Die Konferenz am Buß- und Bettag
Wie gut es ist, wenn Brüder beieinander wohnen, davon bekommen wir einen Eindruck, wenn wir auf Konferenzen zusammen sind. Das Verwunderliche dabei ist, dass das Haus immer voll ist – jedoch nie so überfüllt, dass wir nicht hineinpassen würden. Das gehört ebenfalls zu Gottes wundersamer Führung.
Wir können mit Fug und Recht sagen, dass jede einzelne Konferenz eine Schule ist, in der wir alle durch die verschiedenen Offenbarungen des Geistes viel lernen. Und wenn wir versuchen, hier im Monatsblatt das schriftlich wiederzugeben, was angesprochen wurde, so wird dies nur unvollständig. Dennoch versuchen wir, etwas davon wiederzugeben:
Bibelstunde am Donnerstagabend, den 3. November 1932
Von J. O. Smith
Lies 2. Mos. 25, 16-22. Das Zeugnis sollte in die Lade gelegt werden. Dies war Jesu Christi Zeugnis: der Geist, das Wasser und das Blut. Auch wir bekommen unser Zeugnis Jesu Christi zusammen mit ihm in die himmlische Lade, in das Allerheiligste, gelegt. Die Cherubim waren aus getriebener Arbeit aus einem Stück mit dem Gnadenthron. Ein Cherub an jedem Ende des Gnadenthrones und aus einem Stück mit diesem. Und die Cherubim bedeckten den Gnadenthron mit ihren Flügeln, und das Angesicht des einen war gegen das des anderen gerichtet.
Vom Gnadenthron aus zwischen den beiden Cherubim redete der Herr zu Mose alles, was er den Kindern Israels zu sagen hatte.
Gottes Zeugnis war in die Lade gelegt, und die Cherubim bewachten den Weg zu diesem Baum des Lebens, zu diesem Zeugnis, das man ausschließlich durch das Sterben Christi bekommen kann. Gottes Rede zu den Menschenkindern geht immer vom Gnadenthron zwischen den beiden Cherubim aus. Von hier gehen Gottes Propheten und die heilige Priesterschaft aus. Alle Ausbildung nützt wenig, wenn man nicht vom Gnadenthron die an Israel gerichtete Stimme Gottes hört, von der Wohnung des Zeugnisses zwischen den beiden Cherubim.
Die Cherubim sind eine Bezeichnung für das Göttliche in der Schöpfung. Wenn die Sünde mannigfaltig ist, werden die Cherubim unruhig, und oft gibt es Erdbeben. Man sieht, dass ganze Städte zugrunde gehen, wie Sodom und Gomorra. Aber die Cherubim im Allerheiligsten ruhen in der Ruhe Gottes über der Wohnung des Zeugnisses. Auch wir gehen in diese Ruhe ein. Aber es gibt Vorhofmenschen, die dort ruhen, wo die Cherubim nicht ruhen. Und es gibt Menschen, die sich im Heiligtum zur Ruhe begeben, wo die Cherubim auf die Wandteppiche gestickt sind. Diese Menschen haben die Geistestaufe und wollen nicht durch Glaubensgehorsam durch den Vorhang (das Fleisch) ins Allerheiligste zum letzten und endgültigen Zeugnis durchdringen: dem Geist, dem Wasser und dem Blut, wozu die Cherubim ihre endgültige Zustimmung geben und wo Gott redet.
Aus dem Tempel kamen die sieben Engel, die die sieben letzten Plagen hatten; denn es wurde aufgetan der Tempel, die Stiftshütte im Himmel. Offb. 15, 5-6. Die Leiden, die das Zeugnis hervorbrachten: den Geist, das Wasser und das Blut, werden in Form von Urteilen Gottes vom Allerheiligsten ausgehen, um alle Trauernden zu Zion zu trösten. Selig ist dann, wer sein Zeugnis in der heiligen Bundeslade hat.
Der Vormittag des Buß- und Bettages
J. O. Smith:1. Joh. 5, 1-5 und 4, 6
Jesus kam in die Welt, um uns zu lehren, den Willen Gottes zu tun, und um uns Kraft zu geben, diesen zu tun. Gott hat nie vorgehabt, davon Abstriche zu machen, dass wir Seinen Willen tun sollen. Jesus wollte uns zu einem dem Gesetz gehorsamen Volk machen. Kommen wir weg vom Gebot, sind wir außerhalb der Absicht, die das Evangelium mit uns hat. Wir sehen, dass es darum geht, Sein Gebot zu halten. Du kannst am Anfang denken, dass es Knechtschaft ist, die Gebote zu halten, aber dann lass es Knechtschaft sein. Wir kommen zu kurz und zu kurz und wir haben es nötig, um Vergebung zu bitten. Aber wir kommen schnell zu dem Ergebnis, dass in uns selbst nichts Gutes wohnt. Das Gebot ist heilig, gerecht und gut; aber es ist die Sünde, die in uns wohnt, die macht, dass es misslingt. Sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass in uns nichts Gutes wohnt, kommt uns der Geist zu Hilfe. Wir müssen unser Alleräußerstes tun, um von der Sünde wegzukommen. Wir müssen Sein Gebot halten. Ist es Knechtschaft für dich, dann knechte nur. Halte Gottes Gebote und tue Seinen Willen, dann wirst du sehen, dass der Herr mit dir ist, und er wird dir Kraft geben. Man kann nicht weiterkommen, wenn man dem Heiligen Geist widersteht. Öffne dein Herz und lass Gott in dir wirken. Der Heilige Geist, der dem Sohn verheißen war, ist zur Erde gekommen und tut den Menschen die Augen auf über die Sünde.
