Die Reise nach Schweden
Am Donnerstag, den 12. November vorigen Jahres, reisten Br. E. Aslaksen und ich nach Stockholm, um das Evangelium des Kreuzes zu verkündigen. Wir wurden zu einem älteren Bruder namens Flodberg geleitet, der viele Jahre lang Versammlungen bei sich zuhause hatte. Bei ihm trafen wir auch mit Br. H. Schager aus Norrkøping zusammen, der viele Jahre lang für das innere Leben gearbeitet und eine ganze Reihe guter geistlicher Lieder gedichtet hat. Diese Geschwister waren mit den alten Schriften von Madame Guyon, Böhme, Tersteegen usw. wohlvertraut. Außer diesen Geschwistern trafen wir auch mit einem ehemaligen russischen Offizier namens Butkéwitsch zusammen, der in einem anderen Teil der Stadt Versammlungen hielt. Er hielt Versammlungen für Russen, Deutsche und Schweden. Wir hielten dann abwechselnd Versammlungen bei den oben erwähnten zwei Brüdern sowie im Saal der CVJF, den wir selbst gemietet hatten. Gott gab Gnade und Kraft, sodass alles – dafür, dass wir das erste Mal in Schweden waren – ausgezeichnet ging. Gott tat für uns Herzen und Türen auf. Das schwedische Volk ist als Volk betrachtet ein sehr religiöses Volk, und viele von ihnen nehmen das Christentum sehr ernst. Während wir nun Abend für Abend das Wort vom Kreuz verkündigten, trafen wir auf keinen nennenswerten Widerstand. Dagegen gab es mehrere, die das Wort annahmen und sehr froh wurden. Das Wort vom Kreuz hat Kraft in sich selbst, um die Seelen zu lösen. Bei unserer Ankunft in Stockholm nahmen wir ein Zimmer im „Evangeliska Fosterlandsstiftelsen-Hotel“. Doch nach einer gewissen Zeit, als man uns besser kannte, nahm uns eine ältere gottesfürchtige Schwester, Frau Molin, auf, und wir durften bei ihr zuhause wohnen. Wir lernten mehrere persönlich kennen, sodass die Zeit mit Versammlungen, Gesprächen, Briefeschreiben und Besuchen in der Stadt voll ausgefüllt war. Das Wort vom Kreuz tat eine erstaunliche Wirkung. Manche erklärten, dass sie bei diesen Versammlungen Licht bekommen hätten, und sie baten inniglich zu Gott für uns und für diese Arbeit, von der sie verstanden, dass sie in unserer Zeit so nötig gebraucht wird. Dieses Wort von „einem gekreuzigten Fleisch“ ist für die meisten ein Geheimnis. Sündenvergebung, Geistestaufe und die Gnadengaben sind ihnen bekannt; doch dieses, mit Jesus Christus gekreuzigt zu sein, ist ein Geheimnis, obwohl die Schrift so deutlich davon spricht. Gal. 2, 19-20; Gal. 5, 24 und 6, 14. Das Wort vom Kreuz reißt die fleischlichen Schranken der Parteiungen nieder, und es macht die Gläubigen zu einem Volk. Ich würde wirklich gerne wissen, wer die Befugnis gegeben hat, Parteiungen zu gründen. Ob es nicht Satan war, nachdem Parteiungen Werke des Fleisches sind? Gal. 5, 20. Wenn wir als Gottes Volk in ein fremdes Land kommen, ist es nicht so einfach, wenn man nicht ihrer Parteiung angehört. Ich muss annehmen, dass sogar die Apostel keinen Zugang zu ihrer Kanzel bekämen, wenn sie sich nicht in deren Versammlung einschrieben.
Doch außerhalb dieser Lager geht es uns hervorragend, und wir fanden in Schweden Menschen, denen es genauso ging. Es ist gesegnet und gut, daran mitzuwirken, alle Schranken und Umzäunungen niederzureißen, die die Menschen aufrichten, um sich und das Ihre zu verteidigen. Alle wollen Jesus Christus als ihren Herrn und Heiland haben, doch sie wollen ihn am liebsten innerhalb ihrer Parteiung haben.
Ob Christus etwa geteilt ist?
