Die Galater konnten nicht zwischen dem Gesetz des Mose und Gottes Verheißung an Abraham unterscheiden
„O ihr unverständigen Galater! Wer hat euch bezaubert? [...] Im Geist habt ihr angefangen, wollt ihr’s denn nun im Fleisch vollenden? [...]
Der euch nun den Geist darreicht und tut solche Taten unter euch, tut er’s durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben? [...]
So war es mit Abraham: «Er hat Gott geglaubt, und es ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden». Erkennt also: die aus dem Glauben sind, das sind Abrahams Kinder.“
Die Schriftgelehrten zu Jesu Zeit wollten gerne Abrahams Kinder sein, doch sie hatten nicht Abrahams Glauben, daher waren sie selbstverständlich auch nicht seine Kinder.
Die Schrift hat es vorausgesehen, dass Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum verkündigte sie dem Abraham: In dir sollen alle Völker gesegnet werden.
„So werden nun die, die aus dem Glauben sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham. [...] Das Gesetz aber ist nicht «aus Glauben».“
Gott ging mit Abraham einen Bund des Glaubens ein, und das Gesetz, das vierhundertdreißig Jahre danach gegeben worden ist, hat diesen Bund nicht aufgehoben.
„Wozu nun das Gesetz? Der Übertretungen wegen wurde es hinzugefügt, bis der Same käme, dem die Verheißung gilt.“ Dieser Same war Jesus Christus, denn in ihm konnte Abraham der Vater vieler Völker werden. Das Volk der Juden war nur ein Volk – nicht viele.
Der Glaube Abrahams erstreckte sich über das Gesetz und darüber hinaus bis zum Sohn der Verheißung, Jesus Christus.
Doch nun hatten die Juden die Galater verzaubert und sie dazu gebracht, das Gesetz zu halten. Auf diese Weise wurden die Verheißung und der Sohn der Verheißung außer Kraft gesetzt, der vor ihre Augen gemalt war als der Gekreuzigte. Die Galater kamen dadurch unter den Fluch, denn es steht geschrieben: „Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, da ss er’s tue!“
Der alte Mensch kann unmöglich all das tun, was in dem Buch des Gesetzes geschrieben steht. Daher verkündigte Paulus Christus als den Gekreuzigten und dass die Galater mit ihm gekreuzigt werden sollten. Dadurch kam der alte Mensch, der unter dem Fluch war, ans Kreuz. Das war etwas anderes, als jeden Sabbat in den Synagogen das Gesetz des Mose zu verkündigen, mit Neid auf Christus zu sehen und ihn zu kreuzigen.
„Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns; denn es steht geschrieben: «Verflucht ist jeder, der am Holz hängt».“
Wer glaubt wohl, dass Jesus Christus zum Fluch wurde für uns? Und wer glaubt wohl, dass wir dem Fleisch nach mit ihm unter dem Fluch sind?
Wenn wir das glauben, dann ist Schluss mit Gesetzesknechtschaft. Dann wird der Segen Abrahams über uns kommen – wir Heiden empfangen den verheißenen Geist; wir bekommen den Sohn in unsere Herzen.
„Nun aber sind die Verheißungen dem Abraham und seinem Samen zugesprochen worden. Es heißt nicht: »und den Samen«, als von vielen, sondern als von einem: »und deinem Samen«, und dieser ist Christus.“
Von Abraham bis Christus ist ein Zeitraum von 2000 Jahren. Die Verheißung Abrahams erstreckt sich über diesen Zeitraum. Daher sagt der Apostel: „Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt worden ist, wird nicht aufgehoben durch das Gesetz, das vierhundertdreißig Jahre danach gegeben worden ist, so dass die Verheißung zunichte würde.“
Nein, Gott sei Lob und Dank, wir glauben nicht, dass das Gesetz die Verheißung zunichte macht. „Denn wenn das Erbe durchs Gesetz käme, so käme es nicht mehr durch Verheißung; dem Abraham aber hat es Gott durch Verheißung geschenkt.
