Friede.
Danke für deinen Brief. Ich kann – selbst mit Brille – nicht besonders gut sehen und lesen. Ich kann also nicht auf alles Mögliche schriftlich antworten, zumal du nicht der Einzige bist.
Zu deinem Manuskript: Es ist zwar von der Sache her richtig, doch du selbst kannst damit kentern.
Als ich in jungen Jahren auf der Ostsee mit Holzfracht nach Holland usw. unterwegs war, hörte ich, dass manche Segelschiffe den Ballast über Bord warfen und den Laderaum säuberten, bevor sie in den Hafen kamen. Sie fuhren dann ohne Ballast und waren sofort bereit zum Laden, sobald sie angelegt hatten. Aber dann kam es vor, dass ein Sturm losbrach, bevor sie das Land erreichten. Das Schiff kenterte und Rigg und Segel lagen im Wasser und Ruder und Kiel waren über dem Wasser.
So ist es mit der Erkenntnis. Man hat alle Segel gehisst. Wenn man jedoch nichts im Laderaum hat, dann kentert man im erstbesten Sturm.
Du willst gerne reformieren – am liebsten ganz Dänemark. Du hast Untersegel, Marssegel, Bramsegel und Stagsegel gesetzt. Das, was du lehrst, stimmt zwar – sogar ein Schiffsexperte muss sagen, dass die Segel richtig gesetzt sind, aber das, was sich im Laderaum des Schiffes befindet, ist eher kümmerlich.
Bleibe in der Stille, übe dich, dem zuzuhören, der vom Himmel redet. Verbrenne das Manuskript und fange an, mit Silber, Gold und Edelsteinen auf dem Grund der Apostel und Propheten zu bauen.
Br. Wetlesen sah vielversprechend aus, aber er kenterte, indem er die Lehre von Manasse & Ephraim annahm. Jonassen folgte ihm.
Ich schreibe dies, um dir einen guten Rat zu geben, und du hast gut daran getan, nach Tiefgang zu streben, um nicht zu kentern.
Nun verstehst du den Rest. Grüße die Geschwister.
Liebe Grüße, dein Bruder
J. O. Smith