Gottes guter Friede!
Herzlichen Dank für deinen lieben Brief. Du fragst nach „verschiedenen“ Dingen bezüglich Kristiansand, Porsgrund usw.
In Kristiansand sind die Verhältnisse nun so gut, wie sie entsprechend den Umständen und dem geistlichen Stand der Gemeinde sein können. Tønnes Andersen war seiner Aufgabe nicht gewachsen. Die Brüder haben sich einer nach dem anderen gegen ihn ausgesprochen, wie du ja weißt. Ich sagte ihm dann im Beisein aller, dass er, wenn sich die Sache so verhielte, nicht mehr Verantwortung für die Gemeinde tragen und nicht ihr Vorsteher sein könne. Er kam später dorthin, wo ich wohnte und erklärte mir seine Situation genauer, die in seinen Augen recht gut zu sein schien. Ein wenig übertrieben dargestellt war es wahrscheinlich von beiden Seiten. Ich riet ihm, weiterhin an den Versammlungen teilzunehmen, ohne sich in die Leitung einzumischen, und das tat er und das wollte er weiterhin tun. Ich glaube, dass er im Innern sein Unvermögen bemerkt hatte. Wold drückte sich in seinem Zeugnis so aus, dass es wie ein großes Betteln wirkte: er habe so löchrige Schuhe, dass er nasse Füße bekomme. In der nächsten Versammlung sagte ich, dass sich unsere Zeugnisse nicht wie Bettelei anhören sollten. Wold war anwesend und sagte nichts. Er hat es schwer zuhause. Eines Tages kam er mit zerkratztem Gesicht, weil seine Frau gereizt gewesen war, da er wegen der Versammlungen von zuhause weg war. Er sagt – trotz allem – in seinem Zeugnis: „Wir sind die glücklichsten Leute der Welt.“ Die Ehepaare Frivold und Wennesland und Julian Pedersen und seine Frau muss man wohl als die tragenden Kräfte der Gemeinde bezeichnen.
In Brevik hatten wir eine Versammlung und in Porsgrund zwei Versammlungen. Es sieht so aus, dass Br. Andreas Nilsen seine Sache gut macht. Sie haben ihn alle sehr gern. Olsen und seine kleine Frau (die Tänzerin) scheinen wieder zurückzukommen. Friberg und seine Frau in Porsgrunn sind eifrig. Ich wohnte bei ihm. Mehrere weitere Brüder scheinen sich uns anschließen zu wollen.
Vorigen Sonntag war ich mit Br. Schwaiger in Sandefjord. Ich hatte ein längeres Gespräch mit M. Karlsen. Er wollte nicht zu den Versammlungen in die „Kaffistova“ gehen, ging jedoch am Sonntagnachmittag mit mir dorthin. Er sagte nichts und ging zeitig. Ich sehe, dass er genauso wie Tønnes Andersen mitten in der Gemeinde sinkt. Das tat auch Jerusalem auf verwunderliche Weise. Klgl. 1, 9. Keine Macht kann sie oben halten. Sie versinken wie in einem Sumpf. M. Karlsen hielt nicht Schritt, daher ist ihm Schwaiger zu mächtig geworden. Außerdem gab es andere Dinge, in denen er sich nicht rein bewahrte.
Danach war ich in Drøbak und war bei drei Versammlungen in Oslo. In Oslo teilte Jensen mit, dass mehrere einen monatlichen Beitrag versprochen hatten, dies jedoch nicht hielten, sodass man sich für die Wirksamkeit Geld leihen musste. Dies ist ja ganz und gar verkehrt. Ich hoffe, dass sie dies korrigieren, damit nicht auch sie dort im Sumpf versinken. Es fällt einem schwer, Gerechtigkeit zu praktizieren, ja, es ist sehr schwierig, Gerechtigkeit zu finden. Mit Dingen, die einem nicht gehören, für Gott zu arbeiten, taugt nicht. Gottes Reich ist zuallererst eine Frage der Gerechtigkeit und nicht eine Frage des Geldes.
Vor sechs Jahren kam in Kristiansand die Frau von jemand, der bei Nordquelle Leiter war, in die Versammlungen, die du gehalten hast. Sie kam jetzt auch, aber ihr Mann war dagegen. Ebenso kam ein Jensen aus dieser Zeit. Er wird jetzt wahrscheinlich weiterhin kommen.
Ich lege ein paar Briefe bei, damit du ein wenig sehen kannst, wie es geht. Ich hätte diesmal gerne mündlich mit dir gesprochen, aber die vielen späten Versammlungen und die lange Abwesenheit von zuhause waren der Grund dafür, dass ich von Oslo direkt heimgefahren bin.
Sei herzlich gegrüßt von deinem im Dienst und Leben hingegebenen Bruder
J. O. SmithGrüße deine Familie und die Geschwister.
