Gnade, Gerechtigkeit und Friede!
Herzlichen Dank für den Brief vom 27. vorigen Monats sowie für die Bestellung der Bücher, die inzwischen versandt wurden. Hiermit wird der Erhalt der 16 Kr. bestätigt.
Ich kann Sie damit erfreuen, dass die Anzahl der Geschwister von Tag zu Tag zunimmt; doch wenn man das Leben des Einzelnen untersucht, fehlt es an Vielem. Vor allem fehlt es an Gerechtigkeit. Wenn es nun unter uns so viel zu korrigieren gibt, wie ist es dann wohl in anderen Versammlungen, wo man nur verkündigt, dass Christus gerecht war und nicht weiter erwähnt, dass auch wir gerecht sein sollen? Ich verstehe, dass man hellwach sein muss und Gebet nötig ist, um zu bestehen. Ich verstehe, dass Gott heilig ist, und dass wir mit einem heiligen Ruf berufen sind, damit auch wir heilig sein sollen. Solange dieses Ziel nicht erreicht ist, wird die Zucht andauern.
Wie wir aus Klgl. 1, 9 sehen, sank Jerusalem auf verwunderliche Weise, wenn das Volk gottlos lebte. So geht es mit ganzen Gemeinden und mit Einzelpersonen, wenn man nicht ernsthaft Gerechtigkeit praktiziert. Ich habe dies mehrere Male mit eigenen Augen innerhalb der Gemeinde gesehen. Denn dort merkt man es am schnellsten. Schnell sich selbst zu richten ist das Einzige, was uns aufrechterhalten kann. Das ist wie der Rettungsring für jemanden, der am Ertrinken ist. Aber es vergehen Jahre und Tage, bevor man diese Lebensweisheit lernt. Obwohl man es ja mit einer gottesfürchtigen Gesinnung ziemlich schnell lernen könnte. Die Gemeinde ist wie ein Ameisenhaufen, in dem alles in Bewegung ist. Viele von den Letzten werden zu den Ersten gehören und viele von den Ersten werden zu den Letzten gehören. Alles hängt davon ab, inwieweit man die Gesetze hält, die in Herz und Sinn geschrieben sind. Gott ist sehr genau, und bei ihm gilt kein Ansehen der Person.
Ich freue mich über die Gemeinde in Bergen, wo man Jahr für Jahr ohne allzu viel Konflikte leben kann. Ich muss annehmen, dass das Verhältnis zwischen den Geschwistern dort sehr gut ist. Br. S. Madsen ist ja ein sehr eifriger und tatkräftiger Mann, ebenso ist Bruder Skutle ein weisheitsvoller Mann. Möge Gott diese beiden Männer segnen, sodass sie geistliche Nachkommen bekommen, die zum Segen und zur Zierde für die Gemeinde werden können.
Die innere Stärke ist die tragende Kraft. Die Anzahl spielt keine so große Rolle. Ein Senfkorn kann zu einem großen Baum werden, und ein wenig Sauerteig kann den ganzen Teig durchsäuern. Aber wenn das Senfkorn und der Sauerteig fehlen, wohin will man dann mit einer großen Versammlung? Viel Fleisch ersetzt keinen Sauerteig, kein Senfkorn.
Ich hätte große Lust, euch in Bergen zu besuchen, wenn Gottes Stunde dafür kommt. Neulich bin ich in Kristiansand S., Sandefjord, Porsgrunn, Brevik, Drøbak und Oslo gewesen. Überall dort ist innerhalb der Gemeinden viel zu tun.
Grüßen Sie Ihren Mann, Br. Skutle und die Geschwister.
Herzliche Grüße von Br.
J. O. Smith