Der Hebräerbrief
11. Kapitel
V. 6. „Aber ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt.“
Wir können unmöglich zu Gott beten, ohne zu glauben, dass es Gott gibt. Aber glauben wir, das Gott existiert, können wir beten und erwarten, dass er uns erhört.
Ja, du kannst sicher sein, dass Gott existiert. In ihm leben und weben wir. Er erhält alles aufrecht, was sonst vergehen würde. Gott hält das Gleichgewicht im Sternenhimmel aufrecht; er gibt Gesetze für Menschen, Tiere, Vögel und Insekten. Er gibt Gesetze für die Wanderung der Zugvögel und der Fische des Meeres; er entscheidet über die Insekten und über alles, was auf der Erde Leben hat.
Gott bindet einen Menschen in den Fesseln der Sünde, die dieser Mensch begeht, und er befreit den Menschen, wenn dieser um Vergebung bittet. Er verstockt einen Pharao und demütigt einen Nebukadnezar. Er züchtigt die Nationen mit Krieg und gibt Frieden zu seiner Zeit; denn der Krieg ist des Herrn. Alles Böse ist um der Sünde willen in die Welt gekommen. Gott sagt zum Sohn: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel unter deine Füße lege.“ Hieraus verstehen wir, dass sich alle Politik und aller Krieg schließlich als Mittel erweisen, durch die alle Gottlosen unter Christi Füße gelegt werden. Dies verstehen wir durch Glauben. Und wie können wir dann anders, als zu glauben, dass er ist und dass er diejenigen reich belohnt, die bei ihm Zuflucht suchen.
Wir kennen Gott auch durch das Gewissen und durch die Wirkungen seines Geistes in unseren Herzen, das zu tun, was recht ist. Wenn wir das Gute tun, dann sind wir froh; wenn wir aber das Böse tun, dann schlagen wir unsere Augen nieder und bekommen ein schlechtes Gewissen.
Gottes guter Geist ist über die ganze Welt ausgesandt und tut die Augen auf über die Sünde, die Gerechtigkeit und das Gericht. Ja, wir glauben, dass Gott ist und dass Gott über alle, durch alle und in allen ist.
In welchem Verhältnis stehst du zu Gott?
V. 8. „Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, an einen Ort zu ziehen, den er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, wo er hinkäme.“
Überall, wo Gott beruft, muss man ausziehen. Die Sache ist, dass Gottes Berufung uns aus der Finsternis zum Licht, aus der Macht Satans zu Gott führt. Daher müssen wir von Familie und Freunden, die sich in der Finsternis befinden, ausziehen. Wir wissen nicht, wohin wir kommen – wie Abraham – aber durch Glauben an Gott und im Vertrauen auf ihn, der die Liebe ist, machen wir uns auf. Und wir sehen, dass es gut ging bei Abraham, Noah, Henoch, Mose, Josua, Gideon, Barak, Simson, Jeftah u. a., als sie Gott glaubten und ihm gehorsam waren. Daher verstehen wir auch, dass es mit uns gut gehen wird, wenn wir ihm gehorchen. Denn der Wille Gottes ist unsere Heiligung. Wir können uns daher im Vertrauen aufmachen, wenn der Herr uns ruft; denn Gottes Weg führt zu Licht und Herrlichkeit.
Es ist nicht allein so, dass Gott existiert, sondern durch seinen geliebten Sohn, Jesus Christus gibt er uns in Details Wegleitung.
V. 17. „Durch den Glauben hat Abraham den Isaak dargebracht, als er versucht wurde, und gab den einzigen Sohn dahin, als er schon die Verheißungen empfangen hatte, von dem gesagt worden war: Nach Isaak wird dein Geschlecht genannt werden.“
Glaube und Opfer gehören zusammen. Der Glaube greift den Eigenwillen an. Dadurch verstehen wir, dass der Glaube göttlich ist, während mein Eigenwille zu meinem verderblichen Fleisch gehört. Abraham liebte seinen Sohn Isaak und er hatte gewaltige Kämpfe, um Gott zu gehorchen, der unerschütterlich daran festhielt, dass Isaak geopfert werden sollte. Und Abraham war Gott gehorsam. Die Verheißungen an Abraham waren mit Isaak verbunden; doch als dieser nun geopfert werden sollte, war es so, als ob er von den Toten auferstehen sollte. Beeindruckender Glaube und beeindruckendes Vertrauen zu Gott. Und Abraham bekam Isaak zurück, als ob er von den Toten auferstanden wäre. Ein Sinnbild Gottes, der seinen Sohn opferte und ihn von den Toten auferweckte.
V. 29. „Durch den Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie über trockenes Land; das versuchten die Ägypter auch und ertranken.“
Alles ist möglich durch Glauben. Durch Glauben ging Jesus auf dem Wasser; durch Glauben konnte auch Petrus auf dem Wasser gehen; aber als der Unglaube ihn ergriff, sank er. Durch Glauben erhielt Josef ein ganzes Volk am Leben. Durch Glauben ertrug Jesus, dass Judas den Geldbeutel hatte, obwohl er wusste, dass er ein Dieb war. Er verstand durch Glauben, dass Judas ihn durch seine Erbsünde, den Geiz, verraten würde. Durch Glauben sagte Jesus den Jüngern nichts über Judas, bis seine Stunde gekommen war.
V. 30. „Durch den Glauben fielen die Mauern Jerichos, als Israel sieben Tage um sie herumgezogen war.“ Durch Glauben rief das Volk und blies die Posaunen. Als das Volk den Schall der Posaunen hörte, erhob es ein großes Kriegsgeschrei – und durch Glauben fiel die Mauer um, und das Volk stieg zur Stadt hinauf, ein jeder, wo er gerade stand. So nahmen sie die Stadt ein. Jos. 6, 20. Das Kriegsgeschrei, der Schall der Posaunen und Gottes Verheißungen machten den Glauben lebendig und die Mauern mussten fallen – selbst wenn sie aus Stahl gewesen wären.
Durch Glauben legte David den Stein in die Schlinge und im Namen des Herrn Zebaoth ging er gegen Goliath los, der die Schlachtreihen des Herrn verhöhnt hatte. Selbst wenn Goliats Stirn zehn Meter dick gewesen wäre, wäre Davids glatter Stein aus dem Bach hindurchgedrungen. Durch Glauben war Simson stark.
V. 33 und 34. „Diese haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt, Löwen den Rachen gestopft, des Feuers Kraft gelöscht, sind der Schärfe des Schwerts entronnen, aus der Schwachheit zu Kräften gekommen, sind stark geworden im Kampf und haben fremde Heere in die Flucht geschlagen u.v.m.“
V. 37 und 38. „Sie wurden gesteinigt, zersägt, versucht, sie erlitten den Tod durchs Schwert, sie zogen umher in Schafspelzen und Ziegenfellen, erlitten Mangel, Bedrückung, Misshandlung; sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen, in Höhlen und Löchern der Erde.“
All dies bewältigten sie durch Glauben, der ihnen Kraft gab, göttliche Kraft. Was können dann nicht auch wir durch denselben Glauben besiegen und aushalten? Ja wir vermögen alles im Glauben, dem Glauben, der Gottes Geist und Kräfte auf uns herabbringt.
Mögen wir uns deshalb in Glauben und Geduld üben, dann werden wir durch ihn, der uns liebt, weit überwinden.
