Die Söhne Skevas bekamen Prügel
„Es unterstanden sich aber einige von den Juden, die als Beschwörer umherzogen, den Namen des Herrn Jesus zu nennen über denen, die böse Geister hatten, und sprachen: Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus predigt.
Es waren aber sieben Söhne eines jüdischen Hohenpriesters mit Namen Skevas, die dies taten.
Aber der böse Geist antwortete und sprach zu ihnen: Jesus kenne ich wohl und von Paulus weiß ich wohl; aber wer seid ihr?
Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, dass sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen.“ Apg. 19, 13-16.
Jesus kenne ich und von Paulus weiß ich wohl, aber wer seid ihr? Immer wieder sehen wir weltliche Menschen, die zu Gott beten und ihn respektieren, aber von Jesus Christus wollen sie nichts wissen. So ist es auch mit den bösen Geistern, den Geistern, die in den Kindern des Ungehorsams am Werk sind. Sie hören es nicht gerne, wenn jemand von Jesus spricht, von ihm, der sie in den Tagen seines Fleisches besiegte. Der Name Jesus treibt sie in die Flucht oder macht sie rasend.
Gott ist ein Geist, ihn müssen sie daher als ihren Bezwinger anerkennen; doch dass jemand in Fleisch und Blut sie besiegt hat, gefällt ihnen nicht. Daher hören wir weltlich gesinnte Menschen so großartig von Gott reden; aber den Namen Jesus verschweigen sie. Seine Schmach wollen sie absolut nicht mit ihm teilen. All dies kommt daher, dass der Geist, der in diesen Kindern des Unglaubens wohnt, es nicht mag, den Namen seines Bezwingers zu hören.
Gott sandte seinen Sohn und verdammte die Sünde im Fleisch. Röm. 8, 3. Die Sünde kam nie heraus aus seinem Fleisch. Sie äußerte sich als Versuchung, wurde aber als solche zurückgeschlagen; die Sünde wurde im Fleisch verdammt. Dadurch besiegte er auch alle bösen Geister in seinem Fleisch, die auf keine andere Weise als durch das Fleisch in die Tiefe des Herzens gelangen können. Dies ist der neue und lebendige Weg durch sein Fleisch. Daher ist jeder Geist, der bekennt, dass Christus in das Fleisch gekommen ist, von Gott. Der Geist kämpft gegen das Fleisch und das Fleisch gegen den Geist. Der Geist, der gegen das Fleisch kämpft, ist von Gott; aber der Geist, der das Fleisch schont und verteidigt, ist von Satan. Die bösen Geister hatten sich an Jesus versucht, waren aber zurückgeschlagen worden. Daher sagten sie: Jesus kennen wir. Sie kannten ihn als ihren vollkommenen Bezwinger. Und von Paulus wissen wir. Sie kannten Paulus als einen, der angefangen hatte, gegen sie den Kampf aufzunehmen, indem er die Lüste des Fleisches kreuzigte, die die Eingangspforte für die bösen Geistesmächte waren. Aber ihr, wer seid ihr? Die Söhne Skevas waren ganz und gar unwissend, dass die bösen Geister durch das Kreuzigen des Fleisches bekämpft werden mussten. Sie hatten natürlich in ihrem ganzen Leben auf menschliche Weise gelebt, und so waren sie, so wie ihr Vater, der Hohepriester, religiös geworden. Als sie dann sahen, wie andere Menschen böse Geister austrieben, meinten sie selbstverständlich, dass sie genauso gut wie Paulus und alle anderen wären. Sie wollten daher auch Zeichen und Wunder tun; doch das Ganze endete damit, dass sie eine ordentliche Tracht Prügel bekamen, sodass sie nackt das Haus verlassen mussten.
Viele werden an jenem Tag sagen, dass sie in Jesu Namen böse Geister ausgetrieben haben, aber Jesus wird sagen: „Weicht von mir, ihr Übeltäter, ich habe euch noch nie gekannt.“
In ihren Augen sah es wirklich so aus, als hätten sie durch den Namen Jesu böse Geister ausgetrieben. Jedoch ist die Sache eher die, dass kein böser Geist ausgetrieben wurde; sondern dass ein Geistertausch stattfand. Ein roher und brutaler Geist wurde gegen einen religiösen Hochmuts- und Pharisäergeist ausgetauscht. Und dies geschah im Namen Jesu; doch es war ein anderer Jesus und ein anderer Geist; denn der wahre Jesus hat sie noch nie gekannt, da sie sich immer des Unrechts befleißigten – auch wenn sie böse Geister austrieben. Die bösen Geister verlassen nicht so schnell ihre Beute. Sie baten Jesus, in die Schweineherde fahren zu dürfen, wenn sie ausgetrieben würden. Mt. 8, 31. Sie wollen eine Behausung haben. Hier war nicht von einem Geistertausch die Rede, sondern von wirklicher Austreibung. Und wir sehen auch, dass sich die ganze Schweineherde den Abhang hinunter in den See stürzte und starb. Doch die bösen Geister starben nicht. Sie gingen umher und suchten eine andere Behausung; denn Satan hat seine eigene Behausung verlassen.
Die Jünger versuchten, einen Mondsüchtigen zu heilen, aber sie konnten es nicht. Da drohte Jesus ihm, und der böse Geist fuhr von ihm aus und der Knabe wurde gesund. Mt. 17, 18. Da traten die Jünger allein zu Jesus und sprachen: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Unglaubens willen! Aber diese Art fährt nicht aus außer durch Gebet und Fasten.
Wir sehen hier, dass diese Art von Geist tief im Fleisch begraben lag. Man konnte ihn nicht erreichen, außer durch Gebet und Fasten. Auf dem Weg durch das Fleisch kommt man auch zu dieser Art von Geistern. Jesus war zu ihm durchgedrungen; doch die Jünger hatten weder genug gebetet noch genug gefastet. Diese Art von Geist war ihnen verborgen, und das war die Rettung für den bösen Geist. Für Jesus aber war er offenbar und wurde ausgetrieben.
Denke in diesem Zusammenhang an die Söhne Skevas und alle ihre Gleichgesinnten, die umgänglich und angenehm in ihrem Fleisch sind. Durch ihr Fleisch geht kein Weg, und kein scharfes Schwert des Geistes hat ihren Vorhang teilen dürfen. Und doch sind sie hochmütig genug, böse Geister austreiben zu wollen. Ein Teufel kann keinen Teufel austreiben; aber ein Teufel kann einen anderen Teufel ablösen. Es sind Kräfte von einem anderen Reich nötig, um einen bösen Geist auszutreiben.
Daran sollte man sich erinnern, wenn man sich damit abgibt, böse Geister auszutreiben. Wenn nicht, muss man damit rechnen, Prügel zu bekommen wie die Söhne Skevas.
