Christus im Fleisch geoffenbart
Jesus Christus als Hohepriester
„Daher musste er in allem seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hohepriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes.“ Hebr. 2, 17.
Die Kinder waren von Fleisch und Blut, daher musste er‘s gleichermaßen annehmen.
Weil nun Jesus Fleisch und Blut angenommen hat, wurde er ebenso versucht wie wir anderen, die auch von Fleisch und Blut sind. Und er litt, als er versucht wurde, darum kann er helfen denen, die versucht werden. V. 18.
Eben um Hohepriester zu werden, hat Jesus Fleisch und Blut angenommen. Er nahm sich nicht der Engel an, sondern der Kinder Abrahams. Er dachte nicht in erster Linie an die Engel, als er kam, um Sünder zu erlösen. Die Engel hatten nicht Fleisch und Blut wie wir. Jesus Christus musste im Fleisch geoffenbart werden, um uns, die wir uns im Fleisch befanden, erlösen zu können. Niemand vor ihm hatte im Fleisch gesiegt, aber Jesus siegte im Fleisch, und die Wehen des Todes vermochten nicht, ihn im Totenreich zu halten. Er stand auf von den Toten, und Gott setzte ihn zu seiner Rechten. Apg. 2, 33. Also haben wir als Hohepriester zur Rechten des Vaters den Messias, denn Gott hatte David mit einem Eid verheißen, dass ein Nachkomme von ihm auf seinem Thron sitzen würde. Daher redete David vorausschauend von ihm, dass dieser nicht dem Totenreich preisgegeben werden würde und auch sein Fleisch die Verwesung nicht sehen würde. Apg. 2, 30-31.
Da nun Jesus Fleisch und Blut wie wir hatte und versucht worden ist in allem wie wir, ohne zu sündigen, ohne Missetaten zu begehen, Hebr. 4, 15, so lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben. Denn Jesus siegte in den Tagen seines Fleisches, um uns durch seinen Heiligen Geist Kraft zum Überwinden zu geben. Daher werden allen, die überwinden, besondere Verheißungen gegeben. Siehe Offb. 2 die Verse 7, 17 und 26 sowie in Kap. 3 die Verse 5, 12 und 21. Es ist also nicht möglich zu behaupten, dass man nicht überwinden kann. Die Schrift sagt mit deutlichen Worten, dass es möglich ist. Aber jetzt kommt es darauf an, was man unter Überwinden versteht. Es ist nicht dasselbe, wie vollendet zu sein oder seine Heiligung vollendet zu haben. Nein, sondern es bedeutet, dass ich in dem Licht treu bin, das Gott mir gegeben hat; dass ich im Licht wandle, wie er im Licht ist. Dass wir, wenn wir von einem kleineren Licht zu einem größeren Licht vorrücken, dann dem größeren Licht zustimmen, sodass das Blut Christi uns in einem tieferen Grad reinigen kann. Wenn wir immer auf diese Weise vorwärtsgehen, leben wir ein Überwinderleben.
Während wir auf diesem Weg gehen, ist Jesus ein barmherziger und treuer Hohepriester, und er versteht uns so innig gut, weil er selbst in Fleisch und Blut wandelte, und weil er selbst litt, als er versucht wurde. Das ist für uns ein großer Trost; denn hätte Jesus ein anderes Fleisch und Blut gehabt als wir, dann wäre es nicht so groß gewesen, dass er überwand. Folgen wir Jesus treu in seinen Fußspuren, dann wird uns das Geheimnis der Gottesfurcht „Christus geoffenbart im Fleisch“ in enormem Maß zu Hilfe, Trost und Freude. Aber den Menschen, die keine Liebe zu Gott haben und die daher auch seine Gebote nicht halten, wird „Christus geoffenbart im Fleisch“ zu keinem Nutzen. Sie wollen am liebsten verschont, verschont und nochmals verschont davon werden, den Willen Gottes zu tun, weil die Liebe zu den Lüsten und zum Leben in dieser Welt größer ist als die Liebe zu Gott. Auf diese Weise bekommt man keinen Gebrauch für etwas anderes als für Sündenvergebung. Es wird dann keine Rede davon sein, dass man Jesus als Hohepriester und Mittler eines Neuen Bundes braucht. Jesus wird für sie nur wie ein Sündopfer, das zur Reinheit des Fleisches reinigt wie die Opfer im Alten Bund. Doch brauchen wir ihn für die Erlösung in dem, was dem Gesetz unmöglich war. Jedes Jahr wurden sie an ihre Sünden erinnert; denn es ist unmöglich, durch das Blut von Stieren und Böcken Sünden wegzunehmen. Darum spricht er, wenn er in die Welt kommt: Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib aber hast du mir geschaffen. Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht.
Da sprach ich: Siehe, ich komme – im Buch steht von mir geschrieben –, dass ich tue, Gott, deinen Willen.
Er hebt die Opfer auf, damit er das Zweite einsetze, nämlich „den Willen Gottes“. Hebr. 10.
Darum ist auch der Wille Gottes unsere Heiligung.
Gott hat nun im Neuen Bund seine Gesetze in unser Herz gegeben und schreibt sie in unseren Sinn. Hebr. 10, 16.
Diese Gesetze stimmen immer mit dem Willen Gottes und mit der Schrift überein, die des Fußes Leuchte und ein Licht auf dem Weg ist. In dem Maß, wie wir von einem kleineren Licht zu einem größeren Licht vorwärtsgehen, wird Gott seine Gesetze in unseren Sinn schreiben. Das Grundgesetz liegt im Herzen, und die Gesetze, die Gott durch das größere Licht in unseren Sinn schreibt, stimmen immer mit dem Grundgesetz im Herzen überein.
Der neue und lebendige Weg hinein in das Heiligtum geht jetzt durch den Vorhang, das ist sein Fleisch. Weil wir nun aber mit einem Geist getauft worden sind, um ein Leib mit ihm zu sein, und wir Fleisch von seinem Fleisch geworden sind, wird der neue und lebendige Weg, der zuerst in Jesu Fleisch gebahnt wurde, durch Gehorsam und Treue auch durch unseren Vorhang, d. h. durch unser Fleisch, gebahnt werden. Mit dieser Absicht ist er „der Weg“ für uns geworden. Wir sind sein Haus und wir haben einen großen Priester über dieses Haus Gottes, einen Mittler für den Neuen Bund. Wir wissen, wohin er ging, und den Weg dorthin wissen wir, denn der Tröster hat uns darüber aufgeklärt.
Hat jemand Lust zu allen anderen Wegen als dem neuen und lebendigen Weg durchs Fleisch, kommt dies ausschließlich davon, dass er sein Leben in dieser Welt mehr liebt als Gott und die Gebote, die dieser in Herz und Sinn geschrieben hat. Daher kommt alle Trockenheit in den Versammlungen und im täglichen Leben. Zerstoßene Oliven dagegen, die Licht in die Herzen und in die Versammlungen bringen, schaffen Geist und Leben, Erlösung und Frieden. Wir glauben, darum reden wir. Wir haben es erfahren, darum ist es uns ein Anliegen, dieses Licht und diese gesegnete Erkenntnis Gottes zu verbreiten.
