Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Gedanken zum 54. Geburtstag meiner Frau Pauline

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Gedanken zum 54. Geburtstag meiner Frau Pauline

(28. 10. 1932. Geboren 1878)

Vierundfünfzig Jahr’ sind eine lange Zeit,
Gott gab dir Gnade zu Fleiß und Tüchtigkeit,
Heim und Kinder zu versorgen allein;
Allmählich des Lebens Herbst setzt ein.
Doch deine Tatkraft fortbesteht
Begleitest hellwach, was geschieht,
Du urteilst recht in allen Sachen,
Niemand kann dich unsicher machen.
Treue du bewiesen hast,
Auf dir lag die ganze Last.
Ein Heim du schufst, wo Mann und Kind,
Allezeit geborgen sind.
Mit deinen scharfen Adlerblicken
Sahst richtig du in allen Stücken,
Mir einzigartig standst zur Seite
Und wie einst Josef prophezeite,
Hast auch du im Geist verstanden,
Wenn Gewitter sich anbahnten.
Und gaben Cherubim Bescheid,
Warst du bereit zu Kampf und Streit.
Immer sich dein Rat bewährt,
Du verwirfst, was ist verkehrt.
Daher sollte jede Frau,
Hören auf dich ganz genau.
Weisheit hast du auch empfangen
Drum ist’s immer gut gegangen.
Denn du hast Gott an deiner Seite,
Dass Er dich durch das Leben leite.
Lydia will reden nun,
Durch ihr Lächeln dir kundtun:
Du beste Mutter, hab herzlichen Dank
Für deine Tag und Nacht schützende Hand.
Ja, alle Kinder stimmen laut ein:
‘s gibt nirgends ‘ne bessre Mutter, nein!
Die Goldmedaille wir dir geben,
Und gegen jeden uns erheben,
Der dir den Mutterrang streitig macht.
Du warst voll Liebe, Ausdauer, Kraft.
Konntest mir selbst in des Geistes Welt geben
Ratschläge, die warn zum Glück und zum Segen.
Bewahr bis zuletzt, was Gott in dir schafft,
Du würdige Braut, bis Licht und Kraft
Erhöhen dich zu Ruhm und Ehren,
Wo Licht das Dunkel wird verzehren.
Dein Leben sehr verborgen war,
Doch will ich prophezeien klar:
In der Wahrheit Flammen, in des Himmels Glut
Wir werden sehen dein Zepter so gut.

Nur diese wenigen Worte in dankbarer Rückschau von deinem ergebenen Mann

J. O. Smith