Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Skjulte Skatter 1932-11 - Was wir glauben

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Was wir glauben

Das Abendmahl

7. Wir glauben an das Abendmahl; denn es steht geschrieben: „Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.

Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!“ Lk. 22, 19-20.

Jesu Leib wurde gebrochen, darum kann er gebrochen werden; denn Jesus ist für unsere Sünden gestorben und unserer Sünde abgestorben. Wir sind nun mit einem Geist getauft, um ein Leib zu sein. Ein gestorbener Leib nach dem Fleisch; denn er litt den Tod nach dem Fleisch, und wir sind mit ihm gestorben, um auch mit ihm zu leben. Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, das heißt, dass die Befehle oder die Leitung für mein Leben nicht von meinem Leib kommen, weil die Sünde darin wohnt; der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. Das heißt, dass Christus durch seinen guten Heiligen Geist mein Leben leitet. Unter dieser Leitung ist das Fleisch mit seinen Lüsten gekreuzigt. Sie dürfen nicht herrschen, sondern sind tot und machtlos. Darum heißt es auch: „Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst.“ Röm. 12, 1. Obwohl der Leib um der Sünde willen tot ist, ist er lebendig, wenn er dem Treiben des Geistes unterstellt wird, gleichwie eine Axt in sich selber tot ist, aber lebendig wird, wenn jemand sie benutzt.

Es ist dieser Tod, der während des Brotbrechens verkündigt wird. Wer nun unwürdig von dem Brot isst oder aus dem Kelch trinkt, der sündigt gegen den Leib des Herrn. Denn der Herr hielt seinen Leib im Tod, solange er hier auf der Erde wandelte, und zum Schluss opferte er ihn am Kreuz. Er lebte immer so: „Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ Den Willen, den er dadurch bekam, dass er Fleisch annahm wie die Kinder, diesen Willen opferte er. Hebr. 2, 14 und 18. Denn er suchte den Willen und das Wohlgefallen des Vaters. Aber wer nach seinen Lüsten lebt – wenn auch nur teilweise –, der hält seinen Leib nicht für gestorben um der Sünde willen, sondern lässt diese herrschen. Der Leib wird somit der Sünde als Werkzeug dargeboten, in direktem Gegensatz zum Geist im Abendmahl. Deshalb isst und trinkt man sich selbst zum Gericht, wenn man es unwürdig tut. Daher ist das Abendmahl ein Mahl der Selbstprüfung. Wenn man den Leib des Herrn nicht unterscheidet, dann isst und trinkt man sich selbst zum Gericht. Dieses Wort „unterscheiden“ muss sich ja auf den Unterschied zwischen zwei Dingen beziehen. So wie es geschrieben steht, ist es etwas schwer zu verstehen. Ich persönlich stelle es mir jedoch so vor, dass man keinen Unterschied macht zwischen seinem eigenen Leib, der sündigt, und dem Leib Christi, der nie sündigte, und der jetzt der Sünde abgestorben ist. Und dennoch verkündigt man Christi Tod, obwohl es beweisbar ist, dass man in der Praxis nicht mit ihm gestorben ist. Darum isst und trinkt man sich selbst zum Gericht. 1. Kor. 11, 24-29.

Jesus sagte: „Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut.“ Wir können vom Kelch in zwei Bedeutungen sprechen, nämlich: 1. dass sein Blut für uns vergossen wurde (das ist sein Kelch) und 2. dass wir gemäß den Gesetzen des Neuen Bundes gegen die Sünde im Fleisch streiten bis aufs Blut (das wird unser Kelch mit ihm). Wenn wir nun Christi Tod verkündigen, dann verkündigen wir gleichzeitig, dass wir gegenüber den Gesetzen des Neuen Bundes bis aufs Blut treu sind; denn der Kelch ist ja ein Bund mit ihm in seinem Blut, und ein Bund muss notwendigerweise von mindestens zwei eingegangen werden.

Es wird auf diese Weise ernst, vom Brot zu essen und vom Kelch zu trinken, weshalb es für jeden notwendig wird, sich selbst zu prüfen. Weil sie unwürdig essen und trinken, werden viele schwach und krank und viele entschlafen. V. 30. Das kommt davon, dass man beim Brotbrechen heuchelt und sich frommer stellt, als man wirklich ist, indem man Christi Tod verkündigt, ohne ihn in seinem Leben in Wirklichkeit zu praktizieren. Dann muss Gott mit Krankheit strafen, um zum Nachdenken zu bringen. Wenn das nicht hilft, dann schläft man ein – entweder in den geistlichen Schlaf oder man entschläft.

Einheit

8. Wir glauben an die Einheit im Leib, denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, und sind alle mit einem Geist getränkt. 1. Kor. 12, 13. Wenn wir darum alle vom selben Geist getrieben werden und diesem einen Geist gegenüber gehorsam sind, ist die Geistesgemeinschaft zwischen uns in Ordnung; und auch unser Verhältnis zum Vater und dem Sohn ist, wie Gott es haben möchte. Das ist die Einheit des Leibes, das heißt, die Gemeinde. Eine andere Gemeinde haben der Vater, der Sohn und der Heilige Geist hier auf dieser Erde nicht gegründet. Es existieren jedoch massenweise Gemeinden, in denen Hurer, Diebe, Hurenchristen und allerlei Teufelsgeister hausen. Aber das ist das falsche Spiel Satans, der das, was Gott vormacht, nachmachen will, damit das Ganze so schwarz wie möglich aussehen soll. Wir wissen aber, dass es eine echte Einheit gibt, eine Gemeinschaft des Geistes, denn wir reden aus Erfahrung in dieser Sache. Nicht dass wir vollendet sind, aber es gibt eine Vollkommenheit in der Gesinnung, die uns eins macht.

Auch in dieser Einheit kann Satan zerstören, wenn nicht jeder Einzelne sein Fleisch mit Christus gekreuzigt hält. Eine kleine Ungerechtigkeit des einen oder anderen wirkt wie eine Nähnadel, die in den Leib hineingestochen wird. Alle Kräfte werden mobilisiert, um die Nadel herauszuziehen, die Sünde zu entfernen. Denn die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn verträgt keine Sünde, auch die Gemeinschaft zwischen uns, die ja die Gemeinschaft des Geistes ist, verträgt keine Sünde. Darum bewahre die Gemeinschaft, die Einheit des Geistes und das Band des Friedens. Denn wenn von der Gemeinschaft erst einmal etwas zu Bruch gegangen ist, ist es nicht so einfach, dies zu reparieren.