Im Vorhof passierst du den Sündopferaltar und das Kupferbecken. Bist du hier gehorsam, dann gehst du direkt hinein in das Heiligtum, und du bekommst die Kraft über dich. Im Heiligtum stehen die sieben Leuchter und leuchten für dich direkt auf den Vorhang. Bist du hier gehorsam und treu und lässt du den Geist in dir wirken, dann gehst du auch durch den Vorhang und kommst dorthin, wo der Herr vom Gnadenthron her redet, mitten zwischen den beiden Cherubim. Du kommst zu Aarons blühendem Stab und du kommst zum goldenen Krug mit Manna und zum Zeugnis. Dieser Weg ist für Christi Person geöffnet und er ist auch für dich und mich geöffnet, wenn wir nur willig sind, das Leben zu lassen. Nun sagt man gewöhnlich: „Halleluja! Der Vorhang ist zerrissen“ usw. und man glaubt, dass man in Scharen da hineingehen kann. Nein, wir müssen die verschiedenen Altäre passieren, bevor wir ins Heiligtum kommen. Es kostet etwas, dort hineinzukommen, man muss sein Leben verlieren, einen anderen Weg gibt es nicht.
Wetterlund sagt so treffend: „In diesen Tagen versucht man, die Erlösung ohne Gebote herbeizuzaubern.“ Nein, das funktioniert nicht. Lieben wir Gott von unserem ganzen Herzen, werden wir durch das Gebot erlöst. Denjenigen, den wir lieben, wollen wir gerne erfreuen. Die Erlösung ist ja ins Gebot hineingelegt. Deshalb steht auch geschrieben: „Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben“.
Am Ende können wir am gläsernen Meer stehen und das Lied Moses und des Lammes singen. Lasst uns Mose einbeziehen, vor dem man so Angst hat, und der so langweilig aussieht – ihn, von dem man am liebsten nichts hören will. Das Gesetz war unser Zuchtmeister zu Christus hin, aber wenn dieses mich ans Kreuz getrieben hat, nehmen wir Mose mit ans Kreuz. Die aber Christus Jesus angehören, haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. Es ist so gesegnet und wir haben es so gut, wenn wir nur Sein Gebot halten und Seinen Willen tun.
Paulus war als Apostel eingesetzt, um den Gehorsam des Glaubens zu verkündigen. Unser Dienst oder unsere Arbeit im Geist sind wertlos, wenn wir die Seelen nicht zum Gehorsam des Glaubens zu führen vermögen, sodass Gott in ihnen das Wollen und Vollbringen nach seinem Wohlgefallen wirken kann.
Es gibt so viele Meinungen darüber, wie man den Geist bekommt. Ich bekam den Geist, indem ich dem Geist gehorchte. Ich bekam ihn nicht dadurch, auf den Boden zu fallen oder durch Heulen und Schreien. Ich war auf meinen zwei Beinen unter vielen gottlosen Menschen auf einem Schiff. Gehorche dem Geist und tu dich zusammen mit dem Geist im Kampf gegen die Lüste in dir. Dann kommst du mit der richtigen Person in Verbindung, und dann bekommst du auch den Geist.
Phil. 3, 3. Paulus verließ sich nie auf sein eigenes Fleisch und auch nicht auf das Fleisch von anderen. Man sagt: Ich habe recht und ich habe recht; und wir sind der Auffassung, dass wir viele gute Gedanken und Meinungen haben. Aber all das ist nur Fleisch. Das nützt wenig, wenn es gilt, das Böse mit dem Guten zu überwinden. Versuche, still zu sein und zu leiden und zu dulden, dann wirst du sehen, wie gut es geht. Wir sollen im Geist denken, im Geist reden und im Geist antworten. Dann werden wir die Begierden des Fleisches nicht vollbringen. Jesus war immer unsträflich, wenn der Maßstab des Gesetzes bei ihm angelegt wurde. V. 4-8. Wir werden Christus in demselben Maß gewinnen, wie wir alles für Schaden achten. V. 10. Christus wirkt in uns das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen, dort beginnen die Werke. Wir sollen ihn erkennen und die Gemeinschaft seiner Leiden. Wenn ich vom Geist getrieben werde und dem Geist gehorche, dann muss ich notwendigerweise im Fleisch leiden. Wenn ich mit Christus leide, werde ich auch mit ihm verherrlicht.
Christus hatte auch das in sich, was Lust haben konnte, vor dem Tod verschont zu werden. Er hat wirklich Leiden des Todes nach dem Fleisch erduldet. In unserem Fleisch haben wir enorme Mengen an Ungeduld, Lieblosigkeit usw. Da müssen wir uns hindurchessen, genauso wie sich das Küken durch die Eierschale hindurcharbeitet. Wir müssen uns durch den Vorhang und hinein in das Heiligtum hindurchessen. Wir sollen gleichgestaltet werden mit dem Bild des Sohnes. Nur Einzelne hier und dort werden gleichgestaltet. Beachte: Gleichgestaltet mit dem Bild des Sohnes. Nur die Braut wird ihm gleich. Diejenigen, die ein Fleisch mit ihm sind, sind seine echte Ehefrau. Hier ist nicht die Rede von seinem Volk. Sein Volk sind alle diejenigen, die seinen Namen anrufen. Das sind alle, die im Vorhof sind. Diejenigen, die Tempelchristen sind, werden gemessen; sie sind der eigentliche Leib. Wir haben Kraft in uns selbst, und wenn wir die Kraft bewahren, sind wir Tempelmenschen. Wenn wir die Kraft bewahren, geht es Tag für Tag besser. Nehmen wir jeden Tag das Kreuz auf, geht es ständig nach innen und weiter nach innen.
