Das Licht der Gerechten brennt fröhlich
Wir haben im Lauf der Jahre viel darüber geredet, Gerechtigkeit zu praktizieren. Trotzdem zeigt es sich, dass die Ungerechtigkeit sehr festhängt. Sie ist wie eingebrannt in Seele und Sinn. Nur wenn wir das suchen, was droben ist, können wir die Ungerechtigkeit bezwingen. Denn Jesus Christus ist zu unserer Gerechtmachung auferstanden.
„Der Gerechte zeigt seinem Nächsten den rechten Weg, aber der Weg der Gottlosen führt sie irre.“ Spr. 12, 26.
Von jemandem, der in der Gemeinde Wegleiter sein soll, wird verlangt, dass er gerecht ist. Ist er das nicht, setzt er sich selbst ab, indem seine Werke gegen ihn zeugen. Zum Gemeindeengel in Sardes wurde gesagt: „Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot.“ Offb. 3, 1. Und vom Gemeindeengel in Laodizea heißt es: „Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.“ Offb. 3, 15-16.
Was heißt es, aus seinem Mund ausgespien zu werden? Das heißt, dass Gott Männer mit Gottes Wort, Kraft und Leben senden wird, sodass das Tote und Leblose und Kraftlose weggefegt wird. Es wird aus seinem Mund ausgespien. Wenn dann der Gemeindeengel nicht sofort Buße tut und sich selbst richtet, wird er zusammen mit dem Leblosen und Kraftlosen ausgespien.
Wie geht das vor sich, dass ein Gemeindediener tot und kraftlos werden kann? Das geht ganz einfach auf die Weise vor sich, dass er Gott nicht mehr über alles liebt. Man bekommt Lust auf Dinge auf der Erde und fängt an, nach der vergänglichen Speise zu streben, indem man sich um irdische Dinge sorgt. Dies ist Habsucht, die wiederum Götzendienst ist. Johannes sagt: „Kinder, hütet euch vor den Abgöttern!“ 1. Joh. 5, 21. Alles, was wir mehr lieben als die Gebote Gottes, ist Götzendienst. „Und darin besteht die Liebe, dass wir nach seinen Geboten wandeln.“ 2. Joh. V. 6. Die Liebe ist also ein Wandeln im Gebot.
In der Gemeinde soll alles zur Erbauung geschehen. Und wenn die Gemeinde erbaut werden soll, dann müssen alle beitragen – niemand darf fordern. Der Abgefallene fordert für sich und das Seine. Daher wird der Abgefallene von seinem Wandel genug bekommen, und ein guter Mann hält sich von ihm fern. Spr. 14, 14 (norw. Übers.). Dies kommt wiederum daher, dass wir von nun an niemanden mehr nach dem Fleisch kennen. Wenn dann jemand nach dem Fleisch leben will, dann nehmen alle guten Männer Abstand. Das stimmt wiederum damit überein, dass wir mit niemand anderem als denen Gemeinschaft haben, die im Licht wandeln. 1. Joh. 1, 7.
Wie kann aber jemand in einer Gemeinde Wegleiter sein, wenn alle guten Männer Abstand nehmen? Wenn er selbst nicht im Licht wandelt, wie kann er dann andere ins Licht und in größeres Licht leiten? Das ist unmöglich! Das Leben ist ja mehr als der Tod und das Licht größer als die Finsternis.
„Wenn eines Menschen Wege dem Herrn wohlgefallen, so lässt er auch seine Feinde mit ihm Frieden machen.“ Spr. 16, 7. Dies ist Kraft – unsichtbare Kräfte, die ausstrahlen; ein fröhliches Licht, das den Mund aller seiner Feinde stopft. Ein solches Licht ziemt sich für einen Gemeindeengel, der dazu gesetzt ist, die Gemeinde zu verteidigen. Der Feind hält sich dann weit weg in seinem eigenen Land. Aber ist der Gemeindevorsteher gottlos, dann kommen die Feinde wie die Heuschrecken von allen unvorhersehbaren Seiten, und es wird keinen Frieden geben. Wirf einen solchen „Jona“ ins Meer und es wird still werden! Jona 1, 15.
Alle Ungerechtigkeit ist Sünde. Sie liegt in der Tiefe des Herzens und ist in ihrer Wurzel und ihrem Wesen Götzendienst. Es ist etwas im Geist des Menschen, das irdische Dinge mehr liebt als Gott. Eine Zeitlang kann man dies verbergen, aber dann bricht es hervor, und die Sünde wird mitten in Gottes Gemeinde offenbar. Der Sünder kann nicht bestehen. Je schärfer das Licht in einer Versammlung ist, desto früher wird der Aussatz der Sünde offenbar.
Darum: „Prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott.“ 1. Joh. 4, 1-2.
Als Jesus in den Tagen seines Fleisches hier in der Welt lebte, rasten die Pharisäer gegen ihn, weil er sich Gottes Sohn nannte. Sie verleugneten Christus geoffenbart im Fleisch. Dasselbe gilt in unseren Tagen. Man will um alles in der Welt nicht Christus im Fleisch haben. Dagegen will man ihn oben im Himmel haben, weit weg vom Fleisch, sodass das Fleisch sein Eigenleben weiterleben kann, ohne unter Christi Kontrolle und Kreuzigung zu sein. Doch man kann die Schrift nicht aufheben: Ein jeder Geist, der Christus geoffenbart im Fleisch bekennt, ist von Gott. Und wer so lebt, hat sein Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. Wo die Lüste des Fleisches herrschen, hat man ihn nicht gesehen noch erkannt.
„Wer Zucht liebt, der wird klug; aber wer Zurechtweisung hasst, der bleibt dumm.“ Spr. 12, 1. Zurechtweisung bringt das Licht dazu, fröhlich zu leuchten. Die Erkenntnis wird vielfältig; der Geist wird uns im selben Maß gegeben, wie wir die Zucht lieben. Lieben wir dann die Zucht ohne Einschränkung, so wird uns der Geist ohne Einschränkung gegeben. Denn Gott wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann.
In diesem Licht, das fröhlich vor dem Angesicht Gottes ist, kann der Sünder nicht bestehen. Und genau dieses Licht soll in der Gemeinde brennen. Alles Fleisch ans Kreuz, dann wird Christus in diesem gekreuzigten Fleisch wohnen. Prüft darum die Geister, ob das Fleisch gekreuzigt ist. Wenn nicht, dann sind solche Geister nicht von Gott. Doch ist das Fleisch gekreuzigt, dann wohnt der Geist Christi in diesem Fleisch, und wir können sicher sein, dass solche Geister von Gott sind.
Wenn wir mit einem Geist getauft sind, um ein Leib zu sein (die Gemeinde), dann ist es eine dem Fleisch nach gekreuzigte Gemeinde. Dies ist eine erleuchtete Gemeinde; eine Gemeinde, die ein Fleisch mit Christus ist. Dass wir Christus eine solche reine Gemeinde darstellen, darum kämpfen wir. Denn das ist die Braut selbst.
