Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Brief an Sigurd Bratlie, 24. April 1933

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936
Horten, den 24. April 1933
Lieber Bruder Sigurd Bratlie,
Gottes guter Friede!

Herzlichen Dank für deinen sehr lieben Brief und für den Eifer, den du in allen Stücken an den Tag legst, um Gottes Reich zu fördern. Doch ich bin besorgt, dass du dich überanstrengst und bald einen Zusammenbruch erleidest. Wenn du als Schneider für deinen Lebensunterhalt arbeitest, der Gemeinde in Kopenhagen dienst und dazu noch an viel Arbeit in Jütland mitwirkst, so ist dies übermenschlich. Daher will ich dich bitten, lieber Bruder, dich bei allem so einzurichten, dass du unter erträglichen Bedingungen existieren kannst. Wie das geschehen soll, wirst du sicher selbst herausfinden. Aber ein Arbeiter ist seines Lohnes wert.

Schw. N. N. hat allen guten Willen gezeigt. Die Gerüchte, die über sie verbreitet wurden, solltest du nicht beachten, sondern diese als Lügen betrachten, wenn sie selbst sagt, dass es nicht wahr ist und auch ihr Bruder dasselbe sagt. Das Verborgene ist für Gott, aber das Offenbare ist für uns. Diejenigen, die an ihrem schlechten Verhältnis und ihrem Verdacht gegenüber Schw. N. N. festhalten, ohne klare Beweise zu haben, solltest du streng zurechtweisen, denn sie sind in Verbindung mit niederreißenden Kräften böser Geister gegenüber einer Schwester, gegen die sie keine Beweise haben. Es ist ja nichts verborgen, was nicht offenbar wird. Und für das, was nicht offenbar ist, haben wir keine Verantwortung. Lasst uns den Bösen aus unserer Mitte hinaustun. Ich meine hiermit denjenigen, bei dem es für uns offenbar ist, dass er böse ist. Im Verborgenen können wir nicht richten, sondern sollten das glauben, was Schw. N. N. und ihr Bruder sagen. Sollten später im Leben Dinge hervorkommen, die wir jetzt nicht sehen, dann ist die Zeit da, in der Sache zu richten, die dann vorliegen wird. Diese Sache ist einfach und klar. Geschwätz über unbewusste Dinge ist vom Bösen.

Schw. N. N. hat in Tat und Wahrheit der Gemeinde ihre gute Gesinnung bewiesen. Diesen Ruhm hat sie. Halte dich daher selbst rein und richte nicht in dieser Sache. Gott wird selbst zu seiner Zeit offenbaren, wer an all diesem schuld ist.

Br. H. hat dir sicher von der Konferenz und der Fahrt nach Hønefoss und Furukollen erzählt. Ich erschrecke geradezu, wenn ich an all die Jugendlichen denke, die hinzukommen. Ca. die Hälfte des Saales war mit Jugendlichen gefüllt. Vier neue Brüder kamen von Porsgrunn. In Hokksund, Mjøndalen und in der Gegend von Drammen gibt es viele Jugendliche. Ja, hier ist überall Fortschritt. Sei herzlichst gegrüßt von uns allen hier.

Gottes reiche Gnade und Kraft ruhe über dir und deiner Arbeit!

Dein im Herrn hingegebener Bruder

J. O. Smith