Hirte und Prophet

- Kampf in der Schule

Hirte und Prophet

Kampf in der Schule

In christlichen Kreisen lag eine große Schmach über der religiösen Bewe­gung, die sie „Smiths Freunde” nannten. [Anmerkung d. Übers.: Im deutsch­sprachigen Raum spricht man auch von der „Norwegerbewegung”.] Da deren Urheber unser Großvater war und wir denselben Nachnamen trugen, bekamen wir das auch deutlich zu spüren. In der Schule erhielten wir selbst von einigen Lehrern viel Schmach, die sich sehr spöttisch und böse gegen die Gemeinde verhielten, hinter der sie eine schreckliche Irrlehre vermuteten. So kam es, dass ich auch in der Schule Freiwild war. Viele Male wurde ich verprügelt und kam voller Wunden heim. Dies lehrte mich frühzeitig, für meinen Glauben und mein Christenleben zu kämpfen. Mit der Zeit lernte ich das, ich wendete Tricks an und schließlich schaffte ich es, alle zusammen zu verprügeln. Erst da ließen sie mich in Frieden und niemand wagte mehr, mich anzugreifen. Ich hatte einen Lehrer mit Namen Holtskog. Eines Tages kam er zu mir und sagte: „Die Ge­meinde ist gut, Kåre - es ist richtig, für sie zu kämpfen!” Das hat mich damals sehr getröstet. Er war mein Klassenlehrer - streng, aber auch sehr gut.

Später, etwa 10–12 Jahre, nachdem ich aus der Schule gekommen war, traf Vater meinen inzwischen pensionierten Lehrer. Es war ein schreckliches Re­genwetter, und er suchte eine Mitfahrgelegenheit nach Hause. Mit großem Inte­resse fragte er meinen Vater: „Wie ist es Kåre im Leben ergangen?” Mein Vater konnte mit Freude berichten: „Ja, Kåre ist es sehr, sehr gut ergangen! Er ist jetzt Missionar in Schweden und Finnland und versucht, Menschen für Christus zu gewinnen.” Da begann mein alter Lehrer zu weinen und sagte: „Ach, dass es mir vergönnt war, Lehrer für jemanden zu sein, der Missionar geworden ist!”