Der Hebräerbrief
8. Kapitel
V. 1 und 2. „Das ist nun die Hauptsache bei dem, wovon wir reden: Wir haben einen solchen Hohepriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel und ist ein Diener am Heiligtum und am wahrhaftigen Zelt, das der Herr aufgerichtet hat und nicht ein Mensch.“
Wenn wir daran denken, dass Gott Licht ist, zu dem niemand kommen kann, dann ist es keine Kleinigkeit, bis zum Thron der Majestät zu kommen und sich zu seiner Rechten zu setzen. Der Sohn ertrug das Licht und wandelte im Licht, ja er ist das Licht. Ihm wurde ein priesterlicher Dienst im Heiligtum gegeben. Dieser Dienst ist für uns. Wir müssen uns daher im Heiligtum befinden, denn eben dort führte der Hohepriester seinen Dienst aus. Eben dort wählt er die Opfer in uns aus. Der Eigenwille wird priesterlich bearbeitet und zunichtegemacht und der Wille Gottes wird stattdessen eingepflanzt; denn der Wille Gottes ist unsere Heiligung. Der Tröster lehrt uns Gottes Weg durch den Vorhang, der Jesu Fleisch ist. Das ist die wahre Stiftshütte.
Hier zur Rechten der Majestät sitzt unser himmlischer Hohepriester, bis Gott alle Feinde Christi zum Schemel unter seine Füße gelegt hat.
Daher geht alle weltliche Politik in die Richtung, unter Christi Füße gelegt zu werden. Denn er ist der König, den Gott dazu erwählt hat, über Juden und Heiden zu regieren. Daher steht geschrieben, dass der Engel Gabriel zu Maria sagte:
„Siehe du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.“ Lk. 1, 31-33.
Hier sehen wir Jesus Christus auf dem Thron Davids und als König über das Haus Jakob gesetzt. Aber in Psalm 2 geht Gott der Herr weiter, indem er sagt: „Warum toben die Heiden und murren die Völker so vergeblich? Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Herren halten Rat miteinander wider den Herrn und seinen Gesalbten.“
„Aber der im Himmel wohnt, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer. Einst wird er mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken: Ich aber habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion. Kundtun will ich den Ratschluss des Herrn. Er hat zu mir gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.
Bitte mich, so will ich dir Völker zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum.“
„So seid nun verständig, ihr Könige, und lasst euch warnen, ihr Richter auf Erden! Dienet dem Herrn mit Furcht und freut euch mit Zittern.“
„Küsst den Sohn, dass er nicht zürne und ihr umkommt auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald entbrennen. Wohl allen, die auf ihn trauen!“
Wir sehen hier, dass der Sohn, Jesus Christus, von Ewigkeit her zum König über alle Welt erwählt ist. Alle seine Feinde werden zu einem Schemel seiner Füße zusammengebracht werden.
V. 3. „Denn jeder Hohepriester wird eingesetzt, um Gaben und Opfer darzubringen. Darum muss auch dieser etwas haben, das er opfert.“
„Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer.
Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben: Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen.“ Ps. 40.
Jesus hatte geöffnete Ohren. Er hörte Gottes Stimme und war ihr gehorsam. Dadurch entfielen Schlachtopfer und Speisopfer; denn diese Opfer wurden gebracht, weil man gesündigt hatte.
„Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib aber hast du mir bereitet.“ Jesus brachte seinen Leib als ein Gott wohlgefälliges Opfer dar und wir werden auch ermahnt, dies zu tun. Röm. 12, 1. Aber um dies tun zu können, müssen wir auch wie unser himmlischer Hohepriester geöffnete Ohren haben, damit wir ihn, der vom Himmel redet, hören können.
Die Opfer lagen in Jesu irdischem Leib. Daher sollen auch wir in seinem irdischen Leib durch den Tod versöhnt werden, auf dass wir heilig und makellos und untadelig vor seinem Angesicht sein können. Kol. 1, 22.
Hier wird die Sünde im Fleisch verurteilt und getötet, sodass wir siegreich durchs Leben gehen können. Und es ist ja nur dieses Überwinderleben, das alle Verheißungen auf seiner Seite hat. Lies Offb. 2 und 3. Es ist die Rede davon, Ohren zu haben, um zu hören, sowie davon, zu überwinden.
„Es wird das Zepter von Juda nicht weichen noch der Stab des Herrschers von seinen Füßen, bis dass der komme, dem es gehört, und ihm werden die Völker anhangen.“ 1. Mos. 49, 10.
Er nimmt das Erste weg, Schlachtopfer und Speisopfer, die durch Priester des Alten Bundes dargebracht wurden und setzt das andere ein: den Willen Gottes. Hebr. 10, 8-9.
