Die zwei Mühlsteine, von denen der eine ins Meer geworfen wurde
„Und ein starker Engel hob einen Stein auf, groß wie ein Mühlstein, warf ihn ins Meer und sprach: So wird in einem Sturm niedergeworfen die große Stadt Babylon und nicht mehr gefunden werden.“ Offb. 18, 21.
Um Korn mahlen zu können, dass Mehl daraus wird, muss man zwei Mühlsteine verwenden. Diese Steine müssen einander berühren, wenn etwas gemahlen werden soll.
Genauso ist es auch im Geistlichen. Nichts wird ausgerichtet, wenn wir nicht den Saum seines Kleides berühren. Der eine Stein, der Stein, der von den Menschen verworfen wurde, ist Jesus Christus, der das Wort Gottes ist. Der andere Stein ist die Verkündigung des Wortes. Darum muss der, der in der Gemeinde redet, als Gottes Wort reden!
Diese zwei Steine sollen zusammen die geistliche Nahrung hervormahlen. Nun hat man Jahrhunderte hindurch in Kirchen, Bethäusern und Sälen den Mühlstein mahlen und mahlen gehört. Etwas von dem Gemahlenen ist vielleicht für den einen oder anderen zur Speise geworden, das heißt dann, wenn der Verkündiger es gewagt hat, seinen Mühlstein ganz an den großen Mühlstein, Jesus Christus, herankommen zu lassen. Meistens dreht sich jedoch der Mühlstein das ganze Jahr mit einem gewaltigen Abstand zum wirklichen Mühlstein. Nichts wird gemahlen. Man hört nur das Geräusch der Mühle. Für dieses Mühlengeräusch wird meistens gut bezahlt. Das können die Steuerbescheide beweisen. Doch was wird bewirkt? Werden die Menschen überzeugt, gestraft und ermahnt, sodass sie besser werden? Oder wirkt das Geräusch der Mühle so, dass der Geizige genauso geizig bleibt, der Hochmütige genauso hochmütig, dass man weiterhin die Person ansieht, die Gottlosigkeit zunimmt und der Spötter immer freimütiger wird? Ja, wenn das der Fall ist, dann ist die Arbeit der Mühle vergeblich und diejenigen, die die Mühle betreiben, arbeiten auch vergeblich. Alles ist vergebliche Mühe.
Wenn der eine Mühlstein, Christus, in Zion gegründet ist, Hebr. 12, 24 und der andere weit draußen in der Finsternis der Welt, dann kann ja ein ganzes Heer von Bosheit zwischen diesen beiden Mühlsteinen durchkommen. Man kann gut Theater und Kneipen zwischen ihnen platzieren. Und es ist wohl auch nicht verwunderlich, wenn eines Tages das viel diskutierte Stück „Die grünen Auen Gottes“ zwischen den zwei Mühlsteinen aufgeführt wird. Schöne Stücke sieht man gerne an, aber ach, wenn es allzu weit geht!
Wo ist die Autorität der Verkündiger? Der Gottlose darf mit Vollmacht reden, sodass es wehtut. Aber diese verkümmerten Verkündiger stehen da und gaffen. Sie finden keine Worte mehr. Die Geldgier und alle andere Abgötterei haben ihnen die Macht gestohlen. Ihr gut bezahlter Mühlstein summt und läuft weit draußen in der Finsternis – weit weg von dem zweiten Mühlstein, der Gottes Wort ist.
Doch es kommt ein Tag, an dem ein starker Engel ihren Mühlstein aufheben und ihn ins Meer, das Völkermeer, werfen wird. Dann werden die Völker selbst sehen, dass nur Menschenworte zu ihnen gesprochen worden waren und nicht Gottes Wort. Der andere Mühlstein aber bleibt weiterhin auf seinem Platz in Zion.