Wozu nun das Gesetz? Der Übertretungen wegen wurde es hinzugefügt, bis der Same käme, dem die Verheißung gilt, und es ist durch Engel übermittelt worden in die Hand eines Mittlers.“
Der Engel des Herrn rief Abraham und gab ihm die Verheißung und sprach: „Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der Herr: Weil du dies getan und deinen Sohn, deinen einzigen, nicht verschont hast, darum will ich dich reichlich segnen und deinen Samen mächtig mehren, wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres; und dein Same soll das Tor seiner Feinde in Besitz nehmen, und in deinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorsam warst!“
Abraham ergriff die Verheißung, indem er der Stimme des Herrn gehorchte. Dasselbe gilt heute. Und diejenigen, die die Stimme des Herrn hören und ihr gehorchen, die sind Abrahams Kinder. Das ist dieser Same, der das Tor seiner Feinde in Besitz nehmen soll. Im Sohn der Verheißung, Christus, wurde Abraham zum Vater vieler Völker gemacht. 1. Mos. 17, 4.
Der Sohn der Verheißung wurde vom Volk der Juden verworfen, zu dem er gesandt war. Nur einige wenige nahmen ihn an und bekamen Abraham zum Vater. Alle diejenigen, die dem Fleisch nach von Abraham abstammten, wurden verworfen, wenn sie nicht die Werke Abrahams taten.
„Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist; auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht; sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und seine Beschneidung geschieht am Herzen, im Geist, nicht dem Buchstaben nach. Seine Anerkennung kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.“ Röm. 2, 28-29.
Jesus Christus ist „Mittler“ für einen neuen Bund geworden. „Ein Mittler aber ist nicht Mittler eines Einzigen, Gott aber ist Einer.“
Alles im Neuen Bund beruht darauf, den, der vom Himmel redet, zu hören und ihm zu gehorchen. Es wird dann ganz individuell, wie man hört und wie man gehorcht. Der Mittler muss uns alle behandeln. Er ist der Oberhirte. Er ist nicht nur für einen Einzigen, sondern er vermittelt uns alle an ihn, der Einer ist, nämlich Gott. Genauso wie eine Mutter ihre Kinder je nachdem, ob sie groß oder klein sind, verschieden behandelt. Das Ziel ist dasselbe: dass sie zur vollkommenen Mannesreife gelangen sollen.
In der Auferstehung der Toten werden wir den Unterschied sehen, denn dann wird einer den Glanz der Sonne, ein anderer den Glanz des Mondes haben und ein Stern unterscheidet sich vom andern durch seinen Glanz. Hier wird sich der Dienst des Mittlers deutlich zeigen. Manche Menschen sind gottesfürchtiger als andere gewesen. Die Herrlichkeit und der Glanz werden verschieden sein. 1. Kor. 15, 40 ff. Wenn wir mit ihm leiden, werden wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben; und der Wille Gottes ist unsere Heiligung.
Alle Sünden, die ein Mensch begehen kann, sind außerhalb des Leibes. 1. Kor. 6, 18. Diejenigen, die sich damit abmühen, mit dieser Sünde zu kämpfen, brauchen Jesus als Sündopfer, um Sünde zu sühnen. Sie brauchen ihn nicht als Mittler oder Hohepriester für einen neuen Bund. Wenn ein Mensch nicht über die Sünde siegt, die außerhalb des Leibes ist, kommt es daher, dass man dem Wort gegenüber ungläubig ist.
Trotz Christi Werk erreicht man nicht das, was er für uns getan hat. Die Schuld dafür muss man sich selbst geben. Man kann nicht durch Studieren zum Priester für Gott werden; aber es ist für jeden möglich, dies durch das persönliche Leben zu erreichen. Bei Gott gibt es kein Ansehen der Person. Er lässt jeden, der gottesfürchtig lebt, zu sich nahen; denn der Wille Gottes ist unsere Heiligung. Das bedeutet: Um Heiligung zu erlangen, müssen wir den Willen Gottes tun.
Ist dann das Gesetz Sünde? Ist es gegen Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Denn nur, wenn ein Gesetz gegeben wäre, das lebendig machen könnte, käme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz.
Das Gesetz konnte nicht lebendig machen, daher wird aller Dienst durch das Gesetz ein Dienst des Todes. Aber der Geist macht lebendig, und aller Dienst im Geist setzt uns auf den Grund der Auferstehung; denn Christus ist um unserer Rechtfertigung willen auferweckt. „Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben“, sagt Jesus. Das war das Himmelreich, das in den Tagen Johannes des Täufers anfing.
So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, denn wir waren unter dem Zuchtmeister, solange wir unter dem Gesetz waren und wurden durch dieses verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der dann offenbart werden sollte. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister.
Wir alle sind ja durch den Glauben an Jesus Christus Gottes Kinder. Wenn wir aber Christus angehören, so sind wir ja Abrahams Same und nach der Verheißung Erben.
