Sieg und Niederlage
Vom Geist Gottes getrieben zu werden, bringt Sieg, aber von seinen fleischlichen Lüsten getrieben zu werden, bringt Niederlage. Christus ist treu, er siegte und er will Sieg geben. Wer soll uns von der Liebe Christi scheiden können? Die Liebe von seiner Seite steht fest. Er hat sich treu erwiesen in Trübsal, Angst, Verfolgung, Hunger, Blöße, Gefahr und Schwert. Wenn uns solche Dinge begegnen, sollen wir weit überwinden durch den, der uns geliebt hat. Röm. 8, 35-37.
„Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer den Preis erlangt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt.“ 1. Kor. 9, 24. Wie viele laufen wohl heute auf der Rennbahn? Den Weg wissen wir, er geht durch den Vorhang, sein Fleisch. Das wird also ein Lauf in Selbstverleugnung. Beim natürlichen Lauf ist man enthaltsam in allem, um den Preis zu gewinnen. Jene, um einen vergänglichen Siegeskranz zu empfangen, wir aber einen unvergänglichen. Paulus lief nicht wie aufs Ungewisse; er kämpfte nicht wie einer, der in die Luft schlägt. Sondern er bezwang seinen Leib und war enthaltsam in allem.
Diejenigen, die am gläsernen Meer standen, hatten den Sieg behalten über das Tier. Das eine Tier nach dem anderen steigt aus der Erde auf. Die eine Geistesrichtung folgt der anderen; aber diejenigen, die das Zeugnis Jesu bewahren und sich vom Geist und vom Wort leiten lassen, werden alle durch des Lammes Blut siegen. Offb. 15, 2 und 14, 4-5.
Der Geist im Menschen ist es, der den Menschen ausmacht. Gottes Geist gibt göttliche Kräfte. Der Menschengeist dagegen ist in sich selbst feige und kriechend. Darum kommen wir ohne die Kraft von Gottes Geist nicht vorwärts.
Der Engel der Gemeinde in Pergamon hatte einige bei sich, die an der Lehre Bileams festhielten, der Balak lehrte, die Kinder Israels in Versuchung zu führen, damit sie Götzenopfer essen und Hurerei treiben sollten. Der Engel der Gemeinde siegte nicht in dieser Sache. Ihm wurde deshalb geraten, sich zu bekehren. Offb. 2, 14-16. Persönlich als Ackerland zu siegen ist eine Sache; aber als Mitarbeiter Gottes zu siegen ist etwas ganz anderes.
Der Gemeindeengel in Thyatira diente, er hatte Liebe, Glauben und Geduld. Aber gleichzeitig ließ er das Weib Isebel herrschen, die sich selbst Prophetin nannte. Sie lehrte die Diener des Herrn, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen. Hier hätte er kräftig eingreifen und dem Einhalt gebieten sollen; aber er war zu feige. Darum kam er selbst unter Gottes Gericht.
Wir verstehen hieraus, dass es keine ganz einfache Sache ist zu siegen. Als Diener des Herrn soll man nicht nur in seinen eigenen Sachen und Angelegenheiten siegen, sondern auch in allen Verhältnissen, die die Gemeinde betreffen: Sorge tragen, dass alle unreinen Elemente ferngehalten werden, diejenigen draußen halten, die mit fremder Lehre kommen. Aus demselben Grund wird auch der Lohn für Sieg so unbegreiflich groß. Wer überwindet: Er soll mit weißen Kleidern angetan werden, ein Pfeiler im Tempel Gottes werden, mit Jesus auf seinem Thron sitzen, vom verborgenen Manna essen. Er wird Macht über die Heiden bekommen.
Wenn es nicht möglich wäre zu überwinden, hätte Jesus nie gesagt: Wer überwindet! Und er hätte nie so herrliche Verheißungen für das Überwinden gegeben.
Um zu überwinden, ist es nützlich, gute Ratgeber zu haben. „Und Joas tat, was recht war in den Augen des Herrn, solange ihn der Priester Jojada unterwies.“ 2. Kön. 12, 3. Joas war sehr eifrig, das Haus des Herrn auszubessern. Er sammelte eine große Menge Geld ein und stattete die Werkmeister damit aus, die der Arbeit vorstehen sollten. Er stellte Steinhauer, Zimmerer und Kupferschmiede an, um das Haus des Herrn auszubessern und sie setzten das Haus nach seinen vorigen Maßen instand und besserten alles Baufällige aus.
