Der Weinberg Gottes
„Ich will doch singen von meinem Geliebten, ein Lied meines Freundes von seinem Weinberg! Mein Geliebter hatte einen Weinberg auf einem fruchtbaren Hügel. Und er grub ihn um und säuberte ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit edlen Reben. Mitten darin baute er einen Turm und hieb auch eine Kelter darin aus; und er hoffte, dass er [gute] Trauben brächte; aber er trug schlechte.“ Jes. 5, 1-2.
Wenn Gott einen Weinberg pflanzt, dann baut er einen Turm in dessen Mitte. Vom Turm aus kann man den ganzen Garten überblicken. Dann setzt er einen Propheten (einen Verkündiger des Wortes) in den Turm ein, und diesem wird gegeben, das anzusprechen, was in seinem Weinberg verbessert werden sollte. Vom Turm aus sieht man Licht in Gottes Licht. Von hier aus strömen Lehre, Ermahnung, Zucht und Ermunterung in den ganzen Garten. Von hier aus wird gedüngt und bewässert, aber Gott gibt das Gedeihen. Jeder Garten, der diesen Turm nicht in seiner Mitte hat, ist kein Garten Gottes.
Es wurde auch eine Kelter in ihm ausgehauen. In dieser sollten die guten Trauben gekeltert und ausgepresst werden und der Saft in Form von Wein herauslaufen. Nur die guten Trauben sollten in die Kelter. So ist es auch mit den Früchten des Geistes, sie sollen in der Kelter gekeltert werden. Wir dürfen sie nicht hier genießen, aber auf der anderen Seite bekommen wir sie wieder als neuen Wein im Reich unseres Vaters. Darum werden wir an jenem Tag unwissend sein über unsere Früchte, sodass wir in Wahrheit sagen müssen: Wann haben wir dich nackt gesehen und dich gekleidet, dich im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen, haben dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben? usw. Diese guten Früchte sind in der Kelter zermalmt worden, sodass man nicht wusste, dass man etwas Gutes getan hatte. Doch die schlechten Trauben waren nicht zermalmt. Sie hatten Jesus im Gefängnis und im Krankenhaus besucht, sich seiner angenommen, als er nackt war, usw. Aber Jesus antwortete ihnen: „Weicht von mir, ihr Übeltäter!“ Sie hatten ihren Lohn schon empfangen. Sie hatten nicht Frucht für Gott getragen, sondern für sich selbst. Und hierin lag das Unrecht. Sie dürfen den neuen Wein im Reich Gottes, des Vaters, nicht kosten, weil sie auf der Erde keine guten Früchte zur Kelter gebracht hatten.
„Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er verwüstet werde und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde. Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen.“ V. 5-6.
Wenn uns das Wort hart vorkommt, dann sollen unsere guten Früchte in die Kelter. Das ist der Beweis, dass wir gute Früchte tragen, wenn diese von uns genommen und in die Kelter gebracht werden. Ebenso, wenn das Wort Gottes mit Kraft vom Turm in der Mitte des Gartens verkündigt wird.
Trägt aber der Garten schlechte Früchte, dann wird der Zaun weggenommen. Die kleinen Füchse bekommen Zugang zum Garten. Die Bosheit dringt hinein und nagt und zehrt überall. Gott reißt auch die Mauer ein, sodass wilde Tiere und böse Menschen das Ganze niedertreten. Dann hat man keinen Gebrauch mehr für Turm oder Kelter. Den Garten gibt es nicht mehr. „Das Haus Israel nämlich ist der Weinberg des Herrn der Heerscharen, und die Männer von Juda sind seine Lieblingspflanzung. Und er hoffte auf Rechtsspruch, und siehe da – blutiger Rechtsbruch; auf Gerechtigkeit, und siehe da – Geschrei [über Schlechtigkeit].“ V. 7.
