Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Skjulte Skatter 1938-11 - Deren die Welt nicht wert war

Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Deren die Welt nicht wert war

Hebr. 11, 38

Wenn wir im Glauben vorwärtsgehen, wird es nicht lange dauern, bis die Welt unser nicht wert ist. Je mehr du dich Gott hingibst und sein Wort in dir Gehorsam bewirken kann, je mehr du dich vom Heiligen Geist treiben lässt, desto mehr Widersacher bekommst du unter den sogenannten Christen. Du kommst aus der Welt und aus der religiösen Welt mit ihren Sekten und Parteiungen heraus. Du wirst aus den Synagogen ausgeschlossen und du wirst gehasst werden von jedermann um Jesu Namens willen, um des Menschensohnes willen. Mt. 10, 22.

Woher kommt das? Es kommt daher, dass die sogenannten Christen nicht im Geist, sondern im Fleisch leben. Was sie von ihrer sinnlichen Natur aus kennen wie die unvernünftigen Tiere, danach urteilen sie und leben sie. Wenn dann die – gefallene – Menschennatur geistliche Dinge beurteilen will, dann geschieht das nach fleischlichem Sinn – wie bei den Pharisäern, die Jesus Christus kreuzigten. Dieser Sinn ist Feindschaft gegen Gott. Röm. 8, 5-8. Wenn man dann gespickt mit Schriftstellen, mit Redegabe und mit einem fleischlichen Sinn Gottes Wort auslegen will, dann ist das schrecklich anzuhören für das geistliche Ohr, das sich darin geübt hat, auf den zu hören, der vom Himmel redet.

Daher hörst du von fleischlichen Predigern nie ein Wort über den Kampf zwischen Fleisch und Geist, über die Leidensgemeinschaft mit Christus oder darüber, mit Christus gekreuzigt zu sein. Das Fleisch soll leben und sich wohlfühlen, daher darf der Sterbensprozess nicht erwähnt werden.

Es kommt zum Krieg zwischen dem geistlichen Menschen und dem fleischlichen Menschen. Wenn in einer Versammlung dieser Krieg entsteht, wird der fleischliche Prediger scheinbar immer den Sieg davontragen, weil das, was er sagt, für eine Versammlung, die im Fleisch lebt, im Fleisch denkt und im Fleisch redet, so gut und einfach zu verstehen ist. Ihr Prediger bekommt die Mehrheit auf seine Seite und der Mann des Geistes wird mit überwältigender Mehrheit abgewählt. Die Welt ist seiner nicht wert.

Doch Gott hat ihn nicht verworfen, denn es heißt: „Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar.“ 1. Petr. 2, 4.

Die Sieger bleiben mit einer fleischlichen Mehrheit zurück, eine richtige Totenversammlung, wo Eitelkeit, Ansehen der Person, Ungerechtigkeit und alles sonstige Elend sowohl im Verborgenen als auch im Offenbaren vorkommen. Der Mann des Geistes ist hinausgeworfen, der Prophet mit Gottes Licht findet kein Gehör. Jetzt ist das Licht der Zucht weg und die Versammlung hat Frieden, den Frieden, den die Welt gibt, den Frieden des Todes.

Nun hat man ein entsprechendes Dämmerlicht, sodass jedermann in Ruhe und Frieden seinen fleischlichen Geschäften nachgehen kann. Der Mann des Geistes, der immer wieder Licht in das Dunkel scheinen ließ und die Idylle gestört hat, hat nichts mehr zu melden. Jetzt kann man in Frieden feiern, solange die Herrlichkeit währt, bis der eine oder andere oder mehrere über die Stränge schlagen und offenbar sündigen. Dann gibt es etwas Aufregung, aber die geht bald vorbei, und dann ist der Jubel in der falschen Freiheit wieder überschwänglich. Auf diese Weise verrinnt das kostbare Leben in Saus und Braus – in „geistlichem“ Rausch.

Währenddessen befindet sich der rausgeworfene Mann des Geistes auf der Straße und wird von allen als das schwarze Schaf angesehen. Alle warnen vor ihm: Nehmt euch gut vor ihm in Acht!

Doch Gott, der sein Licht aus der Finsternis hervorleuchten lässt, schafft für diesen Mann des Geistes einen dunklen Hintergrund, schwarz ist er, aber lieblich. Und dann lässt er sein helles Licht scheinen und gibt gerade durch diesen verachteten, schwarzen und ausgestoßenen Mann Fortschritt. Lies von Josef und Jesus Christus.

Die Rausschmeißer werden gründlich offenbar, und ihre Totenversammlung liegt im Scheinwerferlicht des Geistes klar erkennbar als „Totenversammlung“ da.

Es ist ein Wunder vor unseren Augen, doch es ist vom Herrn geschehen.

Salbe deine Augen mit Augensalbe, der du dir einbildest zu sehen, der du lernst und lernst und doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommst, der du die Heiligen Gottes hinauswirfst und dem nur noch das bleibt, was nach Fleisch riecht. Und dies nennst du Gottes Gemeinde.

Nein, die Gemeinde ist hinausgeworfen, sie versammelt sich um den Mann des Geistes, und Gottes Interesse ist es, zu dieser Gemeinde alle hinzuzufügen, die sich aus der Welt und von der Hure erretten lassen.

Auf diese Weise erkauft uns Gott von der Erde und aus den Menschen, damit wir für Gott und das Lamm Erstlinge seien. Er stellt uns vor den Thron und lehrt uns das neue Lied. Offb. 14.

Ich würde wirklich gerne wissen, was in denen vorgeht, die das Hinauswerfen der Heiligen Gottes vorantreiben. Tun sie das nach Gottes gutem und wohlgefälligem Willen und nach dem Wirken des Geistes oder sind sie im Fleisch und in der Finsternis, wo Satan Macht hat?

Antwortet mir, ich will euch gerne Recht geben, falls ihr Recht habt. Wappnet euch vor dem Angesicht Gottes und benützt das Schwert des Geistes, sofern ihr eines besitzt – und Kraft habt, es zu führen, denn Menschenmeinungen und fleischliches Geschwätz sind gegenüber Männern des Geistes zu schwache Waffen.

Du Bruder und Schwester, die ihr in diesen Tagen aus den in direktem Widerspruch zu Gottes Wort gebildeten Parteiungen und Sekten ausgeschlossen werdet – seid guten Mutes! Ja, geht mit Freuden aus von ihnen, damit der Tod und die Hure nicht auch euch durchsäuern. In den kommenden Tagen werden die „Rausschmeißer“ gute Übung im Rausschmeißen bekommen. Sie werden mit der Zeit wahre Experten ihres Handwerks werden.

Lasst uns daher zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen, denn die Welt ist euer nicht wert.