Die Jahre vergingen und der Priester Jojada wurde alt und lebenssatt und starb und war hundertunddreißig Jahre alt, als er starb. Und sie begruben ihn in der Stadt Davids bei den Königen, weil er an Israel und an Gott und seinem Hause wohlgetan hatte. 2. Chr. 24, 15-16.
Aber nach Jojadas Tod kamen die Obersten von Juda und huldigten dem König mit der Bitte, Abgötterei treiben zu dürfen. Und der König konnte diesen Schmeichlern nicht widerstehen, er gab ihnen nach.
Jojada hatte diese Obersten Judas zu seiner Zeit auf ihrem Platz gehalten. Sie hatten dieselbe Gesinnung gehabt, als er lebte, aber sie hatten keine Macht bekommen, denn Jojada hatte ihnen widerstanden. Aber nun war Jojada weg und da hätte König Joas diesen gottlosen Obersten widerstehen sollen; aber das schaffte er nicht. Er ließ Abgötterei zu, der er früher widerstanden hatte. So verließen sie das Haus des Herrn, des Gottes ihrer Väter, das der König selbst ausgebessert hatte und sie dienten den Bildern der Aschera und den Götzen.
Da kam ein Zorngericht über Juda und Jerusalem um dieser ihrer Schuld willen. Er sandte aber Propheten zu ihnen, um sie zum Herrn zurückzubringen; und diese ermahnten sie ernstlich, aber sie hörten nicht darauf. Da kam der Geist Gottes über Sacharja, den Sohn Jojadas, des Priesters, sodass er gegen das Volk auftrat und zu ihnen sprach: So spricht Gott: Warum übertretet ihr die Gebote des Herrn? Darum wird es euch nicht gelingen; denn weil ihr den Herrn verlassen habt, wird er euch auch verlassen!
Aber sie machten eine Verschwörung gegen ihn und steinigten ihn auf Befehl des Königs. König Joas war von einem fremden Geist ergriffen. Er erzeigte nicht einmal Barmherzigkeit gegen den Sohn Jojadas, des Priesters, der ihm soviel Güte erwiesen hatte. Sacharja aber sprach, als er den Geist aufgab: Der Herr wird es sehen und richten! Und tat Gott nicht so? Doch! Als das Jahr um war, zogen die Syrer mit wenigen Leuten herauf. Sie kamen nach Juda und Jerusalem und vertilgten alle Obersten des Volkes, alle, die begehrt hatten, Abgötterei zu treiben und sie sandten alle ihre Beute zu dem König von Damaskus. Und an Joas vollzogen sie das Strafgericht. Sie ließen ihn schwer verwundet zurück. Die Knechte des Königs machten eine Verschwörung gegen ihn und sie töteten den König auf seinem Bett, um das Blut der Söhne Jojadas zu rächen. Und man begrub ihn in der Stadt Davids, aber nicht in den Gräbern der Könige.
Joas siegte nicht. Er war zu feige. Die Obersten mit all ihrem Ansehen der Person brachten ihn dazu, von Gottes Geboten abzuweichen, von Gottes Haus zu den Abgöttern. Er zerstörte damit sich selbst und andere. Er brachte Niederlage über Gottes Volk. Und er selbst steht beschrieben in der Schrift als eine schwache Person, die man in keiner Weise nachahmen darf.
Wir lernen aus all diesem, dass wir unerschütterlich feststehen müssen und nicht Schmeicheleien nachgeben dürfen. Wir dürfen nicht die Person ansehen, sondern müssen Gott und die Furcht vor ihm höher als alles andere achten.
Auch unter uns gibt es Personen, die eine starke Neigung zu Abgötterei haben, d. h. zu weltlicher Größe, Ansehen der Person usw. Sie fühlen sich äußerst wohl unter den Hoffärtigen. Gib auf sie Acht und halte dich weit weg von ihnen. Denn bei ihnen ist die Quelle des Verderbens. Lass sie das Verderben bei sich behalten. Bewahre du dich rein. Lass lieber die Schar zusammenschrumpfen und die Reinheit bewahren, als sie in Unreinheit groß werden zu lassen. Sei wie der Priester Jojada, der Judas Oberste mit all ihrer Lust zur Abgötterei in Schach hielt, solange er lebte. Mögen wir immer in dem Wohlgefallen leben, das Gott über seinen Sohn aussprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; auf ihn sollt ihr hören!
