Hirte und Prophet

- Das Gesetz und der Leib Christi

Hirte und Prophet

Das Gesetz und der Leib Christi

Das Gesetz herrscht über den Mensch, solange er lebt, deshalb sind die allermeisten Menschen unter dem Gesetz. Es muss ein Tod stattfinden, wenn wir Gott Frucht bringen wollen. Röm. 7, 1-4. Durch den Leib Christi werden wir frei vom Gesetz und mit einem Geist zu einem Leib getauft. 1. Kor. 12, 13. Diese gewaltige Veränderung geschieht, indem wir an diese Wahrheiten glauben, zuerst in unserer Gesinnung. Wir bekommen Sündenvergebung und werden mit ihm in den Himmel versetzt. Danach soll diese Verwandlung, die in unserer Gesinnung geschehen ist, auch in unserem Leib geschehen, indem wir jeden Tag das Sterben Jesu in unserem Leibe tragen. 2. Kor. 4, 10. Dieje­nigen, die im Fleisch sind, bringen dem Tode Frucht. Röm. 7, 5-6. Man ist im Fleisch, wenn man selber lebt.

Das Gesetz war eine Bremse für die Entwicklung im Bösen. Gal. 3, 23-25. Wenn wir uns für gestorben halten mit ihm, werden wir frei vom Gesetz. Und dann lassen wir uns vom Geist treiben und dienen im neuen Wesen des Geis­tes. Denk nur, was für ein Leben dort entsteht, wo der Tod gewirkt hat! Röm. 6, 6-9. Wo das Auferstehungsleben offenbar wird, hat der Tod keine Macht. Dort entstehen Leben und Herrlichkeit. Diejenigen, die im Glauben daran festhalten, dass der alte Mensch mit ihm gekreuzigt wurde, können sich der Sünde für gestorben halten und für Gott leben. Sie werden vom Geist getrieben und sind nicht unter dem Zuchtmeister.

Der Geist soll uns in die Heiligung führen, und dazu müssen wir an die Wahrheit glauben. 2. Thess. 2, 13. Ohne Liebe zur Wahrheit kann man nicht erlöst werden. Dann sieht man die Werke des Leibes nicht und findet auch nichts, was man durch den Geist töten kann. Der Wandel auf dem neuen und lebendigen Weg macht uns lebendig. Röm. 8, 13. Wenn man sich der Werke des Leibes nicht bewusst ist, hat man sich von der Arbeit des Geistes abbrin­gen lassen. Wir sollen für Gott Frucht bringen, so dass der Geruch, der von unserem Geist ausgeht, immer besser wird. Das geschieht durch Glauben an Worte wie u. a. Röm. 6, 6 und 11. Diese einfachen Wahrheiten sind von den meisten weit weg, und wenn man nicht ständig in der Heiligung bleibt, wird einem das Wort bald aus dem Sinn entschwinden.

Das Vorbild der Lehre, der wir übergeben worden sind, ist ein seliges Wort Gottes. Wir sollen in unserem Tun selig werden. Es ist Hass notwendig, um mit all den Dingen fertig zu werden, in denen man sich um sich selbst dreht. „Seid allezeit fröhlich! Betet ohne Unterlass! Seid dankbar in allen Dingen! Denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.” 1. Thess. 5, 16-18. Diese Worte sind ein Beispiel für selig machende Worte, an denen man nicht teil bekommen kann, ohne dass der alte Mensch abgelegt ist und man ein gekreuzigtes Leben lebt. Wenn man allezeit fröhlich sein will, dann muss man sich vielen Dingen für gestorben halten! Der Prophet Jona hatte seine schlechten Tage, als es nicht so ging, wie er gedacht und prophezeit hatte. Wenn die Freude fehlt, beginnt man schnell, andere zu „schlagen” und zu beherrschen. Viele Forderungen und viele Erwartungen müssen getötet werden, damit man in allen Dingen dankbar werden und ohne Unterlass beten kann. Der Eigen­wille muss zerbrochen werden, wenn man Gottes Wort praktizieren will. Wenn man solche Worte erfüllt, kommt man zum Trost in Christus und zur Salbung in Christi Leib. Das Wort zerbricht uns mehr und mehr nach dem Fleisch und erbaut uns kräftig in unserem Geist.

