, schnell zum Reden zu sein. Wenn ich wachsam bin, kann ich von Gott lebensspendende Worte hören und bekommen, die sammelnd wirken können. Es liegt in Jesu Herzensgesinnung, die zu sam­meln, die es leid sind, ihren eigenen Willen zu tun. Als Paulus in 1. Kor. 11 vom Abendmahl schrieb, hatte er das Zeugnis, dass er sagen konnte: „Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe.” Auch heute ist die Gemeinde ganz von Brüdern und Schwestern abhängig, die vom Herrn etwas hören und empfangen können. Solche segnen und erbauen die Gemeinde und geben ihr Nahrung und Speise. Wir sollen nicht aus alter Ge­wohnheit sondern entsprechend den Wirkungen des Geistes dienen.

In 1. Kor. 11, 27 steht davon, unwürdig das Brot zu essen und den Kelch des Herrn zu trinken. Nichts von den äußeren Dingen gibt im neuen Bund Würde. Die Würde liegt darin, dass wir den Tod des Herrn wirksam werden lassen, dass wir uns brechen lassen. Wenn wir uns im Leben in verschiedenen schwie­rigen Verhältnissen befinden und uns brechen lassen, dann kommen wir zur Ruhe. Versteht man es nicht, sich brechen zu lassen, entsteht leicht Unruhe in den betreffenden Verhältnissen. Manche Menschen sind immer von Gott ge­segnet. Wir erkennen, dass ihr Leben und Dienst gesalbt sind. Das hat mit ihrem Wandel im Licht zu tun – dort, wo sie ihr eigenes Leben lassen. Sie haben auch Gnade, ihre Mitmenschen mit Worten vom Himmel zu segnen. Sie verkündigen den Schafen das Wort des Herrn und geben der Salbung Ge­legenheit, die Einzelnen zu unterweisen, zu selbstständigen Individuen in Christus heranzuwachsen, ohne sich in deren Sachen hineinzumischen. Dar­um haben wir es nötig, im Geist der Furcht zu sein, wenn wir es mit den Auserwählten zu tun haben. Dann ist Schluss mit Parteien, Missgunst und Neid, und die Geschwister wachsen durch Ratschläge zusammen, die durch Gottes Wort in ihre Herzen hineingelegt werden.

Das Abendmahl sollte in den meisten Gemeinden mindestens einmal im Jahr stattfinden. Man sollte solche Zusammenkünfte nicht öffentlich bekannt machen. Wenn es in der Bruderschaft große Schwierigkeiten gibt, sollte man warten, damit man die Menschen nicht dazu verleitet, unwürdig daran teilzu­nehmen. Inwiefern man unwürdig ist oder nicht, ist eine Verantwortung, die jeder selbst übernehmen muss. Ab und zu kann man erschaudern, wenn man sieht, wer am Abendmahl teilnimmt. Darum sollte man an den Ernst erinnern – dass man krank werden und auch entschlafen kann. Es kommt verhältnismäßig schnell ein unheimliches Gericht, wenn man unwürdig ist, besonders wenn man frech ist und spottet. Die Unwürdigkeit liegt darin, dass man nicht das Sterben Jesu in seinem Leib trägt. Man wird versucht, lässt aber das Ster­ben Jesu nicht wirksam werden - und gleichzeitig verkündigt man Gottes Gebote. Richtet man sich selbst, wird man nicht gerichtet, richtet man aber sich selbst nicht, wird man gerichtet. Dieser Ernst sollte allen Geschwistern klar vor Augen stehen.

„Ist nun bei euch Trost in Christus, ist Ermunterung in der Liebe, ist Ge­meinschaft des Geistes, ist Mitgefühl und Barmherzigkeit.” Phil. 2, 1 (norw. Übers.). Die Bruderschaft, die zusammen durch das Feuer gegangen ist, ist eines Sinnes. Der Trost in Christus ist, dass wir mit der Sünde fertig werden. Diejenigen, die treu sind, dürfen die Gemeinschaft des Geistes in hohem Maß erfahren.

„Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und wei­nen und streuen ihren Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Gar­ben.” Ps. 126, 5-6. Es gab auch in Jesu Leben Tränen und Gebetskämpfe. Er kämpfte dafür, dass das, was im Fleisch wohnte, keine Macht bekommen sollte. Er ging voran und bahnte den Weg – wir gehen auf einem fertig gebahnten Weg.

Wir müssen verstehen, für unsere Kinder zu beten. Dann kommt auch eine Zeit, wo wir getröstet werden. Lasst uns diese Saat in unseren Herzen tragen – ein Gebet, dass sie nicht gegen Gott sündigen mögen. Niemand darf die Hoffnung im Kampf für die Kinder verlieren, selbst wenn es oft große Leiden sind. Tröste die, die für ihre Kinder beten – nimm Anteil an den Leiden der anderen. Dann hast du auch Anteil an ihrem Trost, wenn die Kinder sich be­kehren und es ihnen gut geht.

„Ich will euch nämlich wissen lassen, welchen Kampf ich um euch führe und um die in Laodizea und um alle, die mich nicht von Angesicht gesehen haben, damit ihre Herzen gestärkt und zusammengefügt werden in der Liebe und zu allem Reichtum an Gewissheit und Verständnis, zu erkennen das Ge­heimnis Gottes, das Christus ist.” Kol. 2, 1-2. Wenn ich eine Erkenntnis habe, die nicht zusammenfügt, ist diese Erkenntnis nicht von Christus. Alle Erkennt­nis, die in Christus ist, fügt uns zusammen. Denke nach: Ist das, was ich jetzt sage, eine Hilfe, den Leib zusammen zu fügen? Wenn du in deiner Erkenntnis selbstsüchtig bist, bekommst du keine Gnade, so zu dienen, dass die Geschwis­ter zusammengefügt und getröstet werden. Auch über die Gemeinde kommen Stürme. Darin werden wir gereinigt und geläutert und umso mehr in dieser einen Gesinnung vereint.