Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Skjulte Skatter 1933-03 - Die Salbung, der Leib und der Schatten

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Die Salbung, der Leib und der Schatten

„Doch ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und habt alle das Wissen.“ 1. Joh. 2, 20.

Die Salbung ist eine hohepriesterliche Gabe, die über die gläubige Seele ausgegossen wird, die der Priesterschaft Christi angehört. Sie kommt von „dem, der heilig ist“, welcher Christus, der Gesalbte, ist. Die Salbung setzt sich aus vielen Bestandteilen zusammen, und sie besteht aus: Liebe, Gnade, Wahrheit, Langmut, Verträglichkeit, Ausdauer, Kraft, Erkenntnis, d. h. Weisheit. Das alles hat uns „der, der heilig ist“ geschenkt, damit wir uns nicht verführen lassen sollen. Lies die Verse 26 und 27 im Zusammenhang. Jede Lehre, die von der Salbung und von dem, was wir von Anfang an gehört haben, abweicht, ist nicht von Gott.

Die Salbung lehrt uns alles, und wir haben nicht nötig, dass uns jemand lehrt. Das bedeutet: wir haben nicht nötig, etwas außerhalb der Salbung zu lernen (von denen, die uns verführen wollen). Doch in der Salbung hat Christus, der Gesalbte, uns einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer gegeben, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes, damit der Leib Christi erbaut werde. Eph. 4, 11-16. „Und wie sie euch gelehrt hat, so bleibt in ihm.“

In unserer Zeit gibt es viele Lehren, die darauf abzielen, das Gewissen zu knebeln und die Menschen zu Knechten unter Lehren von Parteiungen zu machen. All das weicht von der Salbung und der Einfalt in Christus ab. Es bindet die Menschen in Geboten und Regeln, die mit Christus nichts zu tun haben. Dadurch kommt man weg von der Salbung und von dem, was man von Anfang an gehört hat. Man kommt in religiöse, menschliche Auffassungen und Theorien hinein, die nichts mit Christus und seiner Salbung zu tun haben. Darum ist es auch so unheimlich trocken. In der Schrift heißt es jedoch: „Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so wandelt auch in ihm.“ „Jeder, der abweicht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, der hat Gott nicht; wer in der Lehre des Christus bleibt, der hat den Vater und den Sohn.“ 2. Joh. V. 9.

Zu allen Zeiten hat man übel vom Weg Gottes geredet; doch über alle Abwege schweigt man in der Regel. Dies ist auch einer der Beweise dafür, dass die ganze Welt im Argen liegt und dass die Hure unter den Gläubigen Verwüstung anrichtet, die nicht imstande sind, „den Weg“ von den Abwegen zu unterscheiden.

„So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats. Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; leibhaftig aber ist es in Christus.“ Kol. 2, 16-17.

„In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und an dieser Fülle habt ihr teil in ihm.“

Wir benötigen nicht all diese Gebote für Speise und Trank, für Neumonde und Sabbate. Wir sind in den Leib Christi gesetzt, der Feiertage und Sabbate in sich trägt, in den Leib, der den Schatten warf. Wenn wir nun durch einen Geist zu einem Leib getauft sind und Verständnis vom „Leib“ selbst bekommen haben, wie verrückt ist es doch dann, zum Schatten des Leibes zurückzukehren.

Wenn eine Frau sich mit einem Mann verlobt, dann verlobt sie sich nicht mit dem Schatten des Mannes. Und wenn sie heiratet und ein Fleisch mit dem Mann wird, wird sie sich ja nicht damit begnügen, bloß mit dem Schatten des Mannes eins zu werden.

Aber genau damit begnügt man sich, wenn man über Essen und Trinken, Neumonde, Feiertage und Sabbat predigt. Wenn zum Beispiel ein verheirateter Mann eine Frau hätte, die sich treu zu seinem Schatten hielte, und nie etwas mit dem Mann selbst zu tun haben wollte, dann wäre das wahrhaftig ein gültiger Scheidungsgrund. So auch in geistlicher Hinsicht. Man ist losgetrennt von Christus, wenn man durchs Gesetz gerecht werden will, das der Schatten ist; denn seine Braut wird einFleisch mit ihm sein und nicht nur ein Schatten.

Gott hat Christus einen Leib bereitet, und durch das Fleisch dieses Leibes wurde der neue und lebendige Weg gebahnt. Der Weg wurde also nicht durch den Schatten gebahnt. Daher wandeln diejenigen, die sich nicht zum Leib sondern zum Schatten halten, auch nicht auf dem neuen und lebendigen Weg. Aus demselben Grund können wir mit ihnen auch keine Gemeinschaft haben, denn Christus ist seines Leibes Heiland und nicht seines Schattens Heiland. Er ist der Mittler eines Neuen Bundes, und dieser Bund liegt im Leib und nicht im Schatten des Leibes. Wir, die wir glauben, gehen ein in die Ruhe. Die Ruhe liegt im Leib und nicht außerhalb des Leibes. Alle Erkenntnis und alle Weisheit sind im Leib zu finden. Aber alle Sünde ist außerhalb des Leibes zu finden. 1. Kor. 6, 18.

Das Blut des Bundes ist im Leib zu finden. Aber im Schatten gibt es keinen einzigen Tropfen von Christi Blut, darum musste man das Blut von Kälbern und Böcken verwenden.

Nun sind wir durch einen Geist getauft, um ein Leib mit ihm zu sein. In diesem Leib finden wir die Gesetze des Neuen Bundes, und nehmen wir es in unserem Leben genau, sodass wir bis aufs Blut gegen die Sünde kämpfen, dann wird das Leben Christi in unserem sterblichen Fleisch geoffenbart. Der Weg geht durchs Fleisch, und wir werden die Erfahrung machen, dass der Weg schmal ist, und die Leiden Christi werden unterwegs auf diesem Weg reichlich über uns kommen. Das ist Christus im Fleisch geoffenbart und die Leidensgemeinschaft Christi.

Wer sich zum Schatten hält, kommt ja ganz billig darum herum. Aber dann kommen sie auch darum herum, mit Christus zu leiden und mit ihm verherrlicht zu werden.