Jetzt soll der Leib Christi gebaut werden, und wir sind ein Teil von Gottes Ackerfeld. Für einen, der ein Mitarbeiter Gottes sein will, ist es wichtig zu verstehen, dass man auf Gottes Acker sät. Was glaubst du, was der Vater über die Menschen denkt, mit denen du in der Gemeinde zu tun hast? Unter Kin­dern und Jugendlichen haben wir ja mit den Vorhöfen Gottes zu tun, und dort sollen wir Mitarbeiter des lebendigen Gottes sein! In der Gemeinde haben nur Gedanken des Friedens Zukunft. Jer. 29, 11. Es liegt eine gewaltige Kraft darin, Gal. 2, 20 als persönliches Zeugnis zu haben - dass es wahr ist, dass man nicht mehr selber lebt, sondern dass Christus in einem lebt. Ohne ein solches Leben breitet sich in den Prüfungen des Alltags schnell der Gestank meines eigenen Ichs aus.

Wir sollen unsere Hände heilig und rein, ohne Zorn und Zwietracht erheben können. Es gibt viele Verhältnisse, die unsere Hände schmutzig machen kön­nen. Man kann in Frechheit fortfahren zu beten und zu dienen, ohne dass die Hände rein sind. Dadurch hat man nicht mehr genug Geisteskraft, um das Unreine dort zu halten, wo es hingehört. Ohne Gemeinschaft mit Gott fügt man sich selbst und anderen viel Schaden zu. Unser Gewissen muss rein sein, wenn wir allezeit den Glauben bewahren und fähig sein wollen, den Men­schen zu dienen. Gott prüft die Menschen auf verschiedene Weise. Ein Diener des Herrn muss es ertragen, dass schlecht über ihn geredet wird, dass er in Unehre gerät, dass ein böses Gerücht über ihn verbreitet wird usw. Durch die Arbeit des Geistes werden wir in einem Leben unterwiesen, zu dem ober­flächliche Menschen niemals kommen. Wenn man Liebe zur Wahrheit hat, hat man nichts zu befürchten, aber viel zu lernen!

Das Ziel, das der Gemeinde Christi gesteckt ist, wird nicht dadurch erreicht, dass diejenigen, die dienen, selbst groß werden, sondern dadurch, dass wir einander dienen und unser Leben füreinander geben. Es scheint so, dass man­che Leiter fürchten, dass die Brüder, die heranwachsen, sie von ihrem Platz verdrängen könnten. Johan O. Smith hat die anderen auf eine vertrauensvolle und gute Weise ermuntert. Als Leiter kann man jedoch so an seine eigene Ehre gebunden sein, dass man nicht wagt, andere, die große Lasten getragen haben, zu stärken, selbst wenn diese Werke dem Leib zugute gekommen sind. Es lohnt sich, offen und vertrauensvoll zu sein. Das Richtige zu treffen ist nicht so einfach, aber es ist besser, jemandem zu viel Vertrauen zu schenken als zu wenig. Die Redewendung „mache einen Mann aus ihm, aber tue es langsam”, kann so buchstäblich in die Praxis umgesetzt werden, dass andere dadurch in unnötige Leiden geraten. Warum kann man nicht da, wo Geschwister ihre Gnadengaben gebrauchen, ermunternde und anerkennende Worte finden? Das führt zu Vertrauen und Gegenliebe und fördert die Gemeinschaft. Man sollte in seinem Geist so frei sein, das man in der jeweils passenden Mischung lustige Bemerkungen machen, Wahrheiten sagen, stärken und segnen kann.

Wenn Jüngere eine Aufgabe übernehmen können, die du nicht mehr aus­führen kannst, dann ist das ja ein Segen für die ganze Gemeinde. Wenn dabei jemand von den Jüngeren sich selbst ein wenig für groß halten sollte, kannst du dich dann als Leiter nicht so klein machen, dass er über dich stolpert? Danach kannst du sie trösten und sie wieder aufrichten. Wir müssen den Weg des Weizenkorns gehen. Paulus hat sich mit den Körnern in der Ähre gefreut, obwohl diese nicht verstanden haben, wer das Weizenkorn war, das in der Erde lag und starb.

Lasst uns vertrauensvoll und gut zu den anderen sein. Solche Gemeinden gedeihen am besten. Dann kann der Segen fließen und dann gelingt es besser und besser.