Die Lehre Jesu Christi
Die Lehre Jesu liegt im Leib Jesu Christi. „Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig und an dieser Fülle habt ihr teil in ihm, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist.“ Kol. 2, 9.
Die Worte, die Jesus redete, waren Geist und Leben. Ebenso ist es in der Lehre Jesu Christi. Der letzte Adam ist zu einem Geist, der lebendig macht, geworden. Überall, wo Jesus Christus offenbart wird, entstehen Geist und Leben; denn das Trachten des Geistes ist Leben und Frieden.
Wenn es heißt: Prüfet die Geister, ob sie von Gott sind, dann müssen wir prüfen, ob der Geist, in dem Leben und Frieden sind, zugegen ist. Das ist ganz einfach. Wenn du Menschen triffst, die eine trockene Lehre haben, dann ist es nicht die Lehre Jesu Christi. Und deren Lehre beinhaltet, dass sie die Gemeinschaft mit allen Heiligen bricht, die sich in Christi Leib befinden. Eine solche Lehre ist daher falsch.
Wir sollen darauf bedacht sein, die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens zu bewahren. Eph. 4, 3.
Es gibt keine Einigkeit im Geist in einer Lehre, in der kein Geist ist.
Es gibt nur einen Leib und einen Geist, wie ihr berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung, einem Herrn, einem Glauben, einer Taufe, einem Gott und Vater aller.
Er ist unser Friede. Er wurde eingesetzt über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles.
Prüfe, ob du diese Person, diesen Geist und diese Lehre in deinem Herzen hast. Vertiefe dich nicht in jede fremde Lehre, sondern bleibe in dem, was du von Anfang an hörst, bei der Lehre, in der Geist und Leben sind und die dich glücklich und froh macht.
„Viele Verführer sind in die Welt ausgegangen, die nicht bekennen, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist.“ In den Tagen der Apostel gab es sehr viele Menschen, die verleugneten, dass Jesus der Christus war – Gottes Sohn. Diese waren reine Antichristen. 2. Joh. 7. Jeder, der darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi bleibt, der hat Gott nicht.
Wir müssen unterscheiden zwischen reinen Antichristen, diese, die leugnen, dass Christus ins Fleisch gekommen ist, und solchen, die sich nicht auf das große Geheimnis verstehen: Christus geoffenbart im Fleisch.
Fleischliche Menschen lassen sich leicht von fremder Lehre beeinflussen, die auf Abwege und von Christus als dem Haupt der Gemeinde wegführt. Dies ist ein großer Verlust für sie, weil sie davon wegkommen, von Christus geleitet zu werden, von ihm, der vom Himmel redet.
Kommt man davon weg, von Jesus Christus durch den Heiligen Geist geleitet zu werden, dann bleibt einem nur noch der eigene Verstand, das Fleisch, der eigene Geist und Wille. Damit und mit Bruchstücken der Schrift, wie sie die Pharisäer hatten, kann man nicht zu der Lehre gelangen, in der Geist und Leben sind. Und dann bleiben einem nur noch eine Menschenlehre und eine Trockenheit, die niemandem Leben geben kann. Und kann man durch sie nicht zum Leben gelangen, dann führt sie auf Abwege – hinein in Sünde und Verderben.
Prüfe daher die Geister, ob sie von Gott sind. Prüfe die Lehre anhand des Geistes Jesu Christi und anhand der Schrift.
Doch es ist möglich, die Form der Lehre anzunehmen, ohne ihr zu gehorchen. Folgendes Beispiel kann ein wenig davon veranschaulichen:
Als ich ein junger Mann war und auf der Ostsee und nach Holland mit Bauholz unterwegs war, kam es vor, dass wir im Mannschaftsraum saßen und den älteren Matrosen zuhörten, die uns u. a. Folgendes erzählten, das man sich merken sollte. Sie sagten:
Es kam oft vor, dass die Segelschiffe, wenn sie in die Nähe des Frachthafens in der Ostsee kamen, ihren Ballast über Bord zu werfen begannen und den Laderaum sauber und bereit machten, um neue Ladung aufzunehmen. Damit wollten sie Zeit gewinnen. Aber dann kam es vor, dass der Wind zunahm und ihnen entgegenstand. Man musste dann mit dem Schiff hart am Wind segeln und aufkreuzen. Der Wind nahm weiter zu und dann kenterte das Schiff.
Masten und Segel lagen im Wasser. Das Deck stand senkrecht. Der Kiel ragte aus dem Wasser, das Ruder ebenso.
War vielleicht das Schiff nicht in Ordnung? Waren seine unteren Segel, die Toppsegel, die Bramsegel und Stagsegel nicht in Ordnung? Doch, gewiss. Ein Schiffsexperte müsste sagen: Doch, alles ist in Ordnung. (Die Lehre stimmt bis ins Detail). Aber das Schiff kann nicht segeln. So ist es mit einem Anfänger, der die Lehre genau kennt, aber keinen Ballast in seinem Leben hat. Er segelt so, dass das Schiff kentert, wie wir es mehrmals gesehen haben.
Wir werden erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, und wir sollen mit Silber, Gold und Edelsteinen bauen. Diese Dinge müssen in den Laderaum hinunter gelegt werden.
Ich bekomme oft Artikel für Skj. Sk. von Anfängern, die alle Segel gehisst haben, aber wenig Lebenserfahrung und beinahe keinen Ballast in sich haben. Sie geben sich damit ab, von hohen Dingen zu schreiben, die ihren Horizont weit übersteigen. Sie tun nicht, wie die Schrift sagt: Haltet euch herunter zum Geringen. Selbst wenn sie richtig schreiben, dann servieren sie das Licht und die Erkenntnis anderer. Solche Schreiben landen selbstverständlich im Papierkorb und im Kachelofen.
Es ist die Sünde im Fleisch, die den Menschen hinauf, hinauf und abermals hinauf hebt, sodass alle Segel gezeigt werden. Man geht gerne gleich am Tag nach der Bekehrung auf die Kanzel, nur um das fleischliche Ansehen zu haben, auch wenn man ansonsten wie ein leeres Fass ist.
Das verborgene Leben mit Christus in Gott legt alles Herrliche hinunter in den Laderaum des Schiffes. Das sind Schätze, die im Himmel aufbewahrt sind. Über allem Herrlichen liegt eine Decke. Aber der Tor will ein Reformator werden, sein Herz befindet sich am Ende der Welt, und er ist schnell dabei, alles zu sagen, was er auf dem Herzen hat. Doch beim Verständigen verhält sich die Weisheit still.
Wenn der Herr nahe ist, dann wird man sanftmütig und mit dem Geist der Furcht erfüllt. Wenn aber der Herr weit weg ist, dann weiß man so viel, dann fühlen sich die zehntausend Zuchtmeister wohl. Aber die Väter findest du nur bei denen, die mit dem Geist der Furcht erfüllt sind. Sie untersuchen sorgfältig, ob sie Ballast im Schiff haben und sie setzen nicht mehr Segel, als das Schiff verkraften kann; denn sie sind sich der Verantwortung bewusst.
